Google Gemini-App: Unterhaltung mit dem Dorfdepp 🤪


neumann.digital - digitaler Wochenrückblick #91 (im Browser ansehen)

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👾 Grüße aus der digitalen Welt!
Hier ist der Digitale Wochenrückblick!

Apple feiert mit dem MacBook Neo einen der größten Hardware-Erfolge seit Jahren - während sein Siri-Team zur Nachhilfe geschickt wird.

Ich habe Googles neue Gemini-App für den Mac ausprobiert und würde jedem empfehlen, die Antworten gründlich zu prüfen. Außerdem: OpenAI veröffentlicht ein KI-Modell, das die Entwicklung von Medikamenten beschleunigen soll und Anthropic präsentiert Claude Opus 4.7 - anders als Claude Mythos für jeden zugänglich.

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🍎 MacBook Neo lässt Tim Cook frohlocken

Das MacBook Neo, Apples günstigstes Laptop-Modell, ist in den USA für den gesamten April ausverkauft. Neue Bestellungen werden frühestens Anfang Mai geliefert. Ich habe es für Deutschland geprüft: Auch im hiesigen Apple Online Store ist das Gerät nicht mehr direkt verfügbar - als frühester Liefertermin wird der 6. Mai angegeben.

Apple hat das MacBook Neo am 11. März in den Handel gebracht. Der Einstiegspreis liegt in Deutschland bei 699 €.

Der Hype erinnert eher an den Verkaufsstart eines neuen iPhones als an die Vorstellung eines Mac-Computers. Die Nachfrage überstieg von Beginn an das Angebot - und hat sich seitdem nicht beruhigt.

Ursprünglich plante Apple, 2026 rund 5 bis 6 Millionen MacBook Neos zu verkaufen. Diese Schätzung hat Apple inzwischen auf 10 Millionen Geräte nach oben korrigiert. Tim Cook bezeichnete den Launch als die "beste Startwoche aller Zeiten für Erstkäufer eines Macs" - ein bemerkenswerter Satz für ein Unternehmen, das seit 50 Jahren Computer verkauft.

Warum schlägt ausgerechnet dieses Gerät so ein? Das MacBook Neo mit seinem niedrigen Preis bei gewohnter Apple-Hardware-Qualität richtet sich an Menschen, die bisher das Gefühl hatten, sich einen Mac nicht leisten zu können - Schüler und Schülerinnen, Menschen, die von einem älteren Windows-Laptop wechseln möchten, und alle, die einen zuverlässigen Computer für E-Mails, Surfen, Dokumente und Videos suchen. Für diese Aufgaben ist das Gerät mit dem A18 Pro-Chip aus dem iPhone 16 Pro mehr als ausreichend.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Apple aktuell daran scheitert, zukunftsweisende neue Funktionen zu liefern (insbesondere mit KI-Integration), aber gleichzeitig einen Riesenerfolg feiert, indem es einfach einen Gang zurückschaltet. Manchmal ist es gar nicht so schwer, ein gutes Produkt zu erfinden.

🧑‍🏫 Das Siri-Team muss zur Nachhilfe

Während Apple den MacBook Neo-Erfolg feierte, hat The Information eine Meldung veröffentlicht, die weniger schmeichelhaft ist: Rund 200 der Ingenieure und Ingenieurinnen, die an Siri arbeiten, werden in den kommenden Wochen zu einem mehrtägigen Intensivkurs geschickt - einem sogenannten "Bootcamp" für KI-Programmierwerkzeuge.

Der Grund: Das Siri-Team gilt innerhalb von Apple als Nachzügler. Während andere Apple-Abteilungen schon seit Monaten mit KI-gestützten Programmierhilfen wie Claude Code arbeiten, hat das Siri-Team offenbar den Anschluss verpasst. Das lässt nichts Gutes für Siris Zukunft erahnen.


Neue Gemini-App: Unterhaltung mit dem Dorfdepp 🤪

Während Apple offenbar weiterhin Probleme mit der durch Google Gemini unterstützen neuen Siri hat, veröffentlichte Google eine eigene Gemini-App für den Mac: Kostenlos und für jeden mit einem Google-Konto zugänglich.

Die Gemini-App vereint alles, was Google zuletzt im KI-Bereich auf den Markt gebracht hat, unter einem Dach - unter anderem NotebookLM, den Bildgenerator Nano Banana 2 und Videoerstellung. Dazu kommt die Möglichkeit, den Bildschirm direkt mit Gemini zu teilen, damit die KI sehen kann, womit du gerade arbeitest. Diese Funktion ist neu für Gemini.

Dafür muss man der App natürlich Bildschirmaufnahme, Tonzugriff und Zugriff auf die Bedienungshilfen des Macs erlauben. Vermutlich nicht jedermanns Sache.

Anders hingegen sieht es beim Zugriff auf mein Google Mail-Konto aus: Ohne dass ich (wissentlich) irgendetwas eingestellt oder erlaubt hatte, konnte Gemini sofort meine Mails dort lesen.

Als Test bat ich Gemini zu recherchieren, wie viele Google Workspace-Rechnungen ich bisher erhalten habe. Bei der ersten Antwort nannte Gemini zehn Rechnungen - mit dem Hinweis, nur einen Teil des Posteingangs durchsucht zu haben.

Auf meine Bitte, alle Mails zu durchsuchen, kam Gemini wieder auf zehn Rechnungen. Nun allerdings mit der seltsamen Aussage, dass zwei Rechnungen innerhalb des Zeitraums fehlen würden - was völliger Unsinn war. Erst als ich darauf hinwies, dass keine Rechnungen fehlten, korrigierte sich Gemini und nannte schließlich elf Rechnungen, listete aber nur zehn auf.

Als ich Gemini auf diese neue Diskrepanz hinwies, wurde es noch verwirrender:

Nun wollte ich wissen, ob die normale Gemini-Website eigentlich auch schon immer die Mails in meinem Gmail-Konto lesen konnte, schließlich bin ich dort ja genauso angemeldet und es steckt dasselbe Sprachmodell dahinter wie bei der App. Es wurde nicht besser:

Nach einigem Hin und Her stellte sich heraus, dass Web-Gemini sehr wohl Zugriff auf meine Mails hat - nur hatte es das irgendwie "vergessen". Plötzlich recherchierte Gemini unaufgefordert auch hier nach den Google Workspace-Rechnungen und kam auf 11 Stück - in der letzten Antwort stimmte nun endlich alles:

Just diese Woche las ich auf Reddit, dass Gemini in der KI-Community als der "Dorfdepp" unter den großen Sprachmodellen gilt. Ich fand das etwas hart - kann aber nun nachvollziehen, woher der Spitzname kommt.

Ich wäre erstmal vorsichtig mit den Recherchemöglichkeiten in den eigenen Google Mails und Google Kalendern, die Gemini bietet (wie gesagt ist das kein Alleinstellungsmerkmal der neuen App, nur war der Zugriff dort sehr direkt). Prüfe alle Antworten gründlich - oder mach es vielleicht doch besser gleich selbst.


🎥 Meine Veröffentlichung der Woche

Wechsel zum MacBook Air M5: Das hätte ich vorher wissen müssen!

video preview

Mitte März habe ich den Umstieg ins Apple-Universum komplett gemacht und meinen Windows Gaming-Laptop durch ein M5 MacBook Air ersetzt. In diesem Erfahrungsbericht zeige ich dir, was mich am neuen MacBook Air wirklich überrascht hat, wo es Probleme gab und ob ich den Umstieg vom Windows-Laptop zum MacBook bereue oder nicht.


📰 News der Woche

OpenAI entwickelt KI-Modell für die Medizinforschung

OpenAI hat ein spezialisiertes KI-Modell für Biologen und Medizinforscher vorgestellt: GPT-Rosalind, benannt nach Rosalind Franklin. Das Modell soll Forschern helfen, neue Wirkstoffe schneller zu entwickeln - ein Prozess, der in den USA typischerweise zehn bis 15 Jahre dauert.

Bemerkenswert: OpenAI hat GPT-Rosalind bewusst skeptischer trainiert als seine Vorgänger, damit es seltener Dinge erfindet oder sich beim Nutzer zu sehr einschleimt. Vorerst ist das Modell nur für ausgewählte Unternehmenskunden in den USA zugänglich. (via heise.de)


Anthropic veröffentlicht Claude Opus 4.7

Anthropic hat mit Claude Opus 4.7 sein aktuell stärkstes allgemein zugängliches KI-Modell veröffentlicht. Es ist vor allem besser bei komplexen Programmieraufgaben und verarbeitet Bilder in deutlich höherer Qualität als sein Vorgänger. Aufwändige, mehrstufige Aufgaben soll es zuverlässiger und mit weniger Nacharbeit erledigen - auch bei langen, schwierigen Projekten, die bisher strenge Aufsicht erforderten.

Opus 4.7 verfügt nicht über die mächtigen IT-Sicherheitsfähigkeiten von Claude Mythos (siehe Ausgabe 90). Anthropic hat das während des Trainings gezielt so eingestellt und neue automatische Sperrmechanismen für riskante Anfragen integriert.

Mir ist bereits jetzt aufgefallen, dass jede Datei, die man mit Opus 4.7 nutzen möchte, zunächst daraufhin untersucht wird, ob es Schadsoftware sein könnte. Dieser Ansatz soll den Weg für eine spätere, sichere Veröffentlichung von Mythos-ähnlichen Modellen ebnen. (Blogpost von Anthropic)


Community News

🎤 Umfrage der letzten Ausgabe

Sollten die stärksten KI-Modelle für alle Nutzer zugänglich sein?

Kommentare:

"Zum einen glaube ich, dass es nicht für jeden notwendig ist, alles zu können und zu nutzen, was geht. Zum anderen fehlt eine Moralische Nutzungsvereinbarung, zu der sich die großen Firmen verpflichten müssten, um so eine starke KI im vollen Umfang benutzen zu dürfen. So eine Nutzungsvereinbarung müsste meiner Meinung nach z.B. die beiden Punkte enthalten, dass mit dem Einsatz der KI andere nicht zu Schaden kommen dürfen, und die Weitergabe der Zugangsdaten ist nur unter hohen Sicherheitsbestimmungen möglich."
"KI ist in vielen Bereichen sinnvoll, in anderen Bereichen aber auch gefährlich. Deshalb muss man KI differenziert betrachten."

In der neuen Umfrage der Woche möchte ich von dir wissen, wie oft du Siri wirklich im Alltag verwendest.


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