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Das Konfetti von der Jubiläumsparty zur 100. Ausgabe ist aufgeräumt, der Alltag kehrt wieder zurück im Digitalen Wochenrückblick. Wobei, so ganz stimmt das nicht, denn ich befinde mich nach wie vor auf dem Weg der Genesung nach meiner OP. Daher gibt es heute mal kein Foto von mir, sondern von dieser Katze.
Kein Symbolbild für mich in dieser Woche
In dieser Woche lag ich aber nicht auf der faulen Haut, sondern konnte schon wieder weitgehend im Büro arbeiten. Dabei sind mir die folgenden Themen ein- und aufgefallen:
Apple ruft den Speicher-Notstand aus: Wenn du ein noch aktuelles iPhone kaufen willst, solltest du dich beeilen. Außerdem: Das erste faltbare iPhone kommt. Aber warum sollte man so etwas überhaupt haben wollen?
Und aus der beliebten Reihe „Wo hilft KI eigentlich wirklich beim Arbeiten?“ habe ich zwei neue Beispiele mitgebracht. Das zweite hat die Arbeit an meiner Website komplett geändert.
🍎 Kostbare Speicher: Auch ältere iPhone-Modelle verteuern sich wohl
Am 9. September wird Apple aller Voraussicht nach das iPhone 18 Pro vorstellen. Dass es teurer wird als der Vorgänger, gilt inzwischen als ausgemachte Sache. Die Frage ist nur noch, um wie viel. Der iPhone-Ticker hält 1.499 Euro als neuen Einstiegspreis für plausibel, aktuell zahlt man für ein iPhone Pro mindestens 1.299 Euro.
Der Grund: KI-Unternehmen kaufen alle weltweit verfügbaren Computerspeicher, die Preise steigen dramatisch an.
Das Marktforschungsunternehmen TrendForce rechnet vor: Die Herstellung eines iPhone 18 Pro mit 256 GB kostet Apple rund 38% mehr als noch beim iPhone 17 Pro. Der Anteil des Speichers an den Materialkosten stieg von etwa 10% auf 34%.
TrendForce hält es für wahrscheinlich, dass Apple im September die Preise der bereits erhältlichen iPhone-17-Modelle anhebt, um die gestiegenen Kosten aufzufangen (MacRumors).
Dass Apple sich davor nicht scheut, hat der Konzern in diesem Jahr schon zweimal gezeigt. Im Juni stiegen weltweit die Preise für Macs und iPads, im Juli zog Apple in Japan bei sämtlichen iPhone-Modellen nach und erhöhte die Preise um bis zu 11% (MacRumors).
Wenn du mit dem Gedanken spielst, ein jetzt noch aktuelles iPhone-Modell zu kaufen, dann warte besser nicht bis zur Apple-Keynote. Anders als sonst könnte das in diesem Jahr nämlich bedeuten, dass du danach mehr zahlen musst als vorher.
📱 Das faltbare iPhone Ultra: Wozu eigentlich?
Auf der Keynote soll auch Apples erstes faltbares iPhone vorgestellt werden, voraussichtlich mit dem Namen „iPhone Ultra“. Aufgeklappt misst der Bildschirm rund 7,8 Zoll, zusammengeklappt bleibt außen ein Display von etwa 5,5 Zoll. Zum Vergleich: Ein iPad mini hat 8,3 Zoll. Über den Preis gehen die Schätzungen auseinander, sie reichen von 1.850 bis 2.299 Euro. Damit wären wir ungefähr im Preissegment eines MacBook Pro(!).
Die Technik-Presse berichtet fleißig über alle möglichen Details. Ich frage mich jedoch die ganze Zeit: Wozu braucht man so ein iPhone eigentlich? Ist „Faltbar“ schon Verkaufsargument genug, weil es das eben bisher bei Apple nicht gab?
Mit einiger Mühe komme ich auf einen echten Nutzen: Das Gerät ist im Grunde ein Taschen-Tablet. Aufgeklappt hast du einen Bildschirm fast in iPad-mini-Größe, zusammengeklappt passt er in die Hosentasche. Wer bisher iPhone und iPad mitnimmt, braucht künftig nur noch ein Gerät. Dazu kommen kleinere Vorteile:
Halb aufgeklappt steht das Gerät von allein auf dem Tisch. FaceTimen mit der Familie wird z. B. dadurch komfortabler. Das ist aber nichts, was eine Hülle mit Ständer beim normalen iPhone nicht auch kann.
Beim Fotografieren kann das äußere Display als Sucher dienen. Selfies und Gruppenbilder können also mit den besseren Rückkameras statt mit der schwächeren Frontkamera aufgenommen werden. Auch das kann man heute schon mit entweder einer Apple Watch oder einem externen Display auf der Rückseite des iPhones.
Beim Lesen längerer Texte dürfte die größere Fläche angenehmer für die Augen sein.
Der Preis für diese überschaubaren Vorzüge: Voraussichtlich über 2.000 Euro. Und der Klappmechanismus könnte gerade bei der ersten Gerätegeneration schnell zur Sollbruchstelle werden.
Wie gut Apple den „Knick“ in der Mitte tatsächlich umgesetzt hat, wird man erst erfahren, wenn die ersten Geräte ausgeliefert sind. Die Renderbilder, von denen es zuletzt jede Menge gab, sind da wenig aufschlussreich.
Ich hoffe, es sieht wenigstens besser aus als diese Illustration. Quelle: Foundry
Wer schon iPhone und iPad besitzt, zahlt beim iPhone Ultra vor allem für etwas mehr Bequemlichkeit und dafür, einer der ersten zu sein. Ob das über 2.000 Euro wert ist, muss jeder für sich beantworten.
🤖 KI-Kennzeichnung mit Tücken
Seit dem 2. August gilt in der EU die Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte. Als Folge gab es einige Veränderungen bei beliebten Diensten:
WhatsApp führt ein KI-Label ein. In der Beta-Version von WhatsApp ist ein „AI Content Label“ aufgetaucht. Wer einen Kanal betreibt, kann damit Bilder und Videos als KI-erzeugt markieren: Nachricht gedrückt halten und im Menü den entsprechenden Punkt auswählen. Reine Textnachrichten fallen ausdrücklich nicht darunter, auch wenn sie mit KI erstellt wurden (t3n).
Anthropic versieht Claude-Inhalte mit einem unsichtbaren Wasserzeichen. Seit dem 2. August tragen Texte und Bilder von Claude automatisch eine KI-Kennzeichnung. Allerdings wurden noch keine Detektoren dafür öffentlich bereitgestellt. Wie man einen Text mit einem Wasserzeichen versehen kann, das sogar beim Kopieren in einen reinen Texteditor intakt bleibt, ist für mich noch immer ein großes Mysterium, aber offenbar ist geht das. (the decoder).
Anthropic selbst bemerkt dazu, dass das Wasserzeichen keinen 100% sicheren Rückschluss darüber zulässt, ob ein Inhalt KI-erzeugt ist oder nicht. Manche Nutzer verwenden KI ausschließlich zur Rechtschreibkorrektur ihrer Texte (diese könnten dann als KI-generiert klassifiziert werden, obwohl sie es nicht sind), umgekehrt könnte ein Wasserzeichen auch überschrieben werden, wenn ein ursprünglich KI-erzeugter Text von Menschen bearbeitet wird.
Apple kennzeichnet echte Fotos. In der iOS-27-Beta steckt ein System namens „Apple Reference Image“. Damit soll sich nachweisen lassen, dass ein Foto wirklich mit einer iPhone-Kamera aufgenommen wurde und nicht von einer KI stammt. Ab Werk ist die Funktion noch abgeschaltet und zunächst primär für Journalisten und Gerichtsverfahren gedacht (MacRumors).
📝 Meine Veröffentlichungen der Woche
In dieser Woche erschien ungewohnterweise ein Skript für Lernpaket-Mitglieder ohne ein dazugehöriges Video auf meinem YouTube-Kanal.
Der einfache Grund: Nach meiner OP bin ich noch nicht „kameratauglich“. Ab kommender Woche sollte das jedoch wieder der Fall sein, rechtzeitig bevor es bei Apple in die heiße Phase geht.
Die videofreie Zeit habe ich übrigens genutzt, um meine Website zu überarbeiten (s.u.), unter anderem in Form dieser neuen Infoseite zu den Mitgliedschaften bei neumann.digital. Dort habe ich auch Antworten zu häufig gestellten Fragen zusammengetragen. Eine neue „Über mich"-Seite gibt es auch.
🛠️ Claude: Assistent und SEO-Experte in einem
Ab und zu teile ich hier ja die Fortschritte, die ich selbst bei der Nutzung von KI (in meinem Fall fast immer: Claude) mache. In den vergangenen Wochen habe ich zwei neue Funktionen in meine Arbeitsprozesse aufgenommen, die mir einiges an Arbeit abnehmen.
Die erste betrifft wiederkehrende simple Aufgaben am Computer. Davon gibt es bei mir einige, insbesondere rund um das Hochladen meiner Mitgliederinhalte oder um das Einplanen von Kurzvideos auf den diversen Plattformen.
Diese immergleichen Abläufe kann ich nun ich an die KI abtreten, und zwar dank der neuen Funktion „einen Skill aufnehmen“.
Man nimmt dabei den eigenen Bildschirm auf, zeigt Claude die zu erledigenden Klicks und Eingaben und spricht dazu ins Mikro - genau so, wie man es einem Menschen erklären würde. Claude analysiert die Aufnahme und baut sich daraus einen sogenannten Skill, also eine Fähigkeit, die es künftig selbst ausführt. Bei meinen Aufgaben klappte das hervorragend.
Eine Einschränkung sollte man kennen: Wenn es für eine Plattform (z.B: YouTube) keine direkte Anbindung gibt und die KI im Browser herumklicken muss wie ein Mensch, dann dauert die Ausführung lange und ist recht teuer. Aber man muss es eben nicht selbst erledigen und kann andere Dinge tun.
Spannender wird es, wenn eine KI direkten Zugriff auf ein System hat, also nicht so tun muss, als wäre sie ein Mensch vor dem Bildschirm. Und in diesem Bereich ist der zweite Fall angesiedelt, den ich noch beeindruckender finde.
Dafür muss ich ein wenig ausholen: Ich arbeite nach wie vor in erster Linie mit WordPress-Websites. WordPress ist ein seit über 23 Jahren gewachsenes Content-Management-System für Websites, mit dem ein großer Teil aller Websites weltweit läuft. Im Vergleich zu rein KI-generierten Websites sind diese zwar robust und zuverlässig, aber umständlich zu bedienen. Was aber, wenn man WordPress direkt über eine KI steuern könnte? Und genau das geht jetzt.
Möglich macht das eine WordPress-Erweiterung namens NovaMira. Damit gewährt man Claude direkten Administrator-Zugriff auf das WordPress-Backend, also den Verwaltungsbereich für den Website-Betreiber. Das ist nicht ohne Risiko, aber es beschleunigt die Arbeit ungemein. Ein Beispiel:
Seit Jahren lasse ich meine Websites von SEO-Werkzeugen prüfen, also von Programmen, die nachsehen, ob Bilder und Links technisch sauber eingerichtet sind und Suchmaschinen (und KI-Bots) sie lesen können. Heraus kommt immer ein schier endloser Bericht voller Fehlermeldungen, Warnungen und Hinweise. Nie wusste ich so recht, was ich zuerst angehen sollte - und vor allem wie. Schnell ließ ich den Bericht Bericht sein und lebte mit den Fehlern.
Claude hingegen erstellte mir aus dem Bericht eine Maßnahmenliste für meine Website mit klarer Priorisierung. Das Beste: Claude führte die meisten Fehlerbehebungen nach Aufforderung direkt selbst aus. Für die Korrektur von mehreren hundert Weiterleitungen brauchte Claude ein paar Minuten.
Das Ergebnis: Nach drei Tagen stieg der SEO-Gesundheitswert meiner Website in besagtem Bericht von 91% auf 100%.
Endlich nimmt mir jemand lästige SEO-Fleißarbeit ab.
Meine Prognose: WordPress wird es in drei Jahren vermutlich noch geben, aber nur einige wenige Hartgesottene werden es dann noch direkt selbst bedienen. Denn schon jetzt, nach wenigen Tagen, möchte ich nie wieder zur bisherigen Verwaltung meiner WordPress-Website zurückkehren.
📰 News der Woche
🎣 Phishing-Welle in Deutschland
Betrüger verschicken zurzeit massenhaft Phishing-SMS, die vorgeben, von Apple zu stammen: Mal ist angeblich die Apple-ID gesperrt, mal stünde eine Zahlung für das iCloud-Abo aus. Letzten Endes läuft es (wie eigentlich immer) darauf hinaus, dass man auf einen Link in der Nachricht klicken soll.
Falls du auch eine solche SMS bekommst, reagiere nicht darauf. Apple verschickt keine SMS mit einem Link zum Zahlen oder Konto entsperren. Den Status deiner Abos wie z. B. iCloud kannst du jederzeit überprüfen, indem du in den Einstellungen auf deinen Namen tippst und hier auf Abonnements. (Macnews).
Community News
🎤 Umfrage der letzten Ausgabe
Hast du dein iPhone oder andere Apple-Geräte gegen Schäden oder Diebstahl versichert?
Kommentare:
„Wer sich mal die Mühe macht und das Kleingedruckte in den Bedingungen liest stellt schnell fest, dass Care+ mitnichten 100% der Schäden abdeckt. Von daher ist das für mich persönlich Augenwischerei. “
„Habe Apple Care+ abgeschlossen, da ich mein iPhone 17 Pro in Abu Dhabi deutlich günstiger bekommen habe.“
„1984 habe ich meinen ersten Mac gekauft. 9" Monitor, also fast wie die Apple Watch. Danach immer wieder neue Macs usw. Aber niemals AppleCare.“
In der neuen Umfrage der Woche möchte ich von dir wissen, ob du ein faltbares iPhone grundsätzlich für eine gute Idee hältst oder nicht.
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neumann.digital - digitaler Wochenrückblick #100 (im Browser ansehen) Liebe/r Reader, 🎊 Willkommen zu Ausgabe 100 des Digitalen Wochenrückblicks! 🥳 Vielen Dank für die vielen E-Mails nach meinem Aufruf in der letzten Ausgabe, es kamen deutlich mehr Rückmeldungen als sonst. Jede einzelne habe ich persönlich beantwortet und verzichte hier auf einen eigenen Abschnitt. Anlässlich des Jubiläums habe ich mir etwas Zeit genommen, um in den alten Ausgaben dieses Newsletters zu schmökern und eine...
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neumann.digital - digitaler Wochenrückblick #98 (im Browser ansehen) Liebe/r Reader, 👾 Grüße aus der digitalen Welt! Der Digitale Wochenrückblick meldet sich zurück (yay!) Hast du ihn ein kleines bisschen vermisst? Vier Wochen war auf meinen Kanälen Funkstille, das gab es in dieser Form bisher noch nicht. Warum das so war, erzähle ich dir gleich. Danach wird es unheimlich: Ein OpenAI-Modell ist „ausgebrochen“. Droht uns jetzt eine Skynet-Zukunft wie im Film „Terminator“? Endlich wieder...