Tim Cook: Sag zum Abschied leise "Rekordgewinne"


neumann.digital - digitaler Wochenrückblick #99 (im Browser ansehen)

Liebe/r Reader,

Willkommen zu Ausgabe 99. Das ist schon eine Menge Holz. Egal, wie lange du meinen Newsletter schon liest: Hast du vielleicht eine Frage, die du mir schon immer stellen wolltest?
Dann stelle sie mir als Antwort auf diese E-Mail. Zur 100. Ausgabe mache ich bei entsprechendem Rücklauf einen kleinen Spezial-Abschnitt mit Antworten zu Leserfragen.

In der heutigen Ausgabe geht es um 300 Euro, die größtenteils ungenutzt in meinem Portemonnaie lagen ... bis ich wieder zurück in Deutschland war. Außerdem: Tim Cook tritt ab mit Rekordzahlen und eine Kurzanleitung gegen KI-Enkeltricks.

💶 Das Bargeld-Paradoxon

An diesem Wochenende war ich für einen Mini-Urlaub an der Mosel. Es ist jedes Mal erstaunlich: Nur zwei Stunden Autofahrt von Köln, und trotzdem fühlt es sich an wie eine andere Welt. Alles ist viel gemächlicher und gemütlicher.

Dabei wurde ich unweigerlich an ein Thema erinnert, das ich eigentlich schon in der letzten Ausgabe unterbringen wollte. Doch es passt jetzt sogar besser.

Vor meinem 3-wöchigen Aufenthalt in Spanien hob ich als braver vorsichtiger Deutscher am Flughafen 300 Euro ab, um stets "cash in de Täsch" zu haben. Man weiß ja nie. Von diesen 300 Euro brauchte ich in drei Wochen etwa 20 Euro, meist für Trinkgeld, wenn es mir passender erschien, als das mit Karte zu zahlen.

Alles andere bezahlte ich ganz selbstverständlich mit Karte via iPhone.

An der Mosel hieß es dagegen häufig: Keine Karte, nur Bargeld. Mal mit der Entschuldigung, das Kartenlesegerät sei kaputt, mal ohne Erklärung. In Deutschland braucht man dafür keine Begründung.

Gut, in Deutschland kann man auch Hinweis-Schilder bestellen, die Kunden darauf aufmerksam machen, dass Kartenzahlung "derzeit" nicht möglich ist.

Fragt man einmal nach, kommt fast immer dieselbe Antwort: Die Gebühren für Karten seien zu hoch, besonders bei Zahlung mit Debit- und Kreditkarten. Leider gerade die, die man bei den meisten Banken heutzutage bekommt.

Ich wage es nicht, die Aussage anzuzweifeln. Ich frage mich jedoch, warum das in anderen Ländern (gesehen auch in Kroatien, Slowenien, den Niederlanden, Schweden) so gar kein Problem zu sein scheint. Dort kann ich einen Kaugummi am Kiosk mit Karte bezahlen, ohne schief angeschaut zu werden. Und die meisten Kioskbesitzer machten nicht den Eindruck, als lebten sie in Saus und Braus und müssten daher nicht auf jeden Cent achten. Ist die Gebührenstruktur außerhalb Deutschlands komplett anders? Und sind die Kartenlesegeräte dort robuster gebaut?

In Spanien konnte ich jedenfalls aus der Tür gehen mit nur meinem iPhone und einem per MagSafe befestigten Wallet - darin befanden sich Zugangskarte zum Hotel und Ausweis. Das war alles, was ich mit mir trug. Kein Portemonnaie, keine Schlüssel. Ich fand das sehr befreiend.

Ich weiß, es ist ein sensibles Thema. Daher, nur um es klarzustellen: Ich bin nicht für die Abschaffung von Bargeld.

Aber warum man hierzulande Kunden die Zahlung nicht so bequem wie möglich machen möchte, verstehe ich nicht.

Hinzu kommt, dass in Großstädten mitunter der exakt gegenläufige Trend zu beobachten ist: Als ich gestern wieder in Köln ankam, lachte mich beim Abstellen des Wagens das Schild eines Cafés mit dem Text an: Card only, no cash.

Als Kunde in Deutschland muss man eben auf alles vorbereitet sein. Daher habe ich hier auch immer einen 20-Euro-Schein in der Hülle meines iPhones deponiert.

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Mein Mac-Schutzschild: Moonlock

Seit Dezember schützt eine neue Software meinen Mac und gibt mir ein sicheres Gefühl. Denn auch wenn es oft heißt, Macs seien immun gegen Schadprogramme und anderen Gefahren aus dem Internet: Das stimmt leider nicht mehr.

Moonlock scannt deinen Mac auf Bedrohungen, bietet einen VPN-Dienst und überwacht dein System im Hintergrund.

Wie gut dieser Schutz wirklich ist, hat das Prüflabor AV-TEST untersucht. Im Test vom September 2025 erkannte Moonlock 99,2% aller Mac-Schädlinge, und das bei null Fehlalarmen in fast 79.000 sauberen Dateien. Dafür gab es das AV-TEST-Zertifikat.

Moonlock ist nicht nur ein Virenscanner, sondern zeigte mir auch ganz konkret, welche Einstellungen ich auf meinem Mac anpassen sollte. Die Empfehlungen setzte ich direkt um und schloss damit mögliche Einfallstore für Betrüger. Auf einige der Einstellungen wäre ich von selbst nie gekommen.

Wenn du deinen Mac auch besser absichern möchtest, schau dir Moonlock einmal an.

🍎 Tim Cook verabschiedet sich mit Rekordzahlen

Am 30. Juli leitete Tim Cook seinen letzten "Earnings Call" (Bekanntgabe der Quartals-Geschäftszahlen) als Apple-Chef.

Der Abschied war so, wie man es von ihm erwartet: keine große Rede, keine Sentimentalitäten. Er bedankte sich bei den Aktionären und Analysten und sagte über die Übergabe an Nachfolger John Ternus, sie verlaufe reibungslos.

Der künftige CEO saß dabei und beantwortete genau eine Frage. Denn dieser Auftritt gehörte noch einmal Cook. Und der hatte bombastische Zahlen mitgebracht:

Apple meldete 109,4 Milliarden US-Dollar Umsatz, 16 Prozent mehr als im Vorjahresquartal und das beste Juni-Quartal der Firmengeschichte. Der Gewinn lag bei 29,8 Milliarden US-Dollar. Das iPhone legte um 22 Prozent auf 54,3 Milliarden zu, der Mac um 29 Prozent auf 10,4 Milliarden. Alle Regionen wuchsen zweistellig, und weltweit sind inzwischen mehr als 2,5 Milliarden Apple-Geräte in Benutzung.

Zwei Tage vorher hatte Apple erstmals (vorübergehend) einen Börsenwert von 5 Billionen US-Dollar erreicht. Als Cook 2011 von Steve Jobs übernahm, waren es 350 Milliarden.

Meine Einschätzung: Aus 350 Milliarden 5 Billionen zu machen und das in einem Unternehmen, dessen Gründer als unersetzbar galt, das muss man erst einmal hinkriegen. Chapeau, "Tim Apple".

Dennoch: Frischer Wind und (wieder) mehr Innovationsgeist tun Apple in diesen Tagen sicher gut.


💡 Tipp der Woche

📞 So läuft jeder KI-Enkeltrick ins Leere

Der Enkeltrick ist so alt, dass ihn eigentlich jeder kennt. Aber durch KI ist die Masche heute gefährlicher denn je geworden und jeder kann zum Opfer werden.

Betrüger brauchen heute nur wenige Sekunden Tonmaterial, um eine Stimme zu klonen. Ein Video auf Instagram, eine Sprachnachricht, ein Vereinsclip auf Facebook, mehr ist nicht nötig. Was dann aus dem Telefon kommt, klingt täuschend echt nach deinem Enkel, deiner Tochter oder einem anderen Familienmitglied. Und er oder sie braucht dringend Geld von dir.

Der Telefonieanbieter Placetel hat einen hilfreiche Leitfaden dazu veröffentlicht, wie man bei einem solchen Anruf sichergeht, dass man nicht zum Opfer wird. Die wichtigsten Punkte daraus:

Zu Beginn des Gesprächs solltest du nur zuhören. Nichts sagen, denn solche Anrufer möchten gerade nur, dass du Informationen über dich preisgibst.

Danach stellst du dem Anrufer eine Verifikationsfrage, die nur das echte Familienmitglied beantworten kann. Niemals nach Ausweisdaten oder anderen für Betrüger nützlichen Informationen fragen. Frage stattdessen z.B. „In welchem Restaurant haben wir letzte Woche gegessen?"

Noch besser: du legst vorher ein Familienpasswort fest, das wirklich nur der engste Familienkreis kennt. Frage dieses ab.

Danach: auflegen und die Person anrufen, die dich vorgeblich gerade anrief - aber nicht unter der Nummer, von der aus gerade bei dir angerufen wurde, sondern unter der, die du von ihr kennst.

Beachtest du diese Tipps, hat ein KI-Enkeltrick bei dir keine Chance.


📰 News der Woche

📍 Standortfreigabe folgt ab iOS 27 auch der Apple Watch

Apple-Watch-Besitzer, die ihren Standort dauerhaft mit Familie oder Freunden teilen, kennen das Problem: Liegt das iPhone zu Hause, während man draußen mit der Apple Watch unterwegs ist, zeigt "Wo ist?" den Standort in der Wohnung an.

Das wird mit iOS 27 behoben, denn dann zeigt „Wo ist?" den Standort der Watch, wenn das iPhone nicht mitkommt.

Praktisch beim Spazieren oder Radfahren ohne Telefon in der Tasche. Und beruhigend für Angehörige, die wissen wollen, wo du bist.

Quelle: iphone-ticker


🔊 Flughafen München überträgt Gate-Durchsagen direkt ins Hörgerät

Durchsagen am Flughafen versteht man selten: meist sind die Lautsprecher weit weg und mit viel Hall garniert. Eine besondere Herausforderung für Personen mit Hörbeeinträchtigungen.

Der Flughafen München überträgt Gate-Informationen seit dem 14. Juli zusätzlich per Bluetooth Auracast direkt an Hörgeräte, Cochlea-Implantate und passende Kopfhörer. Auracast ist eine neuere Bluetooth-Technik, bei der ein Sender an beliebig viele Empfänger in der Nähe funkt.

iPhones können Auracast noch nicht in vollem Umfang empfangen. Du benötigst ein Hörgerät oder einen Kopfhörer, der die Technik unterstützt.

Quelle: iphone-ticker


📱 USA: Apple führt iPhone-Leasing ein

Apple hat am 28. Juli in den USA ein Leasing-Angebot gestartet. Es heißt Apple Upgrade, läuft über den Zahlungsdienstleister Klarna und gilt für iPhone, Apple Watch, Mac und iPad. Buchen kann man es im Apple Store, in der Apple-Store-App und in den Ladengeschäften.

Der Ablauf: Du zahlst eine monatliche Gebühr für die Nutzung, das Gerät gehört dir am Ende der Laufzeit aber nicht. Möchtest du es behalten, musst du noch eine einmalige Abschlusszahlung leisten, sonst gibst du es zurück oder wechselst auf ein neueres Modell.

Beim iPhone liegt die Rate je nach Modell zwischen 17,99 und 31,99 US-Dollar im Monat, wählbar sind 12 oder 24 Monate. Wer ein altes Gerät in Zahlung gibt, zahlt weniger.

Damit liegen die Monatsraten unter dem, was hierzulande bei den Ratenmodellen der Netzbetreiber üblich ist. Klar, denn man erwirbt das iPhone damit ja auch nicht (vollständig).

Der Zeitpunkt für das neue Programm dürfte kein Zufall sein: Ende Juni hob Apple die Preise für Mac, iPad und Vision Pro an, teilweise um bis zu 300 US-Dollar. Beim iPhone 18 rechnen viele Beobachter im September mit einem ähnlichen Preissprung. Auf viele Monatsraten verteilt klingen die Preise dann doch weniger abschreckend.

Für Deutschland ist das Angebot bislang nicht angekündigt.

Quelle: Apple Newsroom

Meine Einschätzung: Für meine Videos brauche ich immer die neuesten Modelle. Sie nach einem Jahr einfach auszutauschen, statt sie verkaufen zu müssen oder in die Schublade zu legen, wäre ein echter Vorteil. Aber ich bin eben auch nicht der typische Apple-Nutzer.

Für dich sieht die Rechnung wahrscheinlich anders aus. Wer sein iPhone nicht beruflich nutzt und es ohnehin eher 3-5 statt 1-2 Jahre behält, für den ist ein Leasing-Modell vermutlich wenig attraktiv.

Würdest du ein Leasing-Angebot nutzen? Mach mit bei der Umfrage der Woche.


Community News

🎤 Umfrage der letzten Ausgabe

Wie sehr beunruhigt dich der Gedanke, dass eine KI bald eigenmächtig wichtige Systeme und Netzwerke angreift?

Kommentare:

Skynet - vor 20 Jahren noch utopisch, jetzt zum Greifen nah“
Die Schwachstelle ist immer der Mensch. In diesem Fall wurde die Testumgebung nicht ausreichend genug auf Schwachstellen überprüft. Kein Grund zur Panik - eher ein Grund, die Protokolle für solche Tests nachzuschärfen.“

In der neuen Umfrage der Woche möchte ich von dir wissen, ob du ein iPhone oder einen Mac leasen würdest.


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