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Fast 50 % hielten diesen KI-Avatar für einen echten Menschen 🎭
seit dieser Woche zahle ich 90 Euro im Monat für ein KI-Abo. Als ich die Abbuchung von meinem Geschäftskonto sah, fragte ich mich kurz, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe. Warum ich das trotzdem für eine gute Investition halte, erzähle ich dir heute.
Außerdem: Apple stellt am Dienstag neue Geräte fürs Zuhause vor, das ist seit dieser Woche offiziell. Das passende Zubehör kommt allerdings nicht von Apple, sondern ausgerechnet von LG. Und: Ein KI-Avatar führte Videoanrufe mit 54 Testpersonen, fast die Hälfte hielt ihn für einen Menschen. Goldene Zeiten für Enkeltrickbetrüger?
💸 90 Euro im Monat für KI: Bin ich verrückt geworden?
Lange wehrte ich mich innerlich dagegen, so viel Geld für ein einzelnes Abo auszugeben. Stattdessen experimentierte ich eine Zeit lang mit zwei Pro-Konten bei Claude parallel. Das funktionierte zwar schon irgendwie, war im Alltag aber unbequem: Beide Konten mussten immer wieder auf denselben Stand gebracht werden. Zeiteffizient war das auf Dauer nicht, auch wenn 2x 20 EUR natürlich erheblich günstiger sind als die 90 EUR des Max-Tarifs.
90 EUR im Monat. Ich muss sagen: Lohnt sich.
Aber es lohnt sich trotzdem, denn ich bin gerade dabei, viele Online-Werkzeuge, die ich bisher einzeln gekauft habe, durch eine KI-basierte Schaltzentrale zu ersetzen. So habe ich bereits mein Abo für OpusClip gekündigt, make.com wird in Zukunft wohl auch nicht mehr gebraucht. Dazu kommen Dienste, die ich aus Kostengründen nie abonniert habe, deren Funktionen ich nun aber auch damit abbilden kann. Vor allem jedoch habe ich nun Direktverbindungen zu den Plattformen, auf denen Inhalte von mir liegen.
Das nimmt mir auch Fleißarbeit ab, denn im Hintergrund prüft die KI, die nun ein Gesamtbild meiner Prozesse hat, ob irgendwo etwas fehlt oder nachgezogen werden muss.
Dank seiner neuen Videofähigkeiten (mehr dazu unten in den News) arbeitet Claude inzwischen auch als Videoeditor für mich. Das funktioniert zwar nur bei Schnittaufgaben, die einem festen Schema folgen, aber die gibt es bei mir auch, z.B. die Kurzvideos, die aus meinen langen Videos erstellt werden. Claude kann das tatsächlich erheblich besser als das eigens für diesen Zweck konzipierte Tool OpusClip.
Leser der letzten Ausgabe wissen ja schon, dass ich nun unter die App-Entwickler gegangen bin 😉
Aus der Teleprompter-App der letzten Ausgabe (die du immer noch gerne testen kannst, schreib mir einfach) wurde inzwischen ein ganzer neumann.digital-Werkzeugkasten. Darin sind Programme enthalten, die speziell für meine täglichen Aufgaben entwickelt wurden - und die Liste wächst ständig. Allein in dieser Woche sind damit 9 Werkzeuge entstanden.
Mein neuer Werkzeugkasten: 9 Tools in einer Woche.
Du siehst: Ich bin hier gerade ziemlich „all-in“ gegangen. Gleichzeitig frage ich mich, was das für die kommerzielle Softwareentwicklung bedeutet, wenn sich künftig jede Einzelperson einfach Anwendungen erstellen lassen kann, die genau auf sie zugeschnitten sind.
Jemand aus der KI-Community, in der ich bin, meinte dazu, damit sei die Zeit der Wucherpreise, Abofallen und halbfertigen Prototypen vorbei. Das ist die optimistische Lesart.
Machen wir uns nichts vor: Viele Menschen werden dadurch ihren Job verlieren oder haben ihn bereits verloren. Ich glaube, ein Großteil der Bevölkerung hat noch immer nicht begriffen, was mit KI inzwischen möglich ist. Selbst die einst riesigen Burggräben von Unternehmen wie Microsoft oder Adobe werden von KI gerade in rasender Geschwindigkeit zugeschüttet.
Naht das Ende der kommerziellen Software-Entwicklung? (Bild KI-generiert)
Und diese Entwicklung ist mindestens 10x so schnell wie bei der Einführung des zivilen Internets vor 30 Jahren. Wie wir alle wissen, war dieser Umbruch gerade noch langsam genug für normale Menschen, um mitzukommen, für die Gesetzgebung war schon das viel zu schnell.
Daher rate ich jedem, sich wenigstens etwas mit KI zu beschäftigen. Damit meine ich nicht, ein paar Fragen in den Chat zu tippen, sondern KI für ein eigenes Projekt einzusetzen, um ihre Fähigkeiten zu verstehen. Das muss nicht unbedingt für die Arbeit sein, ein Hobby genügt. Meine Mutter nutzt KI inzwischen für ihre Kunstprojekte, und das finde ich super. Wer hier am Ball bleibt, wird sich nicht so schnell abgehängt fühlen.
Nutzt du KI schon für ein eigenes Projekt, egal ob Beruf oder Hobby? Antworte mir einfach auf diese Mail, ich bin neugierig.
🏠 Apples neue Daheim-Offensive
Seit Donnerstag ist es offiziell: Apple stellt am kommenden Dienstag neue Produkte vor. Marketingchef Greg Joswiak veröffentlichte auf X ein kurzes Video, zu sehen sind nur das Apple-Logo und die Worte „Welcome home“. Das Motto lässt wenig Zweifel: Es geht um Geräte fürs Zuhause.
Die Veranstaltung findet um 9 Uhr Ortszeit in New York statt, allerdings nur für geladene Gäste. Ob Apple dazu wie sonst ein längeres Video im Keynote-Stil zeigt oder einfach die neuen Produktseiten auf seiner Website freischaltet, ist noch unklar.
Erwartet werden: eine Steuerzentrale mit Bildschirm fürs Smart Home, ein neuer HomePod mini und ein neues Apple TV 4K. Neu ist seit Samstag ein Hinweis auf den Namen: Briefkastenfirmen, hinter denen Apple vermutet wird, haben die Marken „HomeView“ und „homeOS“ angemeldet. Bestätigt ist jedoch auch das nicht.
Das Zubehör kommt (ausgerechnet) von LG
Laut Bloomberg hat Apple gemeinsam mit LG sieben Zubehör-Geräte fürs Smart Home entwickelt: ein Türschloss, ein Thermostat, einen Temperatur- und Feuchtigkeitssensor, eine Video-Türklingel sowie drei Kamera-Modelle.
Apple soll die Geräte entworfen haben, LG baut, vertreibt und betreut sie unter eigener Marke. Im Programmcode von iOS 27.2 fand sich dafür eine neue Zubehörklasse namens „second-party“, in der neben LG auch Schneider Electric mit Thermostat und Sensor steht. Erscheinen sollen die LG-Geräte jedoch erst in einigen Monaten, am Dienstag gibt es also vermutlich nur eine Vorschau.
Zwei Wochen später geht es laut Bloomberg weiter: Um den 27. Oktober sollen neue MacBook Pro mit OLED-Bildschirm und Touch-Bedienung, ein iMac mit M6-Chip, ein iPad mini mit OLED-Bildschirm und der Mac Studio mit M5 Ultra folgen. Der Oktober wäre damit der vollste Apple-Monat seit Jahren.
Meine Einschätzung: Mit der Beauftragung von LG weicht Apple ein gutes Stück seines Privatsphären-Ethos auf und es wird spannend zu sehen, ob man herausfinden kann, wo die Daten dieser Smart-Home-Geräte tatsächlich landen. Ist das wirklich nur auf Apples Servern, oder bekommt der eigentliche Hersteller LG davon auch etwas zu sehen?
Gerade bei LG ist das nicht unerheblich, ist das Unternehmen doch momentan in einen Skandal verwickelt: Das US-Magazin Gamers Nexus berichtete im September nach monatelangen Tests, dass LG-Fernseher das Heimnetz nach anderen Geräten durchsuchen, nahe WLAN-Netze protokollieren und per automatischer Inhaltserkennung festhalten, was auf dem Bildschirm läuft, auch über HDMI.
Das Mikrofon blieb demnach bei ausgeschaltetem Bildschirm aktiv, Sprachfetzen landeten im Klartext in Protokolldateien. LG bestreitet, Gespräche fortlaufend aufzuzeichnen, und verweist auf die Einwilligung in den TV-Einstellungen. Ich würde hier wirklich erstmal abwarten, was über die Geräte im echten Einsatz zu Hause berichtet wird.
Anthropic hat am 8. Oktober seine Nutzungsrichtlinien überarbeitet. Ab dem 12. November ist es verboten, Claude „anhaltend und grundlos“ zu beschimpfen oder grausam zu behandeln. Gemeint sind laut Anthropic Extremfälle, in denen Nutzer „wiederholt grausam“ und „ohne erkennbaren Zweck“ handeln. Normaler Frust, Widerspruch oder das Austesten des Modells fallen ausdrücklich nicht darunter.
Anthropic selbst verweist auf seine Forschung zum „Wohlergehen“ von KI und sagt zugleich, es sei unklar, ob Claude überhaupt moralisch berücksichtigt werden sollte. In der neuen Richtlinie taucht das Wort Wohlergehen allerdings gar nicht auf, und mehr als diese Mitteilung hat Anthropic zu den Gründen nicht veröffentlicht.
Das lässt Raum für Spekulationen über die wahren Hintergründe. Im Forum Reddit, wo die Nachricht über 800 Kommentare auslöste, sind zwei Erklärungsansätze besonders prominent. Einer davon betrifft die Trainingsdaten: Seit Herbst 2025 nutzt Anthropic die Chats seiner Privatkunden zum Training der nächsten Modelle, sofern diese nicht in den Einstellungen widersprechen. Wer Claude stundenlang beschimpft, liefert Material, das für das Training unbrauchbar ist.
Eine andere Erklärung: Anthropic möchte mit der Maßnahme vor einem möglichen Börsengang einfach sein Bild als verantwortungsvoller KI-Anbieter pflegen.
Ist Anthropic um Claudes Gefühle besorgt?
Meine Einschätzung: Mir leuchtet die Trainingsdaten-Erklärung am ehesten ein: Wie Nutzer mit Claude umgehen, fließt ins nächste Modell ein, und das soll offenbar nicht auf aggressive Kommunikationsmuster trainiert werden. Wellen schlägt die Meldung vor allem, weil sie erneut die Erzählung des „menschlichen“ KI-Modells bedient.
Obwohl Claude schon als die vielleicht leistungsstärkste allgemein verfügbare KI angesehen wird, hatte es bislang immer einen großen Schwachpunkt gegenüber ChatGPT: Es konnte keine Bilder oder Videos generieren. Das ist mit Opus 5.5 Geschichte.
Bisher nutzte ich in einigen Videos eine Art animierte Illustration, die ich mir von Claude Design habe erstellen lassen. Diese Illustrationen hatten den Vorteil, dass man Änderungen sehr gezielt vornehmen konnte. Anders als bei den üblichen Videogeneratoren, die bei jeder neuen Erstellung an anderen Ecken etwas änderten, blieb hier alles gleich bis auf die gewünschten Punkte.
Allerdings sahen sie optisch nicht besonders ansprechend aus. Jetzt mit Opus 5.5 kann man „richtige“ Videos erstellen, die sich dennoch genauso gezielt ändern lassen, wie das bisher mit Claude Design der Fall war.
Gefüttert mit meinem Unternehmensprofil hat Opus mir ohne jede weitere Vorgabe dieses kurze Vorstellungsvideo meiner Angebote erstellt:
Klicke auf das Vorschaubild, um das Video zu sehen.
Spannend daran: Opus selbst hat weiterhin kein Videogenerationsmodell. Die Bewegtbilder entstehen folgendermaßen:
Claude erstellt auf meinem Mac ein kleines Programm, das jedes Einzelbild selbst zeichnet: Schriften, Formen, Schatten, Farbverläufe und Überblendungen. Für 10 Sekunden Video sind das 300 Bilder. Ein zweites Werkzeug namens ffmpeg setzt sie anschließend zu einer fertigen MP4-Datei zusammen, wie eine Art digitales Daumenkino. Bevor Claude das Ergebnis zeigt, prüft es einzelne Bilder selbst auf Fehler.
Die Erstellung dauert unter einer Minute und das Video selbst entsteht auf meinem Mac, nicht bei einem Online-Dienst, wie es die meisten Videogeneratoren sind. Eine kleine Einschränkung gibt es: Die Videos haben keinen Ton, Musik muss also separat hinzugefügt werden.
🎭 48% hielten diesen KI-Avatar für einen echten Menschen
Das US-Start-up Tavus hat ein KI-Modell namens Griffin vorgestellt, das Videoanrufe führen soll wie ein Mensch. Es hört zu, spricht und reagiert auf das, was es sieht. Und das alles sofort, ohne die Pausen, die man bisher von KI-Avataren kennt.
In einem Test führte Griffin je ein einminütiges Videogespräch mit 54 Testpersonen, die dachten, sie sprächen mit einem anderen Menschen. Nach dem Gespräch wurden sie befragt, ob sie Griffin für einen echten Menschen hielten.
Groß im Bild: KI-Avatar Griffin. (Quelle: Tavus.io)
Das Ergebnis: 26 von 54, also fast die Hälfte, bejahten die Frage. Beim Vorgängermodell war es nur 1 Person von 41.
Der Test wurde von Tavus selbst durchgeführt, unabhängig geprüft ist er nicht. Keine der Testpersonen wurde vorab gewarnt, dass eine KI mit am Tisch sitzen könnte. Griffin ist bisher nur für ausgewählte Tester freigegeben. Tavus arbeitet nach eigenen Angaben noch an Schutzmaßnahmen und einer Kennzeichnung, bevor das Modell allgemein verfügbar gemacht wird.
Meine Einschätzung: Bisher galt ein Videoanruf als zuverlässige Prüfmethode, wenn eine Textnachricht von Kind oder Enkel merkwürdig klang. Diese Sicherheit schwindet zusehends, auch wenn Griffin noch nicht frei verfügbar ist. Was weiterhin hilft: Vereinbare in der Familie ein Codewort für Notfälle, und ruf bei jeder Geldforderung selbst zurück, und zwar unter der Nummer, die du von der betreffenden Person gespeichert hast.
Was machst du mit deinem alten iPhone, wenn du ein neues kaufst?
Kommentare:
„Ich habe meine Smartphones bis jetzt immer an Bekannte und Freunde verkauft.“
„Ich hatte erst überlegt mein 13 Pro Max per Apple Trade-In für mein neues 18 Pro Max einzutauschen. Aber auch wenn es optisch in 1A Zustand ist, würde ich dafür nur noch irgendwas zwischen 250-280 Euro bekommen. Ist ein Witz für ein Gerät, das mal 1349,- Euro gekostet hat.“
„Entsorgen. Es ist am Ende“
Passend zu meiner Geschichte der Woche möchte ich in der neuen Umfrage wissen: Zahlst du für ein KI-Abo?
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