Bye Bye, ChatGPT! 👋


neumann.digital - digitaler Wochenrückblick #87 (im Browser ansehen)

Liebe/r Reader,

👾 Grüße aus der digitalen Welt!
Hier ist der Digitale Wochenrückblick!

Diese Woche hat Apple so viele Geräte auf einmal vorgestellt, dass man kaum noch durchblickt (ich versuche es trotzdem). Darunter ein neues MacBook, das vor allem mit seinem Preis überrascht.

Parallel dazu läuft der wohl größte KI-Streit des Jahres: Anthropic gegen das Pentagon und OpenAI als unmoralischer Nutznießer mitsamt einem dreist lügenden CEO Sam Altman. Wenn es nicht so todernst wäre: ein toller Stoff für ein Drama.

🍎 So viel neue Apple-Geräte auf einmal gab es selten!

Diese Woche hat Apple wirklich nicht mit Neuankündigungen gegeizt. Insgesamt wurden sechs neue Produkte an drei Tagen vorgestellt.

Ok, bei näherem Licht betrachtet sind es eher fünf Aktualisierungen. Doch ein wirklich komplett neues Modell ist auch dabei. Aber von vorne:

iPhone 17e: Genug iPhone für weniger Geld?

Das iPhone 17e (e steht für die günstigeren und etwas abgespeckten Versionen des iPhones, die früher unter dem Namen SE liefen) sieht genauso aus wie sein Vorgänger, das 16e. Für mich keine Überraschung, denn ein Sponsor hatte mir schon vor Wochen einen 16e-Dummy geschickt, damit ich mich an den Formfaktor gewöhne 😅

Zwar hat das 17e keine Dynamic Island und kein neues Design, dafür wurde immerhin der Speicher verdoppelt auf 256 GB bei einem gleichbleibendem Preis von 699 Euro, MagSafe ist endlich dabei (wobei hier eher die Frage ist, warum es beim Vorgänger fehlte) und bei der Kamera werden nun auch die Bilddaten gespeichert, die es erlauben, Fokus und Schärfentiefe nachträglich zu ändern.

Meine Einschätzung: Wer ein neues iPhone ohne Schnickschnack möchte - dafür mit praktisch allem, was das Apple-Ökosystem ausmacht (inklusive, hust, Apple Intelligence) - kann sich den Kauf durchaus überlegen. Aber bitte keine Wunderdinge von der Kamera erwarten.

Wer einfach nur ein preiswertes Smartphone haben möchte, kann natürlich auch weiterhin zu einem Android-Smartphone greifen, das die Hälfte kostet. Denn wenn wir ehrlich sind: 699 Euro ist immer noch nicht wirklich günstig.

💻 MacBook Air, iPad Air, MacBook Pro: Wenig Überraschungen

MacBook Air (ab 1.199 Euro) und iPad Air (ab 649 Euro) bekommen neue Chips - M5 bzw. M4 - bei unverändertem Design und Funktionen. Wer schon ein neueres Modell mit M-Chip hat, muss hier nicht zugreifen, sofern es das aktuelle Gerät noch tut.

Wer jedoch noch einen Intel-Mac oder ein in die Jahre gekommenes iPad hat und nachrüsten möchte, macht damit sicher nichts falsch - besonders der M5-Chip gilt als extrem leistungsstark.

Interessant beim MacBook Air: Der Preis ist gegenüber dem Vorgänger gleich, die SSD Festplatte hat in der Grundausstattung jedoch 512 GB und damit doppelt so viel. Auf der anderen Seite muss man sich ein Netzteil separat kaufen, wenn man noch keines hat, denn das ist nun (in der EU, der Schweiz und UK) nicht mehr enthalten.

Das MacBook Pro bekommt jetzt die Pro- und Max-Variante des M5-Chips - mit Standard M5-Chip erschien das MacBook Pro schon im letzten Jahr. Das 14-Zoll-Modell mit M5 Pro beginnt bei sportlichen 2.499 Euro - Ein Gerät für Profis eben. Auch hier gilt: Im Innern gibt es mehr Leistung als beim Vorgänger, äußerlich bleibt alles beim Alten.

🟡 MacBook Neo: Das ist wirklich neu!

Das bemerkenswerteste Produkt aus dieser Woche ist das MacBook Neo: Apple hat zum ersten Mal einen echten Einsteiger-Mac gebaut, es gibt ihn ab 699 Euro.

Darin steckt wie vermutet der A18 Pro-Chip, derselbe wie im iPhone 16 Pro. Die Leistung liegt etwa auf dem Niveau des originalen M1 MacBook Air - ein Gerät, das heute noch vollkommen alltagstauglich ist. Für alles, wofür die meisten Menschen einen Computer nutzen, reicht das absolut aus.

Aus der Zielgruppe macht Apple kein Geheimnis: Die Werbung für das neue MacBook zeigt fast ausschließlich Studierende. Erstaunlich dabei: Die Nutzung von Microsoft Office-Software wie Word und Excel wird prominent hervorgehoben - anstelle der Apple-Lösungen wie Page und Numbers. Ein unerwartetes Stück Realitätssinn von Apple.

Putzige Marketing-Inkonsistenz am Rande: in den Promotion-Bildern für den Mac Neo trägt ein Mädchen AirPods Max-Kopfhörer, die fast so viel kosten (579 EUR) wie das günstige MacBook, das beworben wird.

Der Neo hat - logisch bei dem Preis - einige Einschränkungen, die man kennen sollte: Das Basismodell mit 256 GB hat kein Touch ID. Wer den Fingerabdrucksensor möchte, muss zum 512-GB-Modell für 799 Euro greifen - schon nicht mehr ganz so günstig.

Die Tastatur ist nicht beleuchtet, MagSafe fehlt, und die beiden USB-C-Anschlüsse sehen identisch aus, laufen aber mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten.

Und dennoch: Apple öffnet sich damit einer komplett neuen Nutzerschaft. Wer sich durch das iPhone im Apple-Ökosystem heimisch fühlt, bekommt jetzt die Erweiterung auf einem erschwinglichen Mac, inklusive iCloud, Airdrop und Co. Kein Chromebook oder anderes günstige Notebook bietet das.

Da ich meine Rechner wirklich intensiv nutze und manchmal auch meinen Mac Mini ins Schwitzen bringe, habe ich mich letztlich für ein anderes Modell entstehen. Dazu mehr weiter unten.

Größter Flop: Studio Display und Studio Display XDR

Ich hatte ganz heimlich mit dem Gedanken gespielt, mir einen Apple-Monitor zuzulegen, denn das ist inzwischen das letzte Nicht-Apple-Element in meinem Büro-Setup.

Aber die Neuausgaben des Studio Display waren dann doch arg enttäuschend (besonders das normale Studio Display ist im Prinzip auf dem Stand von vor 5 Jahren) - und die Preise einfach nicht mehr zeitgemäß.

Gerade bei Monitoren bekommt man für wenig Geld inzwischen erheblich mehr und man ist in dem ganzen Zusammenspiel der Geräte auch wirklich nicht darauf angewiesen, einen Monitor von Apple zu nutzen. Daher bleibt es bis auf Weiteres bei meinem Philips-Monitor.


🤖 Bye Bye, ChatGPT! 👋

Es war das große Thema vom letzten Wochenende: Das US-Kriegsministerium (Department of War) hat Anthropic - die Firma hinter Claude - als Sicherheitsrisiko eingestuft und alle Verträge gekündigt.

Der Auslöser: Das Pentagon wollte, dass Anthropic seine Modelle für "alle rechtlich zulässigen Zwecke" bereitstellt - einschließlich Massenüberwachung und autonomer Waffensysteme (= es wird geschossen, ohne dass Menschen auf einen Auslöser drücken). Anthropic lehnte dies ab.

OpenAI sprang ganz uneigennützig sofort ein und schloss seinerseits einen Vertrag mit dem Pentagon. CEO Sam Altman räumte danach ein, dass das Vorgehen möglicherweise "opportunistisch und schlampig" wirke.

Kurz darauf musste er zugeben, dass OpenAI schlicht keine Kontrolle darüber hat, wie das Pentagon die KI-Technologien von OpenAI nun tatsächlich einsetzen wird.

Zunächst hatte er es in seinen Beiträgen auf x.com so klingen lassen, als wären genau die Einsatzgebiete, die Anthropic ablehnte, beim Vertrag mit OpenAI ausgeschlossen.

Was schon rein logisch keinen Sinn ergibt - denn dann hätte das Pentagon ja beim Vertrag mit Anthropic bleiben können.

Über 875 Mitarbeiter von Google und OpenAI unterschrieben einen offenen Brief in dem sie den Standpunkt von Anthropic unterstützten.

Und auch bei Nutzern wurde Claude plötzlich sehr populär: Im US-App Store war Claude vorübergehend die am meisten heruntergeladene App überhaupt.

Auf den ersten Blick mutet Anthropic in dieser KI-Schlammschlacht vielleicht wie der Weiße Ritter mit noch intaktem Moral-Kompass an.

Dieses Bild wäre jedoch falsch: Die Firma hat jahrelang eng mit der US-Regierung zusammengearbeitet und wollte dies auch prinzipiell fortsetzen. Es ging hier nur um konkrete Einsatzmethoden, bei denen Anthropic den heutigen Stand der KI als noch nicht weit genug entwickelt ansieht, um Fehler auszuschließen. Das bedeutet nicht automatisch, dass sie gegen Massenüberwachung und autonome Waffensysteme sind.

Gleichzeitig nutzte Anthropic die Situation geschickt: Noch am vergangenen Wochenende veröffentlichten sie eine Webseite, über die man seine gespeicherten Erinnerungen aus ChatGPT ganz einfach zu Claude übertragen kann - damit man bei einem Umstieg nicht ganz bei Null anfangen muss.

Ich hatte schon vor Monaten hier geschrieben, dass ich vorhatte mien ChatGPT-Abo zu kündigen. Dieses Drama war nun der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Mehr zu den weiteren Gründen vielleicht bald in einem Video.


📹 Mein aktuelles Video

iPhone Kalender von Anfang an richtig nutzen (Einsteiger-Tutorial)

Du trägst Geburtstage, Arzttermine und Aufgaben in deinen iPhone-Kalender ein - aber irgendwie verlierst du trotzdem den Überblick? Vielleicht liegt es daran, dass du die Kalender-App nicht so nutzt, wie sie eigentlich gedacht ist. In diesem Video zeige ich dir, wie du dich in der App zurechtfindest, welche Ansichten es gibt, wie du Termine anlegst und wann du besser eine Erinnerung statt eines Termins verwendest.


👾 Was passiert bei mir?

Wer sich gewundert hat, warum der Newsletter letzte Woche ausfiel: Ich habe mein Büro einmal wieder umgezogen. Die ersten Tage war entsprechend viel zu tun, aber inzwischen habe ich mich dort eingerichtet - und das erste Video in der neuen Umgebung gedreht. Es erscheint am Dienstag und ist die angekündigte Fortsetzung zum Video oben.

Apples Hardware-Offensive habe ich zum Anlass genommen, meinen Geräte-Fuhrpark aufzustocken:

Bei mir einziehen werden ein iPhone 17e und ein M5 MacBook Air. Besonders gespannt bin ich auf das MacBook, denn aktuell nutze ich ja zu Hause weiterhin noch einen Windows-Laptop.

Selbst wenn sich der macOS/Windows-Graben in meinem Arbeitsalltag gar nicht als so sehr störend bemerkbar macht, wie man vielleicht meinen könnte: ich freue mich dennoch darauf, meine Projekte hier auch einfach mitnehmen zu können und alles uneingeschränkt zu Hause zur Verfügung zu haben, wenn abends noch Dinge zu erledigen sind.


📰 News der Woche

🧠 KI macht müde

Forscher der University of California und der Boston Consulting Group haben in einer Studie mit knapp 1.500 Vollzeitkräften ein Phänomen beschrieben, das sie "AI Brain Fry" nennen: 14 Prozent der Befragten leiden unter akuter geistiger Erschöpfung - nicht trotz KI-Nutzung, sondern wegen ihr.

Zu viele Tools gleichzeitig, zu viel Kontrolle, zu viel Kontextwechsel. Das Ergebnis: mentaler Nebel, Kopfschmerzen, verlangsamte Entscheidungen. Besonders betroffen waren ausgerechnet diejenigen, die besonders viel leisten wollen. (via t3n)

Community News

🎤 Umfrage der letzten Ausgabe

Hast du den erweiterten Datenschutz für iCloud bei dir aktiviert?

Kommentare:

„Ich bin kurz davor es umzusetzen, Passworts benutze ich mittlerweile nur als Passkeys“
„Nein, ich sehe das aber auch bewusst mit allen Risiken eher locker."
"Ich benutze keine Cloud, die Daten bleiben bei mir"

In der neuen Umfrage der Woche möchte ich von dir wissen: Mit dem MacBook Neo gibt es erstmals ein MacBook zum Einsteigerpreis (ab 699 EUR). Interessant für dich?


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