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Meta bringt das Tamagotchi zurück - aber jetzt beobachtet es dich 👀
Dass der Mond für Ebbe und Flut sorgt, ist bekannt. Dass er auch meinen YouTube-Kanal beeinflusst, war eine neue Erfahrung, die ich diese Woche machte (keine Angst, es wird nicht esoterisch).
Außerdem: Meine erste Woche mit dem iPhone 18 Pro und welche Neuerungen tatsächlich einen Unterschied machen. Und: Meta holt mit einer Art KI-Tamagotchi etwas aus der 90er-Mottenkiste zurück, auf das niemand gewartet hat.
🌜 Wie der Mond meinen YouTube-Kanal beeinflusst
Wie du sicher weißt, haben meine Videos nicht selten eine Werbeintegration von einem Sponsor. So auch das Video, das eigentlich für dieses Wochenende geplant war. Es handelt sich dabei um einen Hersteller von iPhone-Zubehör, der aus China stammt.
Nun ist die Zusammenarbeit mit chinesischen Firmen in der Regel ausgesprochen reibungslos. Sie sind zwar durchaus fordernd, dafür antworten sie schnell und sind in einem positiven Sinn zielorientiert.
Am Freitag jedoch blieb jede Antwort von meinen Partnern aus. Zunächst sagte ich noch halb im Scherz zu meinem Cutter, dass vielleicht ein Feiertag in China ist. Als dann auch am späten Nachmittag noch immer keine Antwort kam, fragte ich Google. Und siehe da:
Das Mondfest kam meiner Video-Planung in die Quere.
Chinesen nehmen ihre Feiertage sehr ernst, das durfte ich selbst einmal rund um das chinesische Neujahr erleben. Zum Mondfest, das mir bisher kein großer Begriff war, ruht die Arbeit 3 Tage lang. Und damit wohl auch leider mein fertig produziertes Video. Denn ohne Freigabe vom Sponsor kann ich es nicht live stellen.
Mein Video erscheint deshalb voraussichtlich erst am Montag. Ich mache aus der Not eine Tugend und du erfährst in diesem Newsletter zuerst meine Einschätzung zum iPhone 18 Pro, bevor die Zuschauer auf YouTube an der Reihe sind:
📱 Erste Woche mit dem iPhone 18 Pro: Wo Apple übertreibt
Letztes Jahr beim iPhone 17 Pro überraschten mich zum einen das höhere Gewicht des Geräts gegenüber meinem iPhone 15 Pro und auch die recht starke Kopflastigkeit.
Beim 18 Pro kommen noch einmal 7 Gramm hinzu, was man im direkten Vergleich durchaus merkt. Immerhin ist dieses zusätzliche Gewicht nicht ausschließlich in die überarbeitete Kamera gewandert. Das 18 Pro liegt genauso in der Hand wie das 17 Pro - es ist also nicht besser, aber immerhin auch nicht schlimmer geworden.
Der Akku: 5 Prozentpunkte besser in 4 Stunden
Apple verspricht, das 18 Pro halte so lange durch wie ein 17 Pro Max. Ich wollte nachmessen, was das konkret im Vergleich zu früheren Modellen bedeutet:
Im ersten Versuch lud ich meine 3 Geräte (15 Pro, 17 Pro und 18 Pro) auf jeweils 50% und ließ eine halbe Stunde YouTube-Videos bei höchster Helligkeit laufen.
Ergebnis: Das 15 Pro verlor 8 Prozentpunkte, beim 17 Pro und beim 18 Pro tat sich hingegen wenig: 48% bzw. 49% Ladung waren noch übrig. Mein Test war schlicht zu kurz.
Also startete ich einen zweiten Durchgang über 4 Stunden, diesmal ab 80%. Am Ende stand das 17 Pro bei 54%, das 18 Pro bei 59%.
Sprich: Das 18 Pro hält in der Tat länger durch, bei einem neuen Akku darf man das aber auch erwarten. Ein frischer 17 Pro-Akku hätte vermutlich 2-3 Prozentpunkte mehr gehabt als meiner. Den angekündigten Riesensprung konnte ich hier jedenfalls nicht feststellen.
In 12,5 Minuten auf 50%
Anders beim Schnellladen: Ich steckte alle 3 Geräte bei 10% ans Ladegerät und stoppte, wie schnell sie 50% erreichen. Das Schnellladen ist hilfreich, wenn man viel unterwegs ist und nur kurz eine Steckdose hat, um es zwischendrin wieder aufzuladen.
Das 18 Pro war nach rund 12,5 Minuten auf 50% geladen, das 17 Pro stand zum selben Zeitpunkt erst bei 43%.
Schnellladetest: 18 Pro deutlich vor 17 Pro
Das 15 Pro brauchte für die 50% knapp 20 Minuten.
Das klingt jetzt vielleicht nicht nach so viel, aber wenn man wenig Zeit hat, können 7,5 Minuten schon einen Unterschied machen.
Die Kamera: Mehr Möglichkeiten bedeuten nicht automatisch bessere Fotos
Was die Kameraspezifikationen angeht, hat sich beim 18 Pro gegenüber dem 17 Pro nicht viel geändert. 3 Objektive mit je 48 Megapixeln und derselbe Sensor wie im Vorgänger.
Das heißt aber nicht, dass die Fotos automatisch genauso aussehen, schließlich wird stets an der Software gefeilt.
In meinen Testbildern erschien mir die Aufnahme des 18 Pro einen Tick plastischer und lebendiger. Man muss die Fotos allerdings schon direkt nebeneinander vergleichen, um den Unterschied zu sehen.
Gegenüber dem 15 Pro ist der Fortschritt dagegen ohne Lupe zu erkennen: mehr Details, kräftigere Farben.
Neu ist die variable Blende, also der Mechanismus, der bestimmt, wie viel Licht auf den Sensor fällt. Beim 17 Pro ist sie fest, beim 18 Pro stehen 4 Stufen zur Wahl, von f/1,48 bis f/4. Einen starken Schärfentiefe-Effekt wie mit einer großen Kamera bekommt man damit jedoch nicht, dafür ist der Sensor im iPhone zu klein. Mir ist außerdem aufgefallen, dass die neue offenste Blendeneinstellung von der Automatik nur selten gewählt wird, selbst wenn das Motiv eigentlich zu dunkel ist.
Dazu kommen die Pro Controls, neue Einstellungsmöglichkeiten für die Kamera-App. Der Name ist Programm: Man kann den Fokus jetzt manuell bestimmen, außerdem lassen sich Verschlusszeit und Weißabgleich regeln, und oben links zeigt eine kleine Helligkeitskurve (das Histogramm) schon vor dem Auslösen, ob das Bild zu hell oder zu dunkel wird. Stark finde ich die neue Fokusverfolgung: Auch wenn Motive zwischendurch aus dem Bildbereich verschwinden, erkennt die KI sie sofort, wenn sie das Bild wieder betreten, und stellt auf sie scharf.
Deine Fotos werden durch all das jedoch nicht automatisch besser. Wer hier ohne Plan agiert, bekommt schlechtere Bilder als mit der Automatik. Daher bin ich mir nicht sicher, wie viele Nutzer diese neuen Bedienmöglichkeiten im Alltag tatsächlich verwenden werden.
Man muss genau hinsehen, um die Unterschiede bei der Schärfentiefe zu erkennen. Aber es gibt sie.
Das ist schlechter als vorher
Ich nutze ja die Diktierfunktion des iPhones sehr häufig. Ich würde vermuten, circa 80% meiner Eingaben geschehen inzwischen darüber. Daher fiel mir auch relativ schnell auf - und das überraschte mich wirklich - dass die Spracherkennung beim iPhone 18 Pro schlechter ist als die beim 17 Pro. Ich konnte das auch ohne große Mühe sofort in einem Test sichtbar machen. Hier derselbe Satz bei aktivierter Diktierfunktion auf beiden Geräten (gleichzeitig erfasst):
links iPhone 17 Pro, rechts 18 Pro: Komplette Wörter werden einfach nicht erkannt.
Während sich andere mit eingefrorenen iPhone 18 Pro bei Face-ID-Abfragen herumplagen, habe ich in erster Linie dieses Problem und hoffe, dass Apple das mit dem nächsten Software-Update behebt.
Alle weiteren Infos zu meinen Tests und eine Kaufempfehlung gibt es dann im Video.
Wann hast du die Kurzbefehle-App auf deinem iPhone zuletzt genutzt? Ist das schon länger her? Das kann ich verstehen, denn auch ich habe bei komplexeren Kurzbefehlen oft nur Fragezeichen auf der Stirn. Mit iOS 27 beschreibst du deinen Kurzbefehl jetzt in natürlicher Sprache, das iPhone erstellt ihn automatisch für dich. Voraussetzung: ein iPhone mit Apple Intelligence, also ein iPhone 15 Pro oder neuer.
In diesem Video zeige ich dir an sechs Beispielen, wie leicht du jetzt Kurzbefehle erstellst, was es sonst noch Neues in der App gibt und wo es noch hakt.
👽 Meta bringt das Tamagotchi zurück - natürlich mit KI
Am Mittwoch hielt Meta seine große Jahresshow ab, die Connect. Neben den erwartbaren neuen KI-Brillen zog dabei besonders ein Gerät die Aufmerksamkeit auf sich.
Es heißt Muse Charm, ist etwa so groß wie ein Schlüsselanhänger und hat ein Display von zwei Zoll. Man hängt es sich an den Schlüssel oder um den Hals. Auf dem Bildschirm sieht man eine kleine Figur namens Jolly.
Die halbe Fachpresse zog sofort denselben Vergleich: Meta holt das Tamagotchi aus der 90er-Jahre-Mottenkiste.
Nur will dieses Ei nicht gefüttert werden. Es soll für dich arbeiten.
Im Charm steckt Muse, Metas KI-Assistent. Der Unterschied zu einem Chatbot: Ein Chatbot antwortet nur. Dieser Assistent kauft für dich ein.
Meta hat dafür Händler wie Walmart, Best Buy und Gap angebunden. Der Agent soll Termine machen, Reisen buchen, Formulare ausfüllen, E-Mails schreiben. Er bekommt sogar seine eigene E-Mail-Adresse.
Damit nicht genug: Das Gerät hat Mikrofone, eine eigene Mobilfunkverbindung und zwei Kameras. Damit soll Muse sehen können, was du siehst. Man hängt sich also ein Gerät um den Hals, das hört, sieht und stets online ist. Was soll dabei schon schiefgehen...? Manchmal frage ich mich ja, ob das Wort Datenschutz in den USA gar keine Bedeutung hat.
Im Dezember soll Charm in den Handel kommen, einen Preis hat Meta noch nicht genannt. Muse (die Software, die künftig auch in den Meta-Brillen steckt) gibt es bisher nur in den USA. Doch die Auswirkungen bekam die britische Band mit gleichem Namen bereits zu spüren: Nach persönlicher Absprache mit Mark Zuckerberg stimmte die Band einer Änderung ihres Instagram-Nutzernamens von @muse in @museband zu (hoffentlich für entsprechende Entschädigung).
Ironie der Geschichte: Ein zentrales Thema in den Texten der Band Muse ist die Überwachung durch Algorithmen und KI.
Bitte nicht verwechseln: Oben Muse Charm mit Maskottchen Jolly (Bild: Meta), unten die Band Muse.
Meine Einschätzung: Zum Glück floppen die meisten Projekte von Meta in schöner Regelmäßigkeit (Metaverse, Digitalwährung Libra, Quest-Pro-Brille) und davon gehe ich auch hier aus. Dazu kommt: Zwei ähnliche Geräte, der Humane AI Pin und der Rabbit R1, sind in den letzten Jahren krachend gescheitert. Es ist also gut möglich, dass wir in zwei Jahren über den Muse Charm so reden wie über diese kurzlebigen Hype-Produkte.
ARD und ZDF legten am Montag ihre Medienstudie 2026 vor. Demnach nutzen 59% der Menschen ab 14 Jahren zumindest gelegentlich KI.
Bemerkenswert ist die große Kluft zwischen den Altersgruppen: Von den 14- bis 29-Jährigen nutzen 92% KI, bei den Menschen ab 70 sind es gerade einmal 15%.
Meine Einschätzung: Wer Siri etwas fragt oder eine Sprachnachricht in Text umwandeln lässt, nutzt längst KI, ohne es vielleicht zu wissen. Die 15% sind daher vermutlich Personen, die KI bewusst in Form eines Werkzeugs wie ChatGPT verwenden. Dennoch zeigt die Studie, welch großen Unterschied es zwischen den Generationen bei der Akzeptanz künstlicher Intelligenz gibt.
Am 22. September stellte Anthropic sein neues Modell Claude Opus 5.5 vor. Es soll bei vielen Aufgaben das Niveau des aktuell leistungsstärksten - und deutlich teureren - Modells Fable 5.1 erreichen.
Noch am selben Tag zog OpenAI mit 2 neuen Modellen nach, Sol und Luna. Das kleinere Modell Luna bekommen auch Nutzer der kostenlosen ChatGPT-Version, allerdings nur in der Desktop-App für den Computer. Opus 5.5 gibt es dagegen nur im Bezahl-Abo, ich nutze es bereits.
Spannender als die neuen Modelle, die gefühlt immer häufiger kommen: Claude erlaubt jetzt das Erstellen sogenannter „Claude Docs“. Damit bekommst du eine Textverarbeitungsoberfläche, ähnlich wie Google Docs, und kannst gemeinsam mit Claude an deinen Texten arbeiten. Die Funktion ist noch in der Testphase und steht zunächst nur in den Bezahl-Abos Pro und Max zur Verfügung, die kostenlose Version soll sie später bekommen.
Claude Docs korrigiert Rechtschreibung und kürzt Texte auf Wunsch - live in der Textverarbeitung.
Das bedeutet in erster Linie mehr Bedienungskomfort, denn bislang konnte Claude ja nur in Dateien schreiben und so war z.B. die Rechtschreibkorrektur immer etwas umständlich. Für diese Ausgabe verwende ich die Claude-Docs-Funktion zum ersten Mal und sie funktionierte sehr gut.
Siri AI fehlt zunächst in der EU: Wem glaubst du im Streit zwischen Apple und der EU-Kommission?
Kommentare:
„Apple ist in China, Russland, VAE sehr gut in der Lage, sich einfach an deren Gesetze zu halten. Warum glauben die, dass sie sich in Europa eine Sonderlocke verdient hätten?“
„Vielleicht hätten wir ohne die EU immer noch Kein USB C am iPhone .?“
„Ich feiere eigentlich, dass Apple sein eigenes Ökosystem hat und dass die Daten von den Usern sicher sind. Auch ich hätte mich über Siri AI gefreut. Aber wie heißt es so schön? Was man nicht hat, kann man nicht vermissen.“
iOS 27 ist nun schon seit fast zwei Wochen veröffentlicht. In der neuen Umfrage der Woche möchte ich wissen: Welches Betriebssystem läuft gerade auf deinem iPhone?
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