Claude: Alles andere als trockene Diagramme


neumann.digital - digitaler Wochenrückblick #88 (im Browser ansehen)

Liebe/r Reader,

👾 Grüße aus der digitalen Welt!
Hier ist der Digitale Wochenrückblick!

Das simpelste MacBook, das Apple je gebaut hat, bringt gerade eine ganze Branche ins Schwitzen. Außerdem: Claude hat eine neue Funktion, mit der ich in nur 15 Minuten ein interaktives Diagramm auf meine Website gebracht habe.

Und ich war am Mittwoch beim Apple Store in Köln und habe zwei neue Geräte in Betrieb genommen - mit unterschiedlichem Erfolg.

🍎 MacBook Neo sorgt für Panik bei der Konkurrenz

Apple hat diese Woche mit dem MacBook Neo seinen ersten echten Einsteiger-Mac veröffentlicht. Ab 699 Euro bekommt man ein vollwertiges MacBook mit dem A18 Pro-Chip (derselbe wie im iPhone 16 Pro), Aluminium-Gehäuse und natürlich allem, was macOS bietet - iCloud, Airdrop, Handoff etc.

Es ist ganz klar: Apple will neue Käuferschichten erschließen, für die MacBooks bisher zu teuer waren. Ein Strategiewechsel, der etwas unerwartet kommt, schließlich galten Apple-Produkte seit jeher als etwas Exklusives.

Marques Brownlee (MKBHD), einer der bekanntesten Technik-YouTuber der Welt, bezeichnet das MacBook Neo als das disruptivste Apple-Produkt der letzten zehn Jahre. Nicht wegen der Technik darin - sondern wegen seiner Auswirkungen auf den Notebook-Markt.

Die PC-Branche reagiert nervös

Auf der Bilanzpressekonferenz von Asus sprach Co-CEO S.Y. Hsu über das MacBook Neo. Seine Worte (via PCMag):

"Dass Apple ein derart günstiges Produkt herausbringt, ist ein Schock für die gesamte Branche. Im PC-Markt wird intensiv diskutiert, wie man mit diesem Produkt konkurrieren soll."

Gleichzeitig versuchte er, das Neo kleinzureden: Mit nur 8 GB Arbeitsspeicher (RAM) und ohne Möglichkeit zur Aufrüstung sei es eher ein Gerät zum "Konsumieren von Inhalten". Für echte Produktivarbeit reiche das nicht.

Was er dabei verschweigt: Die PC-Hersteller verkaufen seit Jahren günstige Notebooks mit ähnlich wenig RAM - und deren Käufer denken kein einziges Mal ans Aufrüsten. Sie kaufen ein Gerät, benutzen es und kaufen irgendwann ein neues.

Überraschend leicht zu reparieren

Neben dem Preis gibt es noch eine zweite Überraschung: Der australische Reparatur-Kanal Tech Re-Nu hat das MacBook Neo auseinandergenommen - in nur sechs Minuten. Im gesamten Gerät fand sich kein einziges Stück Klebeband. Eine Premiere für einen modernen Mac. Batterie, Lautsprecher, USB-C-Anschlüsse - alles einzeln austauschbar, alles geschraubt.

Sogar die Tastatur lässt sich erstmals bei einem MacBook separat tauschen. Bisher musste dafür immer die komplette obere Gehäusehälfte (das "Top Case") ersetzt werden - Kostenpunkt: 400 bis 600 Dollar. Beim Neo wird das deutlich günstiger. Gerade für Studierende - eine Hauptzielgruppe des neuen MacBooks - ein wichtiges Argument: Ein umgekipptes Getränk auf der Tastatur macht nicht unbedingt gleich den Kauf eines neuen Geräts notwendig.

Ausgerechnet das simpelste und günstigste MacBook, das Apple je gebaut hat, versetzt eine ganze Branche in Aufruhr. Manchmal braucht es eben kein Wunderwerk der Technik - sondern den Mut, etwas zu vereinfachen und über den eigenen (strategischen) Schatten zu springen.


🤖 Claude: Interaktive Diagramme & Schaubilder

Claude, der KI-Chatbot von Anthropic (und mein persönlicher Favorit unter den KI-Assistenten), hat eine neue Funktion bekommen:

Er kann ab sofort Diagramme, Schaubilder und interaktive Grafiken direkt im Chat erstellen. Wohlgemerkt: Das ist kein Bildgenerator, wie man sie von ChatGPT oder Google Gemini (Nano Banana) kennt, sondern Visualiserungen von Daten.

Zinseszins-Rechner in 15 Minuten auf meiner Website

Ich habe das natürlich gleich ausprobiert. Claude selbst schlug mir als Beispiel vor: "Zeig mir, wie Zinseszins funktioniert." Ich klickte drauf - und bekam direkt ein interaktives Diagramm mit Schiebereglern für Startkapital, Zinssatz und Laufzeit.

Um das Diagramm richtig mit dir zu teilen, Reader, dachte ich mir: Ich füge diesen Rechner einfach auf meiner Website ein.

Und tatsächlich: Nach exakt 4 weiteren Anweisungen an Claude war der Rechner dort veröffentlicht - sogar in meinen Markenfarben und "meiner" Schriftart.

Claude half mir sogar dabei, das Ganze DSGVO-konform umzusetzen: keine externen Serveraufrufe, bei denen womöglich Nutzerdaten ohne Zustimmung getrackt werden könnten, alles läuft auf meinem Webserver.


Von der ersten Eingabe bis zur fertigen, datenschutzkonformen Webseite vergingen keine 15 Minuten. Wahnsinn!

So etwas wäre noch vor einem Jahr ziemlich undenkbar gewesen. Also nicht die Diagramme an sich, sondern wie schnell man von einer Frage zu einem fertigen, veröffentlichten Ergebnis kommt. Diese Funktion werde ich definitiv häufiger ausprobieren.

Die Claude-Diagramme sind aktuell als Beta auf der Claude-Webseite und in der Desktop-App verfügbar. In der iOS-App von Claude werden sie leider noch nicht angezeigt - der Rechner auf meiner Website hingegen läuft auch wunderbar auf Smartphones.


📹 Mein aktuelles Video

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👾 Was passiert bei mir?

Während diverse YouTuber vorletzte Woche von Apple nach London in die Battersea Power Station eingeladen waren, um die neuen Geräte vorab in die Hand zu nehmen, bin ich am Mittwoch ganz normal zum Apple Store in Köln spaziert. Denn ich habe neue Apple Geräte bestellt: ein iPhone 17e in Schwarz und ein MacBook Air mit M5-Chip in himmelblau (natürlich alles von meinem eigenen Geld, Apple sponsert mich nicht.)

Um 10 Uhr standen vielleicht 20 Leute mit mir im Nieselregen vor dem Laden. Keine Polizei, kein Ordnungsamt, keine Security - bei der Veröffentlichung der 17er-iPhones im September sah das ganz anders aus. Nach zehn Minuten war ich wieder auf dem Rad und brachte die Geräte ins Büro.

Das iPhone 17e einzurichten und zu nutzen war innerhalb weniger Minuten erledigt. Beim MacBook sah die Sache anders aus. Dieses lief zwar auch sofort, aber ich wollte die Time-Machine-Sicherung meines Mac Mini einspielen, um alle Dateien auf dem neuen Gerät parat zu haben.

Der Haken dabei: Das Backup war mit einem langen, komplizierten Passwort geschützt (viel hilft viel, dachte ich mir). Und im Migrationsassistenten auf dem frischen MacBook war das Einfügen von Text deaktiviert. Jeden Buchstaben und jede Zahl musste ich einzeln abtippen und das schlug jedes Mal fehl.

Nach mehreren gescheiterten Versuchen und dem Ausprobieren diverser Tricks, die alle nicht klappten, gab ich auf und erstellte eine neue Sicherung ohne Passwort. Fühlt sich nicht so gut an, funktioniert aber immerhin.

Jetzt warte ich dank langsamer WLAN-Verbindung noch einige Stunden auf das Kopieren aller Daten. So viel zum Thema "Bei Apple ist alles einfach."

Trotzdem freue ich mich natürlich auf das neue MacBook. Denn damit kann ich meine Projekte endlich auch mal mit nach Hause nehmen, ohne mir vorher den Kopf zu zerbrechen, wo ich was abspeichere, um auf dem Windows-Laptop weitermachen zu können.


📰 News der Woche

📵 2,1 Millionen Deutsche waren noch nie online

Rund 3 % der 16- bis 74-Jährigen in Deutschland haben laut Statistischem Bundesamt das Internet noch nie genutzt - das sind knapp 2,1 Millionen Menschen. Immerhin: 2021 lag der Wert noch bei 6%.

Am höchsten ist der Anteil bei den 65- bis 74-Jährigen - dort ist etwa jeder Zehnte komplett offline. Im EU-Vergleich liegt Deutschland mit seinen 3% leicht unter dem Durchschnitt von 4%. Länder wie Irland, die Niederlande und Schweden kommen auf unter 1%.

Für mich als jemand, der Menschen an Technik heranführen möchte, sind das gleichzeitig ermutigende und ernüchternde Zahlen. Ermutigend, weil sich die Zahl in vier Jahren halbiert hat. Ernüchternd, weil 2,1 Millionen immer noch eine Menge Menschen sind, die von Behördengängen über Bahntickets bis hin zum Kontakt mit der Familie an Hürden stoßen. (via Caschys Blog)


🔒 Wichtige Sicherheitsupdates für ältere iPhones und iPads erschienen

Nutzt du noch iOS 15 oder iOS 16, weil neuere Betriebssysteme auf deinem Gerät nicht laufen?

Dann ist diese Meldung wichtig für dich: Apple hat diese Woche iOS bzw. iPadOS 16.7.15 und 15.8.7 veröffentlicht.

Die Updates schließen eine Sicherheitslücke namens "Coruna-Exploit", über die Angreifer Zugriff auf geschützte Bereiche deines Geräts erlangen könnten. Betroffen sind u. a. iPhone 6s, 7, 8 und X.

Das Update installierst du wie gewohnt über Einstellungen → Allgemein → Softwareupdate. (via Mac Life)

Community News

🎤 Umfrage der letzten Ausgabe

Mit dem MacBook Neo gibt es erstmals ein MacBook zum Einsteigerpreis (ab 699 EUR). Interessant für dich?

Kommentare:

„Zu wenig Performance. Da ist ja mein iPad Air m3 stärker."
„Für mich wäre das Neo interessant gewesen, aber ich hab mir schon das MacBook Air geholt und bin auch begeistert."

In der neuen Umfrage der Woche möchte ich von dir wissen: Kennst du in deinem persönlichen Umfeld jemanden, der komplett offline lebt?


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