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🥱 Das lange Warten auf Siri (dauert jetzt noch länger)
👾 Grüße aus der digitalen Welt! Hier ist der Digitale Wochenrückblick!
Diese Woche mit einer Murmeltier-Meldung, die mich langsam mürbe macht: Siri verspätet sich - schon wieder. Apple bekommt seinen KI-Assistenten einfach nicht in den Griff. Aber die Gründe dafür sind interessant.
Außerdem: Wie ein paar unscheinbare Plugins von Anthropic an der Börse für Panik sorgten und warum du iOS 26.3 sofort installieren solltest - selbst wenn dir die neuen, von der EU erzwungenen Funktionen nicht gefallen.
🍎 Siri verspätet sich - schon wieder
Im vorletzten Newsletter hatte ich darüber berichtet, dass Apple Siri zum Chatbot umbaut. Und dass iOS 26.4 im März/April die ersten großen Verbesserungen bei Apples KI-Assistent bringen wird. Aber daraus wird wohl nichts.
Laut Bloomberg-Reporter Mark Gurman steckt der Siri-Umbau erneut in Schwierigkeiten. Die geplanten Funktionen werden jetzt auf iOS 26.5 im Mai und teilweise sogar auf iOS 27 im Herbst verschoben.
Die Börse hat empfindlich darauf reagiert: Apples Aktienkurs fiel um fünf Prozent, rund 200 Milliarden Dollar Marktwert waren zeitweise weg. Das zeigt, wie wichtig dieses Thema inzwischen auch für Investoren geworden ist.
Apple hat sich daraufhin zu Wort gemeldet und betont, die neue Siri komme definitiv noch 2026. Das stimmt technisch gesehen - Apple hat nie öffentlich einen genaueren Termin als “2026” genannt. Aber intern sieht es offenbar nicht gut aus.
Interne Tester berichten von einer ganzen Reihe von Problemen. Siri antwortet zu langsam, liefert bei komplexeren Fragen ungenaue Ergebnisse und hat einen Fehler, der Nutzer mitten im Satz abwürgt, wenn sie zu schnell sprechen.
Besonders peinlich: Bei Anfragen, die Siri eigentlich selbst beantworten können müsste, wird stattdessen die ChatGPT-Integration bemüht. Und die einst bei der Entwicklerkonferenz 2024 vorgestellten Funktionen wie Zugriff auf persönliche Daten in Nachrichten und Mails, App-übergreifende Aktionen per Sprachbefehl sind noch weit von der Fertigstellung entfernt.
Warum ist das alles so schwierig?
Dass die neue Siri nicht einfach nur “noch nicht fertig” ist, sondern auch ein grundsätzliches Problem hat, wurde bei einem internen Treffen der ganz hohen Tiere bei Apple deutlich. Softwarechef Craig Federighi - lange als KI-Skeptiker bekannt - betonte dort, es sei “sehr wichtig, dass die Anfrage an ein Modell privat bleibt”. Der Industriestandard sei nach wie vor, Nutzerdaten an Server zu schicken, wo sie geloggt und fürs Training verwendet würden. Apple will das nicht.
Das Problem: Die Gemini-Modelle von Google sind für Googles eigene Server-Chips (TPUs) optimiert. Apple setzt aber auf eigene Rechenzentren mit hauseigenen Apple-Silicon-Chips und die datenschutzfreundliche Private Cloud Compute. Wie beides zusammenpasst, ist offenbar noch nicht gelöst.
Apple will zugleich die leistungsstärkste KI und den strengsten Datenschutz. Das ist ein nobles Ziel - aber offenbar auch der Grund, warum wir nun noch länger warten dürfen.
Dass Apple sich Google Gemini ins Boot geholt hat, war ein großes Eingeständnis. Apple macht eigentlich am liebsten alles selbst - und dann kauft man sich für eine Milliarde Dollar pro Jahr ein externes KI-Modell ein.
Google war übrigens nicht die erste Wahl: Apple wollte zunächst eine tiefere Partnerschaft mit OpenAI - doch die lehnten ab. OpenAI baut jetzt eigene Hardware und will nicht zum Zulieferer für andere werden. Ausgerechnet Jony Ive, Apples legendärer Ex-Designchef, arbeitet dort an einem eigenen KI-Gerät.
Als nächstes klopfte Apple bei Anthropic an, den Machern von Claude - aber die verlangten offenbar mehrere Milliarden pro Jahr. Erst dann kam der Deal mit Google zustande, im Januar dieses Jahres.
Man muss sich das mal vorstellen: Apple, das wertvollste Unternehmen der Welt, geht bei den führenden KI-Firmen quasi "betteln" - und bekommt zweimal einen Korb. Das zeigt, wie sehr sich die Machtverhältnisse in der Tech-Branche gerade verschieben.
Meine Einschätzung
Ich hatte ehrlich gedacht: Ok, mit Gemini wird das jetzt klappen. Offenbar sind die Probleme dadurch aber nicht beseitigt. Und das macht mir Sorgen.
Ich zeige in meinen Videos, was man mit den Apple-Apps alles machen kann. Aber wenn ich ehrlich bin: Vieles davon fühlt sich inzwischen recht antiquiert an. Der Wow-Effekt findet aktuell woanders statt (siehe auch das nächste Thema).
Apple muss höllisch aufpassen, dass das Unternehmen hier nicht den Anschluss verliert.
🤖 Wie ein paar Claude-Plugins 285 Milliarden Dollar vernichteten
Anfang Februar hat Anthropic ein paar neue Plugins für Claude Cowork veröffentlicht. Spezialisierte Werkzeuge für Rechtsanwälte, Finanzberater und Marketer. Keine große Ankündigung, kein Event, einfach ein paar Dateien auf GitHub.
Die Reaktion der Börse? 285 Milliarden Dollar Wertverlust an einem einzigen Tag.
Thomson Reuters (ein Anbieter von Rechtsdatenbanken) fiel um knapp 16 Prozent - der größte Tageseinbruch in der Firmengeschichte. Der Rechtsdienstleister LegalZoom verlor fast 20 Prozent.
Insgesamt haben börsennotierte Software-Firmen seit Jahresbeginn über eine Billion Dollar an Wert verloren. In den Medien ist bereits von der “SaaSpocalypse” die Rede (SaaS = Software as a Service).
Warum fallen die Kurse?
Nicht nur Investoren fragen sich: Wenn KI komplexe Aufgaben wie Vertragsanalyse, Rechtsrecherche oder Finanzplanung übernehmen kann - wozu braucht man dann noch teure Spezialsoftware dafür? Das Claude-Plugin für Juristen z. B. kann Vertragsentwürfe gegen firmeninterne Vorgaben prüfen, problematische Klauseln markieren und eigenständig Rechtsprechung recherchieren.
Ist das das Ende vieler Software-Firmen?
Eher nicht - zumindest nicht für die großen. Die Panik war - wie so oft - laut einigen Analysten übertrieben: Die Claude-Plugins ersetzen die bestehende Software nicht, sondern nutzen sie sogar. Ein Docusign mit 1,8 Millionen zahlenden Kunden, das in 180 Ländern Verträge rechtssicher abwickelt, kann man nicht mal eben mit ein paar Prompts nachbauen. Das gilt auch für Salesforce, SAP und ähnliche Schwergewichte.
Aber bei kleineren und simpleren Software-Helfern sieht die Sache anders aus. Wenn ich heute eine Vertragsvorlage brauche einen Werbetext schreiben will oder einfach nur einen Titel für mein neues YouTube-Video brauche - muss ich dafür wirklich ein Monatsabo bei einem Spezialanbieter abschließen? Oder reichen ein paar gezielte Prompts an Claude oder ChatGPT?
Dieses Umdenken hat sich auch bei meiner Arbeit schon stark etabliert. Ein Beispiel: Ich bekomme recht viele Sponsoringanfragen für meinen Kanal - die Verhandlungen dazu laufen inzwischen über ein speziell dafür eingerichtetes Projekt in Claude.
Denn: Die Anfragen ähneln sich stark, auch meine Antworten folgen immer einem ähnlichen Muster. Perfekt, um die Aufgabe einer KI anzuvertrauen.
Auch die Sponsorenverträge lasse ich dann von KI auf für mich nachteilige Klauseln prüfen. Das beschleunigt das Nachverhandeln erheblich
Müsste ich das alles noch auf althergebrachtem Wege machen, käme ich kaum noch zum Erstellen von Videos. Auch bei Recherchen, Textentwürfen und der Strukturierung von Inhalten hilft mir KI inzwischen enorm.
Unter den neuen Claude-Plugins ist übrigens auch eins für Excel. Vielleicht mache ich ja doch noch meinen Frieden mit Tabellenkalkulationen?
iOS 26.3 ist ein besonderes Update für iPhone-Nutzer in der EU: Wegen des Digital Markets Act öffnet Apple sein System für andere Hersteller und bringt uns neue Möglichkeiten, die es weltweit sonst nicht gibt. In diesem Video zeige ich dir, welche Neuerungen alle iPhones bekommen und was in Zukunft zusätzlich exklusiv in der EU möglich sein wird.
Anmerkung: Die im Video gezeigte Weiterleitung von Benachrichtigungen an Smartwatches anderer Hersteller wurde im finalen Update dann doch nicht ausgespielt. Da Apple diese Funktion aber aufgrund des Digital Markets Act nachliefern muss, dürfte sie vermutlich mit dem nächsten iOS-Update kommen.
📰 News der Woche
🎵 YouTube Music: Liedtexte nur noch mit Abo
Google stellt Liedtexte bei YouTube Music hinter eine Bezahlschranke. Kostenlose Nutzer bekommen nur noch fünf Texte angezeigt, danach wird ein YouTube Music Premium oder YouTube Premium Abo verlangt. Die Lyrics-Funktion war seit 2020 kostenlos. Google spricht zwar von einem “Experiment”, aber die Berichte über eine breite Einführung häufen sich. (via 9to5Google)
💬 Discord: Altersabfragen ab März - und sofort Kritik
Der Chat-Dienst Discord will ab März weltweit Altersüberprüfungen einführen - per Videoselfie oder Ausweisdokument. Die Kritik kam prompt: Erst kürzlich wurden bei einem Discord-Dienstleister rund 70.000 Ausweisbilder aus einer früheren Verifizierung geleakt. Keine gute Voraussetzung, um von Nutzern jetzt Ausweisdaten zu verlangen.
Discord ruderte einen Tag später teilweise zurück: Nur wer auf sensible Inhalte zugreife, müsse sich verifizieren. (via Discord, EFF)
🍎 iOS 26.3: Auch wer die EU-Funktionen nicht braucht, sollte updaten
Selbst wenn dich die EU-Funktionen von iOS 26.3 nicht interessieren (was laut den Kommentaren unter meinem Video bei vielen der Fall ist): Das Update solltest du trotzdem installieren. Apple schließt damit dutzende Sicherheitslücken - eine davon wurde bereits aktiv ausgenutzt. Apple spricht von einem “extrem ausgefeilten Angriff” auf einzelne Personen.
Also: Einstellungen > Allgemein > Softwareupdate, am besten heute noch. Updates gibt es auch für iPad, Mac, Apple Watch und Apple TV. (via Apple)
Community News
🎤 Umfrage der letzten Ausgabe
Mit iOS 26.3 öffnet Apple sein Ökosystem erheblich für Geräte anderer Hersteller - auf Druck der EU und nur für Nutzer in der EU. Ein guter Schritt oder ist die EU auf dem Holzweg?
Kommentare:
„Solange man sich alles einstellen kann und man zu nichts genötigt wird ist das schon ok“
„Ökosystem ist auch nur ein anderer Ausdruck für Kaufzwang von Produkten eines Herstellers. Nee danke.“
In der neuen Umfrage der Woche möchte ich von dir wissen: In welchen digitalen Kalender trägst du deine Termine ein?
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neumann.digital - digitaler Wochenrückblick #84 (im Browser ansehen) Liebe/r Reader, 👾 Grüße aus der digitalen Welt! Hier ist der Digitale Wochenrückblick! In der kommenden Woche erwartet uns ein Update, das Apple so vermutlich nie freiwillig veröffentlicht hätte - denn iOS 26.3 bringt vor allem neue Funktionen für Nutzer in der EU - aufgrund von EU-Regularien. Außerdem gibt es eine Premiere: den ersten Gastbeitrag in diesem Newsletter, geschrieben von einem echten Profi - meiner Mutter. Und:...
neumann.digital - digitaler Wochenrückblick #83 (im Browser ansehen) Liebe/r Reader, 👾 Grüße aus der digitalen Welt! Hier ist der Digitale Wochenrückblick! Diese Woche mit einer überraschenden Meldung: Apple setzt intern offenbar genau auf die KI, die ich selbst am häufigsten nutze - und es ist nicht Google Gemini, das gerade für 1 Milliarde Dollar pro Jahr als Siri-Retter eingekauft wurde. Außerdem schauen wir auf OpenClaw, ein Projekt, das gerade mächtig Aufsehen erregt und einen Blick in...
neumann.digital - digitaler Wochenrückblick #82 (im Browser ansehen) Liebe/r Reader, 👾 Grüße aus der digitalen Welt! Hier ist der Digitale Wochenrückblick! Siri bekommt nicht nur Hilfe von Google Gemini, sie soll sogar bald ein vollwertiger Chatbot werden. Wirft Apple dafür sogar sein Datenschutzversprechen über Bord? Außerdem berichte ich von meinen ersten Erfahrungen mit Claude Cowork und von der Erkenntnis: KI kann der bessere Kundendienst sein. iPhone-Selfie mal anders: Aufnahme der...