Photoshop gibt's jetzt gratis (von KI nachgebaut)


neumann.digital - Digitaler Wochenrückblick #109 (im Browser ansehen)

Liebe/r Reader,

mehr Möglichkeiten bedeuten nicht automatisch bessere Ergebnisse. Das merkte ich in dieser Woche, die mich einigermaßen erschöpft zurückließ.

Außerdem: Apple stellte am Dienstag drei neue Geräte fürs Zuhause vor. Ich sage: Dieser Launch ging gründlich daneben. Und: Jemand hat mit KI Photoshop und andere Programme von Adobe nachgebaut.

🧘 Weniger Multitasking, mehr Zen

Mit dem neuen Claude Max KI-Abo, von dem ich dir in der letzten Ausgabe erzählte, stehen mir so viele Möglichkeiten offen wie nie zuvor. Für jede Idee lässt sich sofort ein neuer Chat öffnen, und das tat ich auch. So arbeitete ich an gefühlt zwölf Projekten gleichzeitig, hatte am Abend aber das Gefühl, nirgendwo so richtig weitergekommen zu sein.

Mit zunehmendem Alter merke ich, dass ich Dinge lieber einfach gestalte und mich von komplexen Systemen verabschieden möchte (gilt auch für meine Geldanlage, aber das ist ein anderes Thema).

Drölf Dutzend Chats mit Claude helfen dabei nicht unbedingt. Deshalb möchte ich in Zukunft als Leitlinie für „meine“ KI die Einfachheit in den Vordergrund rücken. Ich bin gespannt, ob es gelingt.

Wie hältst du es: Bringst du lieber eine Sache zu Ende, bevor du die nächste beginnst, oder hast du stets mehrere Projekte laufen?

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Drei Monate ohne Wohnungsschlüssel 😮

Nein, ich bin nicht vor die Tür gesetzt worden. Ich brauche meinen Schlüssel einfach nicht mehr. Stattdessen öffne ich unsere Tür dank des Smart Lock Ultra der österreichischen Firma Nuki einfach mit meinem iPhone.

Auch meine Frau hat sich die Nuki-App nach anfänglicher Skepsis installiert und benutzt die mitgelieferten physischen Schlüssel nicht mehr.

Nachts sperrt das Smart Lock die Wohnungstür in einem leisen Modus ab, der unseren Sohn nicht aufweckt. Und wenn wir frühmorgens zur Arbeit müssen, nimmt uns die Auto-Lock-Funktion das Abschließen ab.

Für die Installation musste ich nichts bohren, nur den Zylinder tauschen. Das Pro-Modell von Nuki funktioniert sogar ganz ohne Zylinderwechsel. Deshalb können nicht nur Eigentümer, sondern auch Mieter die in Europa gefertigten Smart Locks von Nuki nutzen.

Wenn auch du ein Leben ohne Schlüssel(suche) führen möchtest, bekommst du das Nuki Smart Lock Pro oder Smart Lock Ultra mit meinem Code neumann.digital jetzt 15% günstiger.

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🏠 3 neue Apple-Geräte, aber wenig Grund zum Kauf

Am Dienstag stellte Apple wie erwartet drei neue Geräte fürs Zuhause vor: die Heimzentrale HomeView, ein neues Apple TV 4K und den HomePod mini 2. Dazu kommt eine ganze Reihe Zubehör von LG und Schneider Electric, etwa Kameras, eine Türklingel und ein Türschloss.

Ich sage: Diesen Launch hat Apple gründlich versemmelt.

Und damit meine ich nicht, dass HomeView, der einzige neue Gerätetyp, wegen der fehlenden Siri AI bei uns gar nicht erhältlich ist. Das war fast zu erwarten. Aber der Reihe nach:

Der HomePod mini 2 ist vor allem dazu gedacht, die neue Siri dauerhaft ins Wohnzimmer zu bringen, doch Siri AI kommt darauf auch in den USA erst „mit einem künftigen Software-Update“. Wann das sein wird, sagt das Unternehmen nicht. Da wurde bei Apple ganz offensichtlich eine wichtige Deadline gerissen.

Hinzu kommt, dass der HomePod mini 2 wenig Neues bringt: gleiche Form, ein neuer Chip, ein Lichteffekt auf der Oberseite. Dafür aber ein stolzer Preis von 169 Euro. In den Handel kommt er am 30. Oktober.

Das neue Apple TV 4K (349 Euro, erhältlich ab 13. November) braucht man ebenfalls nicht unbedingt, denn ältere Modelle ab 2021 bekommen die Software-Neuerungen automatisch per Update. Es gibt also wenig Gründe, hier zuzugreifen, selbst außerhalb der EU.

Bei HomeView, einem 7-Zoll-Bildschirm mit Kamera für 299 Dollar, der das Smart Home steuert und wohl besonders für unkomplizierte FaceTime-Videoanrufe gedacht ist, greift der nun schon altbekannte Streit zwischen Apple und Brüssel um das EU-Gesetz für digitale Märkte (DMA), weshalb Apple sich dazu entschieden hat, das Gerät bei uns nicht zu veröffentlichen. Übrigens schaut bei HomeView auch die Schweiz in die Röhre, Gründe dafür nannte Apple nicht.

Apple hat immerhin Gelegenheit, diesen Fehlgriff noch in diesem Monat etwas auszubügeln, denn die nächsten Produktveröffentlichungen stehen bereits für den 27. und 28. Oktober an. Dann lädt Apple Presse und Content Creator nach Los Angeles ein und stellt voraussichtlich neue Macs und ein neues iPad mini vor.

Quellen: Macwelt, Apple Newsroom, heise online, Cult of Mac, 9to5Mac, Tagesanzeiger​


💰 Neuer Spartrend bei KI?

Ausgerechnet Accenture spart in Zukunft bei der KI. Das Beratungsunternehmen verdient gut daran, anderen Firmen den Einstieg in die künstliche Intelligenz zu verkaufen. Den eigenen Mitarbeitern zahlt es für Claude jetzt jedoch nur noch 29 Dollar im Monat pro Person. Manche von ihnen gaben bisher bis zu 1.000 Dollar dafür aus.

Zeichnet sich hier vielleicht ein neuer Trend ab? In manchen Firmen galt ein hoher Verbrauch, das sogenannte „Token-Maxing“, zuletzt geradezu als Auszeichnung und Inbegriff der Fortschrittlichkeit. Diese Zeit scheint vorbei.

Laut dem US-Branchendienst The Information liefen im dritten Quartal nur noch 14% der KI-Nutzung über die Plattform OpenRouter durch die zehn stärksten verfügbaren Modelle, Anfang 2025 waren es noch 55%. Unternehmen setzen die teuren Spitzenmodelle zunehmend dosiert ein.

Daraus zu schließen, dass auch die kostenlosen Modelle für viele Fragen reichen, wäre allerdings voreilig: Am Freitagabend fragte ich Googles KI-Suche nach Ideen für neue Kneipen im Belgischen Viertel in Köln, da ich am Samstagabend ausgehen wollte. Die KI verortete kurzerhand tatsächlich existierende Kölner Bars im Belgischen Viertel - obwohl sie in ganz anderen Stadtvierteln liegen. Die Adressen waren einfach ausgedacht.

Meine Einschätzung: Es lohnt sich sicher, vor jeder Aufgabe einmal kurz zu überlegen, ob es nicht auch ein günstigeres Modell tut. Die Antworten kostenloser KI-Versionen würde ich aber immer mit Vorsicht genießen. Sonst kann auch Schlimmeres passieren, als eine Kneipe an einem Ort zu suchen, an dem sie gar nicht ist.

Quellen: 404 Media, The Information​


🎥 Meine Veröffentlichungen der letzten Tage

​Apple Passwörter-App: Ich lag falsch!​

Schreibst du deine Passwörter noch auf Zettel oder nutzt du immer dieselben drei? Dafür gibt es keine Ausrede mehr, denn den einfachsten Passwortmanager hast du bereits auf deinem iPhone. In diesem Video zeige ich dir, wie du Apples Passwörter-App einrichtest und im Alltag nutzt: vom automatischen Ausfüllen über starke Passwörter und die Sicherheitsprüfung bis zu 2FA-Codes, Passkeys und dem schnellen Teilen des WLAN-Passworts.


​iPhone Kindersicherung (iOS 27): Das alles ist neu!​

Mit iOS 27 hat Apple die Kindersicherung gründlich überarbeitet: Die Einstellungsmöglichkeiten sind jetzt wesentlich detaillierter, was aber auch verwirren kann. In diesem Video zeige ich dir, wie du ein Kinderkonto anlegst, die neuen Funktionen einrichtest und Anfragen deines Kindes freigibst. Und du erfährst, wo es bei meinem Test noch hakte.


📰 News der Woche

📱 iPhone Duo: Unerwartet hohe Nachfrage

Am Freitag startete Apple die Vorbestellungen für das faltbare iPhone Duo, und die Nachfrage übertraf offenbar alle Erwartungen: In Deutschland rutschten die Liefertermine auf Apples Website schon nach rund zwei Stunden bis in den Januar (offiziell kommt das Duo am 23. Oktober in den Handel).

Amazon schloss die Vorbestellungen, Apple selbst spricht von einer „außergewöhnlichen“ Nachfrage. Bei eBay versuchen Verkäufer ihr Glück mit Angeboten von 5.999 EUR für das Basismodell.

Selbst große Namen gingen leer aus: Das Portal Apple Hub mit über einer Million Followern bekam nach eigenen Angaben zum ersten Mal kein iPhone zum Verkaufsstart und muss bis Dezember warten.

Quellen: iphone-ticker.de, Macerkopf​

🎨 Photoshop und Co. wurden mit KI nachgebaut

Letzte Woche schrieb ich noch, dass KI die einst riesigen Burggräben von Unternehmen wie Microsoft oder Adobe gerade in rasender Geschwindigkeit zuschüttet. Und hier ist auch schon der Beweis: Der Entwickler Brandon Thomas baute mit Hilfe von Claude Opus 5.5 sieben Adobe-Programme nach, darunter Photoshop, Illustrator, Premiere und Acrobat. Sein Projekt heißt ArtCraft, ist kostenlos und quelloffen und läuft unter Windows, macOS und Linux.

Dabei handelt es sich nicht um eine geknackte Version. Laut Thomas sah sich die KI nur öffentliche Dateiformate und das Verhalten der Programme an und baute sie dann von außen nach, ohne Adobes Code zu kopieren. Ob Adobe dagegen vorgehen kann, ist deshalb unklar. Eine Klage ist bislang nicht bekannt.

Der Photoshop-Nachbau trägt den Status „frühe Alpha“, Schätzungen sehen ihn erst bei 25 bis 35% des Originals. Trotzdem sammelten die sieben Programme in acht Tagen über 42.000 Sterne auf der Entwicklerplattform GitHub.

Meine Einschätzung: Das ist die neue Software-Realität für Unternehmen, selbst wenn ArtCraft aktuell noch kein Ersatz für Profis ist. Und auch wenn der Begriff Raubkopie hier vielleicht nicht 100% zutrifft: Adobe hat Jahrzehnte in die Entwicklung seiner Programme gesteckt. Ohne diese Vorlage hätte die KI ihr Programm sicher nicht erstellen können. Ich bin gespannt, wie solche KI-Nachbauten in Zukunft juristisch gesehen werden.

Quelle: Phoronix​

Community News

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Kommentare:

„Nach etwa 6 Monaten Testphase mit der kostenlosen Version von Chat-GPT, bei der ich ständig an Grenzen mit Wartezeit stieß, darf es jetzt ein Abo sein. Ich nutze Chat-GPT für ausführliche (vor-)Recherche, Unterstützung bei IT-Aufgaben, Training für immer komplexere Aufgaben mit meinem RasPi, Entwurf von Korrespondenz, Erstellung von Arbeitsblättern und Vorlagen zur Erklärung komplexer Sachverhalte mit Kunden, um nur einige Beispiele zu nennen.“
„In einzelnen Bereichen kann sie recht hilfreich sein. In anderen Bereichen, in denen ich sie teste und mich selbst als Experte bezeichnen darf, finde ich die Leistung aller von mir getesteten KI extrem schwach. Wo ich sehr angetan bin, sind die Erstellung und Überarbeitung von grafischen Inhalten, die mich ansonsten teilweise Stunden kosten würde.“
„Ich nutze KI zwar gern, aber die Nutzung ist nicht so umfangreich, dass sich ein Abo annähernd lohnen würde. Grundsätzlich stehe ich Abos skeptisch gegenüber und greife nur darauf zurück, wenn es wirklich notwendig ist.“

Diese Woche möchte ich von dir wissen: Welches der drei neu vorgestellten Apple-Geräte für Zuhause reizt dich am ehesten?


Liebe/r Reader

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