Apples saftige Preiserhöhung 🍎


neumann.digital - digitaler Wochenrückblick #97 (im Browser ansehen)

Liebe/r Reader,

👾 Grüße aus der digitalen Welt!
Hier ist der Digitale Wochenrückblick!

Die Kölner Einkaufsstraße Schildergasse meide ich ja üblicherweise wie der Teufel das Weihwasser, aber am Samstagvormittag war es dann doch mal notwendig, denn neue Schuhe müssen her. Schließlich mache ich bald mit meinem Sohn die Straßen Barcelonas unsicher. Und da ist gutes Schuhwerk gefragt.

Im Wochenrückblick gibt es heute einen Blick hinter die Kulissen. KI hat mir beim Umzug meiner Mitgliederinhalte geholfen und ich bin noch immer so erstaunt, wie das genau ablief und was ich dabei gelernt habe, dass ich dir das nicht vorenthalten möchte. Aber zunächst zum Apple-Thema dieser Woche:


🍎 Apples saftige Preiserhöhung

Das ging fix: letzte Woche kam die Vorwarnung von Tim Cook, am Donnerstag war es schon Realität: Apple hat die Preise für Macs, iPads und weiteres Zubehör erhöht, und zwar kräftiger als die meisten erwartet hatten.

Am stärksten zu spüren ist es bei den Macs (Preise beziehen sich auf die Grundausstattung)
- Das 13 Zoll MacBook Air M5 kostet jetzt 1.400 statt 1.200 Euro,
- Das MacBook Neo 800 statt 700 Euro,
- Der Mac mini M4 950 statt 700 Euro.

Auch beim iPad ging es steil nach oben: Das Standard-iPad liegt jetzt bei knapp 500 statt 380 Euro, das iPad Air bei 800 statt 650 Euro, das iPad Pro sogar bei 1.300 statt 1.100 Euro. Selbst die Apple TV Streamingbox hat die 200-Euro-Marke überschritten und kostet jetzt 230 Euro, mit Ethernet sogar 300 Euro.

iPhones und Apple Watch blieben vorerst verschont. Apple hat aber bereits durchblicken lassen, dass weitere Anpassungen folgen werden.

Der Grund: Die KI-Rechenzentren verlangen nach Speicher in einem Tempo, das die Komponentenpreise in kurzer Zeit fast verdoppelt hat. So stark und so schnell sei das noch nie passiert, heißt es aus Cupertino. Man habe die Mehrkosten so lange wie möglich selbst getragen. Jetzt sei dies nicht mehr möglich. (heise.de)

Wer nun nach günstigen Alternativen sucht, kann einen Blick auf generalüberholte Geräte werfen. Allerdings gab es auch hier Preisanhebungen, sowohl bei den von Apple angebotenen Geräten als auch bei entsprechenden Händlerplattformen wie z.B. rebuy.

Auch wer letzte Woche noch schnell einkaufen wollte, um dem Preisanstieg zu entgehen, ging wohl leer aus. Die meisten Geräte waren nicht lieferbar.

Meine Einschätzung: Mit meinem Kauf des MacBook Air mit M5 Chip hatte ich offenbar ein glückliches Händchen und hoffe, dass mich dieser Laptop noch eine Weile begleitet.

Gespannt bin ich auf die Preispolitik beim iPhone 18 Pro, das eigentlich auf meiner Kaufliste für den Herbst steht. Apple wird diese Geräte ganz sicher nicht von der Preiserhöhung verschonen. Die Hoffnung bleibt jedoch, dass diese hier moderater ausfällt, da iPhones so ein Massenprodukt und die Käufer preissensitiver sind.

Ob die Preise jemals wieder auf das alte Niveau zurückkommen werden? Ich denke, das ist leider eine Wunschvorstellung.


💻 Wie mir Claude 75 Stunden Fleißarbeit ersparte

Kurze Warnung: heute wird es etwas technischer.

Diese Woche saß ich zwar vor der Kamera (und musste in meinem unklimatisierten Büro schnell sein, bevor Schweißflecken auf meinem Hemd sichtbar wurden), aber nicht für meinen YouTube-Kanal, sondern um mein Mitgliederangebot zu erklären, um das es in diesem Abschnitt geht. Hier eines der 3 Videos.

video preview

Die eigentliche News ist schnell erzählt: Mein Mitgliederangebot gibt es nun auch auf der Plattform Patreon. Aber ich nehme dich mit hinter die Kulissen und zeige dir, wie es dazu kam.


Um möglichen Missverständnissen vorzubeugen: Für dich als Mitglied auf der Plattform Steady ändert sich dadurch nichts. Die Inhalte auf Patreon sind identisch, der Preis für die Mitgliedschaft ist identisch, und ich werde beide Plattformen synchron mit Inhalten bespielen, bis ich mir ein Bild davon gemacht habe, wie das Angebot auf Patreon angenommen wird. Falls du sagst: "Patreon als Plattform gefällt mir aber so viel besser", dann schreib mir und wir finden eine Lösung.

Ich hatte mich im Jahr 2023 sehr bewusst für Steady als Plattform für meine Mitgliederinhalte entschieden. Nicht zuletzt deshalb, weil es sich um ein deutsches Unternehmen handelt, gewissermaßen der Gegenentwurf zu den allgegenwärtigen großen US-Plattformen, zu denen auch der Platzhirsch Patreon zählt.

Leider musste ich über die Zeit feststellen, dass die Steady-Plattform nur sehr langsam weiterentwickelt wird. Und die neuen Funktionen, die umgesetzt wurden, gingen für mich in eine falsche Richtung.

So fokussiert sich Steady seit vielen Monaten auf den Aufbau zusätzlicher Newsletterfunktionen, die mir überhaupt nichts bringen, weil ich für meinen Newsletter einen Dienst nutze, der Steady in jeder Hinsicht weit, weit überlegen ist. Der Unterschied ist so groß, dass ich nicht einmal anfange darüber nachzudenken, ob ich jemals meinen Newsletter dorthin umziehen würde.

Zugleich fehlen auf Steady leider einige grundlegende Funktionen, die ich für wichtiger erachte. Etwa komfortables Durchsuchen von Beiträgen, Stichwortsuche, Verschlagwortung, eigener Speicherplatz für die Inhalte. All das bietet Patreon.

Es fiel mir immer schwerer, meine damalige Entscheidung für Steady von mir selbst zu rechtfertigen. Nicht zuletzt deshalb, weil es genau wegen der fehlenden Funktionen sogar Kündigungen von Mitgliedern gab. Das schmerzte besonders.

Anfang des Monats war dann der Punkt erreicht, wo mir klar wurde, dass ich meinen Fehler korrigieren und meine Inhalte zusätzlich auch auf Patreon bereitstellen sollte.

Zunächst musste ich also alle bisherigen Beiträge von Steady zu Patreon transferieren. Das Unterfangen war komplizierter als angenommen: Patreon bietet keinerlei Möglichkeit, Inhalte von anderen Plattformen zu importieren, wie mir der Kundendienst auf Nachfrage bestätigte.

Ich vermute, dass man sich dort schlicht keine Gedanken darüber macht, ob Inhalteersteller bereits auf anderen Plattformen aktiv gewesen sein könnten und möglicherweise ihre Inhalte mitbringen möchten.

Perplexity rechnete mir vor, dass ich bei manueller Übertragung der über 350 bestehenden Beiträge mit etwa 75 Stunden Arbeit rechnen müsste. Das kam natürlich nicht in Frage.

Also beschrieb ich Claude Cowork mein Ziel, und es machte sich auf die Suche nach einer Lösung. Zwar sperrt Patreon die automatisierte Befüllung der Plattform durch eine KI (vermutlich, um "AI Slop" zu verhindern?), aber eine große Hürde war das für Claude nicht.

In den nächsten 24 Stunden kam ich aus dem Staunen nicht heraus.

Vielleicht sind dir die Entwicklerwerkzeuge in Webbrowsern ein Begriff, also der Werkzeugkasten, mit dem Webentwickler Änderungen am Code der Seite testen können. (Du rufst sie im Webbrowser mit Rechtsklick und "Untersuchen" auf).

Ich dachte bisher immer, dass damit nur vorübergehende Anpassungen möglich sind, man sich also die Auswirkung einer Code-Änderung auf einer Seite ansieht und diese dann später im Backend umsetzt.

Da habe ich die Macht dieser Werkzeuge unterschätzt.

Claude experimentierte ein bisschen herum, ließ mich Codeschnipsel in die Konsole einfügen (da Patreon den Zugriff für KI sperrt) und irgendwann war der Durchbruch da: ein Skript, das den Inhalt aller meiner Steady-Beiträge automatisch nach Patreon übertrug und dort auch speicherte.

Besonders interessant war dabei mitzuverfolgen, wie Claude verschiedene Ansätze testete, zurückgeworfen wurde, es wieder neu versuchte, diverse Diagnoseskripte erstellte, um den Kern des Problems zu erkennen, bis schließlich eine Lösung gefunden war.

Was ursprünglich nach 75 Stunden Handarbeit aussah, schnurrte dadurch auf einen einzigen Arbeitstag für den reinen Umzug der Inhalte zusammen. Danach musste ich mich noch um die Feinheiten kümmern, also Grafiken neu zuschneiden, Zugriffsrechte überprüfen, Video-Einbettungen kontrollieren, Anweisungen an die neue Umgebung anpassen.

Auch das Verschlagworten der Beiträge ließ sich automatisieren:

Nun war meine Neugier geweckt: Ich wollte wissen, ob mir Claude in Zukunft auch den doppelten Aufwand ersparen kann, beide Plattformen mit Inhalten zu befüllen. Auch hier waren zunächst einige Prüfungen und Diagnosen notwendig, aber am Ende bekam ich ein System, mit dem ich meine Inhalte nun per Browserkonsole auf beide Plattformen bringe, ohne manuelles Kopieren & Einfügen.

Ich hatte eine Zeit lang fast das Gefühl, plötzlich einen Juniorentwickler in meinem Rechner zu haben, der für mich arbeitet. Und ich kann die beiden Plattformen nun (hoffentlich) ohne größeren Mehraufwand parallel betreiben.


🤖 Das Ende der KI-Pionierzeit

Vor zwei Wochen hat die US-Regierung da KI-Unternehmen Anthropic dazu gezwungen, seine zwei leistungsstärksten Modelle vom Netz zu nehmen.

Der Grund: Die nationale Sicherheit stünde auf dem Spiel.

Die Modelle seien in der Lage, Sicherheitslücken in Strom- und Wasserversorgung, Banken und anderen kritischen Einrichtungen aufzuspüren wie kein anderes Werkzeug zuvor.

Am Freitag bekam Anthropic nun grünes Licht, eines der gesperrten Modelle für rund 100 ausgewählte Behörden und Unternehmen wieder freizuschalten, die kritische Infrastruktur betreiben oder schützen, also Stromversorger, Banken, Telekommunikationsanbieter usw. (via nbcnews.com)

Parallel wies das Weiße Haus OpenAI an, sein neuestes und stärkstes ChatGPT-Modell 5.6 ebenfalls nicht für alle zugänglich zu machen, sondern zunächst nur für eine Handvoll regierungsgeprüfter Partner. (via cnn.com)

Die Modelle beider Unternehmen werden von der US-Regierung mittlerweile wie Spionagesoftware behandelt, also als eine Technologie, die nicht einfach weltweit frei verfügbar sein darf. Wer mit den stärksten verfügbaren KI-Werkzeugen arbeiten will, braucht künftig wohl eine staatliche Freigabe.

Einen klaren gesetzlichen Rahmen dafür gibt es bislang nicht, sodass das Ganze im Moment eher nach Bauchgefühl als nach Recht und Gesetz funktioniert, was sowohl die Unternehmen als auch unabhängige Experten beunruhigt.

Meine Einschätzung: Die Zeit, in der KI-Unternehmen ihre besten und stärksten Modelle frei für alle verfügbar machen konnten, ist ganz offiziell vorbei. Wer sie nutzen will, muss künftig erst durch eine staatliche Freigabe. Die Pionierzeit der KI-Tools, sie ist vorbei.


Community News

🎤 Umfrage der letzten Ausgabe

Apple hat angekündigt, die Preise für iPhone, Mac und Co. zu erhöhen. Wie gehst du damit um?

Kommentare:

"Ich werde erst neu kaufen, wenn meine Geräte kein Update mehr erhalten"
"Früher hatte ich beim Kauf einen 2-Jahres Rhythmus. Dann 3 Jahre und jetzt werde ich es wohl noch länger verschieben. Mal sehen…"
"In Zukunft werde ich auf das Google Pixel Pro setzen, ich bin zwar tief im Apple Universum drin, aber was mit dem iPhone gemacht wird nervt mich einfach. Apple liefert einfach nicht mehr Software mäßig, immer Versprechungen die nie gehalten werden. Damit ist bei mir Schluss!"

In der neuen Umfrage der Woche möchte ich von dir wissen, ob du dir zeitraubende Arbeitsschritte von ChatGPT oder Claude abnehmen lässt.


Liebe/r Reader

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