🍎 Der neue Apple-CEO sagt hallo (und sonst nichts)


neumann.digital - Digitaler Wochenrückblick #103 (im Browser ansehen)

Liebe/r Reader,

Ich bin gerade zurückgekehrt von einem Wochenendausflug zu einem Musikfestival.

Daher musste ich den Versand dieses Newsletters um einen Tag verschieben und die heutige Ausgabe fällt etwas kürzer aus als gewohnt.

📦 Mein Paket hängt im Zoll fest - wegen Temu und Shein

Ich freue mich generell ja sehr darüber, als „YouTuber” arbeiten zu können. Auch oder vielleicht gerade weil es nicht so glamourös ist, wie manche denken. In der vergangenen Woche überwogen aber die ärgerlichen Momente. Doch eine gute Nachricht gab es auch:

YouTube hat mich mal wieder zu einer Veranstaltung eingeladen, nämlich einem Vorabend-Event zu den Video Days, die Ende Oktober in Köln stattfinden. Diese findet in einer recht angesagten Location statt, sodass ich dort gerne vorbeischauen werde.

Weniger erfreulich: Die neue Zollregelung gegen Kleinsendungen aus China erwischte mich diese Woche ganz unerwartet. Seit Juli 2026 ist die alte 150-Euro-Freigrenze weggefallen und Pakete aus Nicht-EU-Ländern werden häufiger geprüft. Eine Reaktion auf die Paketflut von chinesischen Online-Shops wie Temu, Shein und Co.

Accessoires für das kommende iPhone, die ich in einem für diese Woche geplanten Video vorstellen soll, stecken deshalb gerade im Zoll fest. Obwohl das Paket nicht von einem der chinesischen Shopping-Riesen stammt. Ich hoffe, ich habe alle Fragen des Zolls richtig beantwortet, denn das Formular enthielt natürlich jede Menge Fachbegriffe zur Einfuhr, von denen ich zuvor noch nie gehört hatte. Ausgang offen.

Dazu kam Ärger mit einem Sponsor, mit dem ich schon lange und bislang völlig problemlos zusammenarbeite. Das zeigt: Selbst eingespielte Geschäftsbeziehungen können mal schwierig werden, wenn die Ansprechpartner wechseln.

Beides zusammen sorgte für so viel Termin-Kuddelmuddel, dass ich am vergangenen Freitag leider kein neues Video veröffentlichen konnte. Aber solche Wochen gehören eben auch dazu.


🍎 Der neue Apple-CEO sagt hallo (und sonst nichts)

Am 1. September übernahm John Ternus offiziell von Tim Cook als Apple-Chef, nach dessen 15 Jahren an der Spitze. Auf X (ehemals Twitter) trat er an diesem Tag ebenfalls neu an, und zwar mit einem Beitrag, der nur aus einem einzigen Wort bestand.

Nur ein „hello”, kleingeschrieben, so wie uns jedes iPhone & iPad bei der Einrichtung und nach einem größeren Update begrüßt. Eine starke Idee für einen ersten Post: simpel, nahbar und reduziert auf das Wesentliche.

Allerdings: Seit dem „hello” ist auf seinem Kanal nichts mehr passiert. Bloomberg brachte deshalb schon zwei Tage später eine Kolumne mit dem Titel, Apples neuer CEO brauche „ein Social-Media-Makeover”. Ein einzelner Post ohne Fortsetzung wirkt mehr wie eine Wegwerf-Idee als der Beginn von etwas Neuem. Ist Ternus eventuell ein Social-Media-Muffel?

Übermorgen folgt nun seine erste große Präsentation als CEO: das Apple-Event am Mittwoch, dem 9. September um 19 Uhr dt. Zeit.

Was da im Detail vorgestellt wird, dazu gibt es inzwischen jede Menge Vorhersagen - man könnte sagen, es ist das am schlechtesten gehütete Geheimnis der Branche. Apple tut trotzdem so, als wäre das faltbare iPhone ein „One more thing” (so wie Steve Jobs damals das erste iPhone vorstellte), mit dem niemand rechnet. Und das ist ja auch ok.

Schon in zwei Tagen wissen wir mehr, daher liste ich nicht auch noch einmal alle Spekulationen um iPhone 18 Pro, iPhone Ultra und AirPods 5 auf.


🤖 GPT-6 gegen Fable 5.1: Wachablösung?

Vor wenigen Wochen sorgten ausgebrochene KI-Modelle für Schlagzeilen, die den Weg aus ihrer Testumgebung ins Internet fanden und dabei zum Teil Server anderer Unternehmen angriffen.

Wie zu erwarten, ließen sich weder OpenAI noch Anthropic dadurch von der Entwicklung neuer Spitzenmodelle abhalten: Vergangene Woche erschienen mit GPT-6 Astra und Claude Fable 5.1 gleich zwei neue Frontier-Modelle, also das Leistungsfähigste, auf das normale Nutzer derzeit Zugriff haben.

Getestet habe ich beide noch nicht, denn sie sind richtig teuer, s. u. Was in Foren und von KI-Experten dazu zu lesen ist, deutet aber auf eine Wachablösung hin: Nachdem fast das ganze Jahr über das Narrativ „Anthropic hat die besseren Modelle” herrschte, soll ChatGPT mit GPT-6 nun wieder die Nase vorn haben.

Bei der Bedienung von Computern sei Astra besonders stark, so OpenAI auf seiner Website:

GPT-6 Astra setzt neue Maßstäbe in Sachen Geschwindigkeit, Genauigkeit und Sicherheit bei der Computernutzung. Es übernimmt mühsame Aufgaben wie das Ausfüllen von Online-Formularen, die Aktualisierung von Kundendaten in einem CRM-System und die Organisation Ihres Kalenders. Es kann Online-Recherchen durchführen und Zusammenfassungen in Ihrer E-Mail oder in Ihrem Textverarbeitungsprogramm erstellen.

Daher bin ich schon neugierig, GPT-6 Astra einmal auszuprobieren. Voraussetzung dafür ist allerdings ein Pro-Tarif, der mit mindestens 103 Euro im Monat zu Buche schlägt und dennoch lediglich 50 Nachrichten pro Woche mit dem neuen Modell erlaubt. Ein teures Vergnügen.

Bei Fable 5.1 ist es etwas anders strukturiert, hier kann man mit einem Pro-Abo für 20 Euro und zusätzlich gekauftem Nutzungsguthaben bei Fable 5.1 einsteigen - aber auch das ist kostspielig.

Unterhalb dieser Frontier-Modelle beobachte ich, dass die Nutzungslimits stark schwanken. Anthropic zieht langsam die preislichen Daumenschrauben enger. Wie viele Aufgaben sich in einem der 5-stündigen Zeitfenster bis zum Zurücksetzen der Nutzungslimits erledigen lassen, kann ich inzwischen kaum noch abschätzen. Manchmal ist schon nach einer halben Stunde Schluss.

Hinzu kam nun auch ein übergreifendes wöchentliches Limit für alle Anthropic-Modelle (der zweite Balken im Bild). An dessen Grenze bin ich zwar noch nicht gestoßen, weit davon entfernt bin ich aber auch nicht mehr. Ich merke, wie ich langsam aber bestimmt in Richtung teureres Abo gedrängt werde.

Mehr zum Thema: OpenAI zu GPT-6 Astra, the-decoder.de zu GPT-6 Astra, MacRumors zu Claude Fable 5.1, the-decoder.de zu den Wochenlimits


🗞️ News der Woche

🔐 WhatsApp testet KI-Erkennung für Betrugsnachrichten

WhatsApp testet eine neue Funktion, die verdächtige Nachrichten von unbekannten Kontakten per KI direkt auf dem Gerät erkennt, etwa Phishing-Links oder dringend wirkende Forderungen nach Überweisungen.

Wird eine Nachricht als verdächtig eingestuft, erhalten Nutzer eine Warnung und können den Absender direkt blockieren.

Bislang läuft der Test nur mit ausgewählten Android-Nutzern und ist standardmäßig ausgeschaltet. Eine iOS-Version ist für September angekündigt, ein festes Datum nennt WhatsApp bisher nicht. (via netzwelt.de)

Meine Einschätzung: Eine solche Funktion können sicher viele Nutzer gut gebrauchen. Tatsächlich habe ich an diesem Wochenende während des Festivals von einer früheren Kundin eine merkwürdige WhatsApp-Nachricht bekommen. Die Nachricht habe ich inzwischen gelöscht, aber ihr Inhalt las sich sehr ähnlich zu diesen bei Mimikama beschriebenen:

Zwar klickte ich nicht auf den Link, weil mir die Geschichte doch etwas abstrus vorkam, jedoch hatte ich im ersten Moment gar nicht so richtig auf dem Schirm, dass es sich um eine Betrugsnachricht handeln könnte. In einem anderen Moment hätte ich rein aus Neugier vielleicht geklickt - eine Warnung wäre da hilfreich gewesen.

Nach dem Klick wird man in solchen Fällen üblicherweise auf eine Seite weitergeleitet, die vorgibt, von WhatsApp zu sein und die dem Zweck dient, ein Gerät des Betrügers in das eigene WhatsApp-Konto einzuloggen. (Mehr zu der genauen Vorgehensweise bei der Polizei NRW)

Nur wenig später schickte die ehemalige Kundin übrigens eine SMS, dass die besagte WhatsApp-Nachricht tatsächlich nicht von ihr stammte und sie derzeit keinen Zugriff auf ihr WhatsApp-Konto habe.

Community News

🎤 Umfrage der letzten Ausgabe

Womit verwaltest du deine Aufgaben (To-Dos)?

Kommentare:

Als iPhone-User natürlich über die Erinnerungs-Funktion. Per Siri als Spracheingabe. Getippt wird nur noch selten. Funktioniert zuverlässig und bequem - gerade auch beim Auto fahren.“
Notizen App , Kalender aber auch klassisch mit Stift und Zettel."
Todoist und due"

In der neuen Umfrage der Woche möchte ich von dir wissen, wie du die Apple-Präsentation am kommenden Mittwoch verfolgen wirst.


Liebe/r Reader

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