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👾 Grüße aus der digitalen Welt! Hier ist der Digitale Wochenrückblick!
Apple bekommt einen neuen Chef, OpenAI fordert Google bei der KI-Bildgenerierung heraus und Meta streicht 8.000 Stellen, die künftig von KI übernommen werden sollen. Außerdem stelle ich mir die unbequeme Frage, was eigentlich passiert, wenn unsere liebgewonnenen KI-Werkzeuge plötzlich ihren wahren Preis kosten.
🍎 Tim Cook tritt zurück: Langweilig, aber erfolgreich
Am Montag hat Tim Cook offiziell seinen Abschied als CEO angekündigt. Zum 1. September übernimmt John Ternus, bisher Senior Vice President und Leiter der Hardware-Abteilung, den Chefposten bei Apple - auch wenn Google ihn jetzt schon als CEO aufführt:
Cook selbst bleibt dem Unternehmen als Executive Chairman erhalten und kümmert sich künftig vor allem um das, was zuletzt ohnehin immer mehr zu seiner Hauptaufgabe wurde: Politik. Sprich: Er verhandelt mit Trump, Xi und allen anderen, die einem Konzern dieser Größe ungemütlich werden können.
Wirklich überraschend kommt die Personalie nicht. Ternus galt seit Monaten als logische Nachfolge. Nicht zuletzt, weil er ein "Produktmensch" ist und das Gespür für erfolgreiche Produkte ging Apple zuletzt etwas ab - einzige Ausnahme: MacBook Neo.
Nach der Apple-Intelligence-Bauchlandung und dem nicht enden wollenden Siri-Umbau (siehe Ausgabe #85) war eigentlich klar, dass niemand aus der Software-Sparte Cook beerben würde.
Seit Apple Intelligence kein Kandidat mehr für die CEO-Nachfolge: Software-Chef Craig Federighi
Wer ist John Ternus?
Ternus ist 50 Jahre alt, also genauso alt, wie Tim Cook 2011 war, als er von Steve Jobs übernommen hat. Er hat einen Maschinenbau-Abschluss (Studienprojekt: eine Esshilfe für Querschnittsgelähmte, die sich durch Kopfbewegungen steuern lässt), arbeitet seit 2001 bei Apple und war seitdem an fast jedem wichtigen Hardware-Projekt beteiligt: iPhone, iPad, AirPods, MacBook Air, Mac und Vision Pro.
Sein wichtigstes Projekt der letzten Jahre war aber der Wechsel vom Intel-Prozessor zu Apples eigenen Apple-Silicon-Chips. Ohne ihn gäbe es heute weder den überraschenden Erfolg des MacBook Neo, noch die Tatsache, dass Apple mit Produkten wie dem Mac Mini vom KI-Boom profitiert, ohne selbst eine vernünftige KI-Software zu haben.
Ternus gilt als ruhig, kollegial, detailverliebt. In einer Rede an seiner Universität 2024 erzählte er, wie er nachts in einer Zulieferer-Fabrik mit der Lupe die Rillen der Schraubenköpfe auf der Rückseite der Bildschirme gezählt habe. "Vielleicht bemerkt es ein Kunde, vielleicht auch nicht. Aber wir wussten, dass wir alles dafür getan haben." Das klingt nach alter Steve-Jobs-Schule.
Cooks Bilanz: Langweiligster Silicon Valley-CEO?
Über Tim Cook wird oft gesagt, er sei der langweiligste CEO im Silicon Valley. Aber wenn man auf die nackten Zahlen schaut, hat Cook Unglaubliches für Apple geleistet.
Ein paar Eckdaten aus seinen 15 Jahren als Apple-CEO:
Apples Marktwert stieg von 350 Milliarden auf 4 Billionen USD.
Der Jahresumsatz von 108 auf 416 Milliarden USD.
Die Service-Sparte (App Store, iCloud, Google-Such-Deal) wuchs von 10 auf 109 Milliarden USD.
Alleine Apples Wearables (Apple Watch und AirPods) bringen heute 36 Milliarden USD im Jahr. Das ist mehr als die Jahresumsätze von PayPal, McDonald's oder Adobe.
Steve Jobs hat Apple in seiner Zeit als CEO das Feld bestellt: iPod, iPhone, iPad, App Store entstanden unter seiner Leitung. Aber dieses Feld dann tatsächlich abzuernten, hätte Jobs vermutlich nie so perfekt hinbekommen wie Cook. Cook ist zwar kein Visionär, aber dafür der perfekte "Betriebsleiter" (Operations Manager lässt sich einfach schlecht übersetzen) - und mit der Zeit ist er auch ein passabler Politiker geworden, dem das Pokerface auch dann nicht verrutscht, wenn er von Donald Trump als "Tim Apple" bezeichnet wird.
Noch dazu ist Tim Cook Teil des für meine Begriffe überraschendsten prominenten Freundschaftspaars, nämlich dem mit Kai Pflaume. In meinem Kopf lebten die beiden in Lichtjahre voneinander entfernten Galaxien - bevor ich dieses Foto sah:
Dennoch gehören in eine ehrliche Bilanz auch seine Flops:
Apple Karten: In einem unfertigen Zustand veröffentlicht und über Jahre Ziel von Spott und Memes. Inzwischen ist die App durchaus brauchbar, aber den schlechten Ruf ist sie nie ganz losgeworden.
Vision Pro: Apples 3.500-Dollar-Mixed-Reality-Brille hat angeblich keine 500.000 Stück verkauft. Immerhin: Die Technik kann als Grundlage für die kommenden Apple-Smart-Glasses dienen.
Project Titan: Das Apple-Auto, in das etwa 10 Milliarden Dollar geflossen sind und das nie auch nur annähernd Prototyp-Status erreichte, bevor es eingestampft wurde
Meine Einschätzung
Ternus ist auf dem Papier die bestmögliche CEO-Nachfolge, die Apple wählen konnte. Ein Hardware-Experte, der schon einmal eine grundlegende Plattform-Wende gemanagt hat und der die Mac-Sparte versteht wie kein Zweiter.
Dass Tim Cook als Executive Chairman im Hintergrund die politische Großwetterlage moderiert, dürfte Ternus zusätzlich Rückendeckung geben.
In seinem ersten Statement vor der Belegschaft versprach Ternus nicht weniger, als dass Apple mit seinen anstehenden neuen Produkten "erneut die Welt verändern" würde. Große Worte.
Mir würde es ja schon reichen, wenn die bereits angekündigten Funktionen tatsächlich kämen bzw. so wie angekündigt funktionierten.
🤖 Ist "KI für alle" bald vorbei?
Seit dreieinhalb Jahren sind die besten generativen KI-Modelle für uns alle zugänglich. Entweder kostenlos (bei eingeschränktem Funktionsumfang) oder gegen einen monatlichen Obolus von nur ca. 20 Euro. In der letzten Ausgabe hatte ich das damit verglichen, dass das in etwa so ist, als würden auf den Straßen nur noch Formel-1-Wagen herumfahren, die man sich zum Preis eines Opel Corsas mieten kann. Dass das nicht ewig so bleiben kann, darüber gibt es eigentlich keine zwei Meinungen.
Langsam verdichten sich die Anzeichen, dass der günstige Zugang zu besonders leistungsstarker generativer KI schon bald Geschichte sein könnte.
Anthropic streicht Claude Code vorübergehend aus dem Pro-Tarif
Anthropic, die Macher hinter Claude, haben offenbar getestet, ob sie ihr mächtigstes Werkzeug Claude Code aus dem 20-Dollar-Pro-Tarif entfernen können. Claude Code ist ein KI-Assistent, dem man Aufgaben in Web- und Programmierprojekten übertragen kann, die dieser dann eigenständig bearbeitet. Ich habe Claude Code selbst genutzt, bevor mit Cowork ein ähnlich starkes Werkzeug für Nicht-Programmierer erschien.
Auf Anthropics Preis-Übersicht sah es für neue Nutzer plötzlich so aus, dass Claude Code nur noch im Max-Tarif (ab 100 Dollar im Monat) enthalten sein würde. In der Entwickler-Community löste das prompt einen Sturm der Entrüstung aus.
Anthropics "Head of Growth", Amol Avasare, ruderte auf X zurück: Es habe sich um einen "kleinen Test mit etwa zwei Prozent der neuen Anmeldungen" gehandelt.
Seine Begründung: Die Art, wie Menschen Claude nutzen, habe sich grundlegend verändert. Weg vom kurzen Chat, hin zu Arbeitsabläufen, bei denen KI-Agenten stundenlang am Stück Aufgaben abarbeiten und entsprechend viel Rechenleistung verbrauchen. Die bestehenden Tarife seien dafür nicht gemacht. Inzwischen wurde der "Test" rückgängig gemacht und Claude Code ist wieder Bestandteil des Pro-Tarifs.
Bröckelnde Qualität
Parallel zu diesem öffentlich diskutierten Test beobachten ich und viele andere Nutzer seit Wochen, dass die Anzahl der möglichen Operationen pro Sitzung immer mehr reduziert wird, gefühlt geht auch die Qualität der Antworten an manchen Tagen leicht zurück.
Beweisen lässt sich das schwer, weil die KI-Anbieter nicht offenlegen, an welchen Schrauben sie wann drehen. Aber die Stimmung in Reddit und Co. ist eindeutig. Auch dem gerade erst veröffentlichten Modell Opus 4.7 wird nachgesagt, fauler und tatsächlich weniger leistungsfähig zu sein als seine direkten Vorgänger.
Meine Einschätzung
Würden uns die Firmen das in Rechnung stellen, was unsere teilweise banalen Anfragen an die KI wirklich kosten, läge der monatliche Preis vermutlich nicht bei 20, sondern eher bei 500 oder sogar 1.000 Euro.
Damit wäre KI dann eben nicht mehr "für alle" erschwinglich.
Was passiert, wenn Selbstständige, Einzelunternehmer und Wissensarbeiter ihre Arbeitsabläufe komplett auf KI umgestellt haben und diese plötzlich das Fünfzigfache kostet? Können sie noch ohne diese Werkzeuge arbeiten? Auch ich selbst stelle mir diese Frage. Haben uns die KI-Firmen mit ihren günstigen Einstiegspreisen gar nur angefixt wie ein Drogendealer, um später den "echten" Preis durchsetzen zu können?
KI-Bild von Google Gemini
Theoretisch gibt es einen Ausweg über große Sprachmodelle, die man auf dem eigenen Rechner installieren kann und für die man dann lediglich den Strom für dessen Betrieb zahlt. Diese Modelle hinken den Top-Anbietern aktuell allerdings noch deutlich hinterher. Bisher war es zwar so, dass die "freien" Modelle ca. ein halbes Jahr später das konnten, was Gemini, Claude oder ChatGPT heute können. Eine Garantie, dass das so bleibt, gibt es aber nicht.
Mein vorsichtiger Schluss: Bei aller Begeisterung für KI-Werkzeuge sollte man die Grundfertigkeiten, die man vor drei Jahren noch ohne KI beherrschte, nie komplett verlernen. Für den Fall, dass die KI-Party bald vorbei ist.
Mit einem externen Monitor, einer Maus und einer Tastatur machst du aus deinem iPad einen nahezu vollwertigen Computer-Ersatz. In diesem Video zeige ich dir, welche iPad-Modelle den erweiterten Bildschirm auf dem Monitor unterstützen, auf welche Einstellungen du nach dem Anschließen achten solltest und welcher aktuelle Fehler mich bei der Aufnahme dieses Videos zur Weißglut gebracht hat.
👾 Was passiert bei mir?
Während du diese Zeilen liest, bin ich möglicherweise gerade sportlich unterwegs. Denn ich habe mich spontan und ohne groß zu überlegen für den Severinslauf in der Kölner Südstadt angemeldet, einem 10-Kilometer-Lauf durch das Viertel, das ich nach wie vor am liebsten mag.
Die Strecke dürfte ich wohl schaffen. Spannender ist die Frage, ob ich das komplett ohne Gehpausen hinbekomme und ob ich am Ende unter einer Stunde bleiben kann. Meine kurzfristig absolvierten Trainingsrunden lassen daran zumindest leise Zweifel aufkommen, tatsächlich wurde ich mit jedem Mal langsamer.
Aber vielleicht kitzeln mir die Zuschauer zusätzliche Motivation aus den Beinen, und meine Familie steht ja auch an der Strecke und feuert mich an. Du kannst mich gerne virtuell anfeuern, das hilft sicher auch.
Hier kamen mir leichte Zweifel, ob die Anmeldung wirklich so eine gute Idee war.
Bei meinem neuen Büro ist indessen Land in Sicht: Der Mietvertrag ist unterschrieben. Unter uns gesagt freue ich mich schon sehr darauf, das momentane Büro hinter mir zu lassen.
📰 News der Woche
Meta ersetzt 8.000 Stellen durch KI
Meta will etwa 8.000 Stellen streichen, das sind rund 10 Prozent der Belegschaft. Zusätzlich bleiben 6.000 offene Positionen unbesetzt. In einer internen Mail begründete Personalchefin Janelle Gale den Schritt mit dem Ziel, schlanker und schneller zu werden. Parallel investiert der Konzern in diesem Jahr 115 bis 135 Milliarden Dollar in Künstliche Intelligenz und hat im Februar große Mengen an AMD-Grafikkarten geordert.
Die Botschaft dahinter ist eindeutig: Aufgaben, für die früher ganze Teams nötig waren, sollen künftig von einzelnen Mitarbeitern mit KI-Unterstützung erledigt werden. Es ist nicht die erste Entlassungswelle bei Meta, allein zwischen Ende 2022 und 2025 hat der Konzern bereits über 30.000 Stellen abgebaut. Die Kombination aus Massenentlassungen und Milliardeninvestitionen in KI dürfte in der Tech-Branche zum neuen Normalzustand werden. (via DW)
🎨 Anthropic entdeckt seine Designfähigkeiten
Anthropic erweitert sein Portfolio um ein neues Werkzeug: Claude Design soll es erlauben, grafische Website-Prototypen, Präsentationsfolien oder PDF-Dokumente per Prompt zu gestalten.
Als Ausgangsmaterial akzeptiert das Werkzeug Bilder, Word-, PowerPoint- und Excel-Dateien sowie Programmcode. (via Caschys Blog)
Ich habe Claude Design bereits ausprobiert und finde es wirklich beeindruckend (es hat mein bestehendes neumann.digital Design-System um viele bislang fehlende Elemente erweitert), aber mit dem Kontingent an Anfragen, das Nutzern pro Woche zugestanden wird, kommt man zunächst nicht darüber hinaus. Bis zum Einsatz der neuen Design-Elemente in neuen Projekten muss ich mich also ein paar Tage gedulden.
🖼️ ChatGPT Images 2.0: Konkurrenz für Nano Banana
Im KI-Bildgenerator-Wettrennen schlägt OpenAI zurück: ChatGPT Images 2.0 ist die Antwort auf Googles populäres Nano Banana, das in den vergangenen Monaten den Markt für KI-Bildbearbeitung dominiert hat. Und ich würde sagen, es kann auf jeden Fall mit Nano Banana mithalten.
Hier derselbe Bild-Prompt, einmal mit dem neuen ChatGPT Images 2.0 und einmal mit Nano Banana 2 (via reddit):
Community News
🎤 Umfrage der letzten Ausgabe
Wie oft nutzt du Siri tatsächlich im Alltag?
Kommentare:
"Siri kann mir zu wenig. Daher benutze ich sie nur beim Autofahren um einen Anruf zu tätigen."
"siri erkennt frauenstimmen einfach zu schlecht, das bringt nichts"
"Ich habe Siri von Anfang an abgeschaltet, weil es mich nicht interessiert. Das Gleiche gilt für alle KIs - ich lasse mich doch nicht mit so einem 'Schmarrn' zwangsbeglücken!"
In der neuen Umfrage der Woche möchte ich von dir wissen, ob du selbst schon einmal ein Bild mit KI erstellt hast.
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neumann.digital - digitaler Wochenrückblick #91 (im Browser ansehen) Liebe/r Reader, 👾 Grüße aus der digitalen Welt! Hier ist der Digitale Wochenrückblick! Apple feiert mit dem MacBook Neo einen der größten Hardware-Erfolge seit Jahren - während sein Siri-Team zur Nachhilfe geschickt wird. Ich habe Googles neue Gemini-App für den Mac ausprobiert und würde jedem empfehlen, die Antworten gründlich zu prüfen. Außerdem: OpenAI veröffentlicht ein KI-Modell, das die Entwicklung von Medikamenten...
neumann.digital - digitaler Wochenrückblick #90 (im Browser ansehen) Liebe/r Reader, 👾 Grüße aus der digitalen Welt! Hier ist der Digitale Wochenrückblick! Siri bleibt (vorerst) dumm, dafür wird eine andere KI so schlau, dass sie unter Verschluss gehalten werden muss. Apples erstes Falt-iPhone nimmt Gestalt an - aber wer soll es eigentlich kaufen? Und ich? Bin schon wieder auf Bürosuche 🕵️ Oster-Gewinnspiel mit Rekordteilnahme 🐣 Vielen Dank an alle, die bei meinem Oster-Gewinnspiel mitgemacht...
neumann.digital - digitaler Wochenrückblick #89 (im Browser ansehen) Liebe/r Reader, 👾 Grüße aus der digitalen Welt! Hier ist der Digitale Wochenrückblick! Erwartet uns ein iOS 27 ganz ohne neue Funktionen oder holt Apple in Sachen KI endlich auf? Am 8. Juni wird das neue Betriebssystem auf der WWDC vorgestellt. Das diese Woche erschienene iOS 26.4 hingegen sorgt auf meinem iPhone für mehr Frust als Freude. Claude macht derweil OpenClaw vergessen und zwei große KI-Unternehmen schreiben...