Darum solltest du iOS 26.6 installieren (ein ungewohnter Grund)


neumann.digital - digitaler Wochenrückblick #98 (im Browser ansehen)

Liebe/r Reader,

👾 Grüße aus der digitalen Welt!
Der Digitale Wochenrückblick meldet sich zurück (yay!)

Hast du ihn ein kleines bisschen vermisst? Vier Wochen war auf meinen Kanälen Funkstille, das gab es in dieser Form bisher noch nicht. Warum das so war, erzähle ich dir gleich. Danach wird es unheimlich: Ein OpenAI-Modell ist „ausgebrochen“. Droht uns jetzt eine Skynet-Zukunft wie im Film „Terminator“?

🏖️ Erholung vom Urlaub

Diesen Sommer wollte ich richtig Urlaub machen, das hatte ich mir von Anfang an vorgenommen. Dass jedoch am Ende weder ein Newsletter noch ein einziges Kurzvideo entsteht, war so nicht unbedingt geplant. Dennoch fühlte ich mich nach der Ankunft zu Hause nicht besonders erholt.

Das hatte vor allem zwei Gründe:

Zum einen die Hitze. Entweder habe ich die früher besser vertragen oder es ist einfach noch heißer geworden. Oder beides. Aber da Jammern über das Wetter wirklich nicht mein Ding ist, schnell zum wesentlicheren Punkt:

Bei der Auswahl der Ferienwohnungen hatte ich - zum gefühlt ersten Mal - kein glückliches Händchen.

Bei der Buchung der ersten Wohnung übersah ich, dass sie keine Klimaanlage hat. Ich hatte das in Spanien einfach als selbstverständlich vorausgesetzt. Ungünstig, wenn das Thermometer tagsüber an den 40 Grad kratzt. Das Apartment nebst Ausblick waren zwar wirklich schön, wenn man sich nachts jedoch nur im eigenen Schweiß wälzt, hilft das wenig.

Der zweite Aufenthalt war dann das eigentliche Drama: Erstmals mussten wir eine Airbnb-Wohnung vorzeitig verlassen. Bei unserer Ankunft roch alles nach nassem Hund, Tierhaare zierten das gesamte Mobiliar. Aus der Dusche kam übler Kanalisationsgeruch. Und der Filter der Klimaanlage war offenbar auch schon lange nicht mehr gereinigt worden. Bei dieser sehr speziellen Geruchskomposition konnte man nichts wirklich genießen, an Kochen war erst gar nicht zu denken.

Dazu kam ein toxischer Gastgeber, wie ich ihn noch nie erlebt habe. Ein Newsletter ist wahrscheinlich nicht das richtige Forum dafür. Daher nur so viel: Die 3 Tage dort boten genug Stoff für abendfüllende Geschichten.

Als ich nach dem Rückflug in Köln/Bonn aus dem Flugzeug stieg, war der Himmel bedeckt bei gerade mal 20 Grad. Nie habe ich deutsches Wetter so sehr geliebt. 😅

Seit einer Woche sind wir nun wieder in Köln und ich nutzte die ersten Tage, um mich ein wenig vom Urlaub zu erholen.

Bevor es an neue Videos geht, habe ich erstmal Liegengebliebenes abgearbeitet. Und geschaut, was die KI in meiner Abwesenheit alles Neues gelernt hat. Benutzt habe ich sie im Urlaub natürlich auch. Bei der Auseinandersetzung mit unserem Gastgeber leistete mir Claude z.B. sehr gute Dienste dabei, meine Antworten „salonfähig“ zu machen.

Was das derzeit stärkste Claude-Modell Fable 5 zu leisten in der Lage ist, zeige ich dir weiter unten anhand eines kleinen unterhaltsamen Experiments.

Wie verlief dein Sommer bisher? Schreib mir gerne, ob du schon weg warst und wie es dir ergangen ist.


🤖 Der „KI-Ausbruch“: Wann kommt der Terminator?

Es war DAS Aufregerthema der Woche: Mitte Juli hat OpenAI sein Modell GPT-5.6 Sol in einem internen Sicherheitstest geprüft. Das Modell büxte aus seiner abgesicherten Umgebung aus, verschaffte sich Zugang zum Internet und griff die Produktionssysteme der KI-Plattform Hugging Face an. Sam Altman (CEO von OpenAI) machte den Vorfall ca. eine Woche später öffentlich.

Hier der auch auf Deutsch verfügbare Blogpost von OpenAI.

Die Story eignet sich hervorragend für ein Terminator-Narrativ: Schaut der T-800 oder der T-1000 schon bald bei uns vorbei, gesandt von einer bösartigen Skynet-KI der Zukunft?

Schaut man etwas genauer, ist dann doch nicht ganz so viel Science-Fiction-Stoff drin, wie es zunächst scheint. Die Modelle wurden gezielt darauf programmiert, alles zu tun, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Von einem eigenen Willen kann daher keine Rede sein.

Von einer reinen PR-Story, wie es manche vermuteten, darf man jedoch auch nicht ausgehen, denn das angegriffene Unternehmen Hugging Face berichtete bereits vor OpenAI davon, dass sich eine fremde KI in ihre Systeme gehackt hatte.

Beunruhigend ist, dass es dem Modell gelungen ist, aus der „Sandbox“ (der abgesicherten Testumgebung) zu entkommen, indem es bisher unbekannte Schwachstellen der Schutzsoftware fand und ausnutzte.

Einen ironischen Twist hat die Geschichte auch: Für die Forensik, also die Aufklärung, wie die OpenAI-KI überhaupt eindringen konnte, musste Hugging Face eine chinesische KI heranziehen. Der Grund: US-amerikanische Modelle verweigerten die Mitarbeit, weil ihre Cyber-Security-Funktionen abgeschaltet wurden, damit diese nicht missbraucht werden. Da sieht man, was für ein Katz-und-Maus-Spiel die Cyber-Sicherheit ist.

Eine neue Handlungsaufforderung an normale Nutzer entsteht durch den Fall nicht. Auf der Hut sein sollte man bei seinen eigenen Konten sowieso immer. Aber der Fall zeigt, wie anfällig die Computernetzwerke und -systeme sind, auf die wir alle angewiesen sind. Ich wüsste nicht, was der/die Einzelne hier zusätzlich tun könnte, um sich zu schützen. Man kann im Grunde nur hoffen, dass nichts Schlimmeres passiert.


🍎 Darum solltest du iOS 26.6 installieren (ein besonderer Grund)

Apple hat diese Woche den Release Candidate von iOS 26.6 bereitgestellt. Das ist die jeweils letzte Testversion vor der finalen Veröffentlichung eines Updates. In den kommenden Tagen dürfte das Update für alle erscheinen.

Von den Funktionen her wäre das keine Meldung wert. Enthalten sind hauptsächlich Fehlerbehebungen und Sicherheitsupdates. Die empfehle ich dir ohnehin immer zu installieren.

Diesmal kommt aber ein neuer Grund hinzu: In den Release Notes schreibt Apple, dass iOS 26.6 den Spotlight-Index optimiert, um dein iPhone auf iOS 27 vorzubereiten. Spotlight ist die Suche auf deinem iPhone, die du mit dem Wischen nach unten auf dem Homebildschirm aufrufst. Damit sie funktioniert, muss dein iPhone alle Inhalte einmal durchgehen und in ein Verzeichnis eintragen („Indexieren“).

Die neue Siri in iOS 27 benötigt dieses Verzeichnis in einer anderen Form als bisher. Deshalb muss dein iPhone mit dem kommenden Betriebssystem alles neu durchsuchen. Und das dauert richtig lange. Bei meinem Testgerät mit der Beta von iOS 27 war es gut und gerne eine Woche.

Meine Empfehlung: Installiere iOS 26.6, sobald es verfügbar ist. Dann werkelt dein iPhone im Hintergrund an der Indexierung und der Umstieg auf iOS 27 geht danach flotter. Falls dein Akku in der Zeit nach dem Update auf 26.6 schneller leer wird, weißt du jetzt schon, woran es liegt.


🃏 Experiment: Minispiel aus nur 2 KI-Befehlen

KI-Modelle lernen in atemberaubender Geschwindigkeit hinzu. Dinge, die vor einem Jahr noch unmöglich schienen, sind heute keine große Herausforderung mehr. Das kommt mir bei meiner Arbeit entgegen, aber ich weiß auch, dass viele Menschen noch sehr damit fremdeln.

Um zu testen, was möglich ist, habe ich gestern kurz vorm Erstellen dieser Ausgabe ein Minispiel vom aktuell fähigsten Claude-Modell Fable 5 erstellen lassen - abgestimmt auf meine Inhalte.

Herausgekommen ist ein Apple-Quartett mit zwölf bekannten Geräten des Unternehmens, vom Apple II aus dem Jahr 1977 bis zur Vision Pro. Genau wie beim Quartett in der großen Pause auf dem Schulhof vergleichst du hier Erscheinungsjahr, Startpreis, Gewicht und Kultfaktor der Produkte.


Für die Erstellung benötigte die KI nur zwei Befehle von mir, dann war das Spiel bereits in der Form, die du hier siehst.

Vorsicht: Der Computergegner ist kein Kanonenfutter. In meinen ersten beiden Testrunden konnte ich ihn nicht besiegen. Überleg dir also gut, welchen Wert auf deiner Karte du spielst. Denn wenn der Computer einmal am Zug ist, sticht er deine Karten ruckzuck aus.

Fairerweise muss gesagt werden: Ich arbeite täglich mit Claude, daher kennt es meine Inhalte und meine Zielgruppe sehr genau. Und die Spielidee kam am Ende von mir, denn die ersten Vorschläge der KI fand ich eher schwach. Das Ergebnis ist dennoch beeindruckend.

Für Fable 5 benötigst du ein Claude-Abo und zusätzlich Guthaben in deinem Claude-Konto. Zum Start der nutzungsbasierten Abrechnung gab es eine Gutschrift von 85 US-Dollar von Anthropic. Die kann man gut gebrauchen, denn die Erstellung dieses kleinen Spiels kostete stolze 10 Euro Guthaben (bei nur 2 Befehlen!).

Für Allerweltsfragen solltest du das Modell daher auf keinen Fall verwenden. Für komplexe Ideen und Projekte ist es jedoch perfekt geeignet. Unter anderem hat mir Fable schon ein Creator-Cockpit für meine Videoplanung gebaut, das ich nun täglich nutze - dann natürlich mit einem günstigeren Modell.


📰 News der Woche

📱 WhatsApp-Betrug: Unbemerkte Konto-Übernahme

Das BSI warnt vor einer neuen Masche namens GhostPairing. Betrüger klinken sich dabei in ein fremdes WhatsApp-Konto ein, lesen alles mit und können im Namen des Opfers agieren. Dazu benötigen sie keinen Passwort-Diebstahl oder geknackte Bestätigungscodes.

Der Ablauf: Das Opfer bekommt eine Nachricht von einem Kontakt, dessen Konto bereits gekapert wurde. Meist mit einem Link und einem angeblichen Foto, das man sich anschauen soll. Der Link führt auf eine Fake-Seite im Facebook-Design, die das Opfer zur Bestätigung seiner Telefonnummer auffordert.

Die Seite löst dann den legitimen WhatsApp-Prozess „Mit Telefonnummer verknüpfen“ aus. Nun erhält das Opfer einen Code, den die Betrüger abfragen. Wird er übermittelt, haben die Kriminellen Zugang zum Konto. Es braucht also einiges an Mithilfe des Opfers, damit diese Masche funktioniert.

Danach bleibt scheinbar alles wie vorher, es gibt keinen sichtbaren Hinweis. Aber die Angreifer haben nun vollständigen Zugriff auf alle Chats und WhatsApp-Kontakte.

So prüfst du, welche Geräte mit deinem Konto verknüpft sind: Öffne WhatsApp, gehe in die Einstellungen und tippe auf „Verknüpfte Geräte“. Hier siehst du jedes Gerät, das mit deinem Konto verbunden ist. Kennst du eines davon nicht, melde es sofort ab.

Natürlich gilt: Gib nie deine WhatsApp-Telefonnummer aufgrund einer solchen Anfrage auf einer Website ein und gib schon gar nicht Bestätigungscodes für die Gerätekopplung an andere Personen weiter. Dann kann diese Masche unmöglich erfolgreich sein.

Mehr zum Thema: BSI, PC-WELT, mimikama


📊 ChatGPT erstmals unter 50% Marktanteil

Es gibt neue Zahlen zur weltweiten KI-Nutzung: Erstmals liegt ChatGPT dabei unter 50%. Google Gemini kommt inzwischen auf rund 28% und wächst weiter. Auch Claude holt stark auf.

Meine Einschätzung: Bei Gemini spielt Google seine Marktmacht aus. Ein Beispiel aus dieser Woche: Ich musste feststellen, dass die Gemini-App auf einmal automatisch mit meinem Mac startet, ohne dass ich das eingestellt hätte. Bereits vor ein paar Monaten machte die Nachricht die Runde, dass Google ungefragt ein 4 GB großes KI-Modell auf den Rechnern seiner Nutzer installiert.

Die Gemini-Zahlen sind daher aus meiner Sicht mit Vorsicht zu genießen. Unabhängig davon halte ich Claude nach wie vor für die klar beste der drei großen KIs. (via t3n)


💡 Tipp der Woche: Jetzt WhatsApp-Benutzernamen sichern

Bei WhatsApp gibt es eine erfreuliche Neuerung: du musst in Zukunft nicht mehr deine Telefonnummer preisgeben, um mit anderen zu chatten. Als Alternative werden Benutzernamen eingeführt.

Der Benutzername beginnt mit einem @-Zeichen und dieser wird bei allen angezeigt, die deine Telefonnummer nicht schon im Adressbuch haben.

Aktiv werden die Benutzernamen zwar erst in ein paar Monaten, reservieren kannst du dir deinen Namen aber schon jetzt. Jeder Name kann weltweit nur einmal vergeben werden. Ich habe mir meinen bereits gesichert.

So reservierst du deinen Benutzernamen: Tippe in WhatsApp unten rechts auf dein Profilbild und dann auf „Konto“ und hier auf „Benutzername“. Wähle deinen Namen aus und bestätige, um ihn zu reservieren. Als zusätzlichen Schutz kannst du festlegen, dass dich nur Nutzer kontaktieren können, die deinen persönlichen vierstelligen Zahlencode kennen, der dir in WhatsApp angezeigt wird. Du musst dich dann jedoch selbst darum kümmern, dass neue Kontakte diesen Code bekommen.

Der Vorteil der neuen Funktion: In großen Gruppen sehen Fremde deine Handynummer nicht mehr. Genau solche Gruppen nutzen Kriminelle bisher gerne, um an Nummern für Betrugsversuche zu kommen.

Wichtig zu wissen: Gegenüber WhatsApp und Meta bleibst du weiterhin mit deiner Handynummer registriert, anonym wirst du dadurch also nicht. Nutze außerdem ein Pseudonym und nicht deinen echten Vor- und Nachnamen. Wenn du denselben Namen wie auf Instagram oder Facebook wählst, erleichterst du es Meta, deine Profile miteinander zu verknüpfen. Wähle also besser unterschiedliche Benutzernamen für WhatsApp und Instagram. (via Verbraucherzentrale)


Community News

🎤 Umfrage der letzten Ausgabe

Lässt du dir zeitraubende Arbeitsschritte von KI-Werkzeugen wie ChatGPT oder Claude abnehmen?

Kommentare:

Ich verwende die KI nur als Informationsquelle bei der Lösung von IT-Probs.
Ich würde gerne komplexere Sachen erledigen. Es scheitert aber an der Präzisierung der Frage und damit der exakten Problemlösung.
„Erst gestern, um mit Claude eine Web-App erstellen zu lassen, welche den immer sehr eintönigen ersten Videoschnitt des Rohmaterials automatisiert. Am Ende erhalte ich für Final Cut eine fertig vorbereite Multicam-Datei.“

In der neuen Umfrage der Woche möchte ich von dir wissen, wie sehr dich der Gedanke beunruhigt, dass eine KI eigenmächtig fremde Systeme angreift.


Liebe/r Reader

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ein Mann auf der Kölner Schildergasse.

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