Sprengt die EU Apples Ökosystem? 💥


neumann.digital - digitaler Wochenrückblick #47 (im Browser ansehen)

Liebe/r Reader,

👾 Grüße aus der digitalen Welt!
Hier ist der Digitale Wochenrückblick.

Die Europäische Kommission zwingt Apple zu weitreichenden iOS-Änderungen, iOS 19 wird wohl ein umfassendes Redesign erhalten, und OpenAI präsentiert mit OpenAI.FM eine beeindruckende neue Sprachplattform, die du unbedingt einmal ausprobieren solltest.

🍎 EU zwingt Apple zu weiteren Systemänderungen

Die Europäische Kommission hat eine umfangreiche Liste mit Änderungen veröffentlicht, die Apple verpflichtend in iOS 19 und iOS 20 implementieren muss. Diese Maßnahmen sind Teil der Durchsetzung des Digital Markets Act (DMA) und zielen darauf ab, den Wettbewerb im Bereich der mobilen Betriebssysteme zu fördern.

Zu den konkreten Anforderungen gehört zunächst eine bessere Integration von Fremdanbieter-Smartwatches in das Apple-Ökosystem.

iPhone-Nutzer sollen künftig Push-Benachrichtigungen inklusive Bilder auf Drittanbieter-Smartwatches empfangen und direkt darauf antworten können. Diese Funktion ist bis heute der Apple Watch vorbehalten und stellt einen erheblichen Wettbewerbsvorteil für Apples eigene Geräte dar.

Außerdem muss Apple dafür sorgen, dass Bluetooth-Geräte anderer Hersteller – wie Kopfhörer und Smartwatches – einfacher und nahtloser mit dem iPhone gekoppelt werden können. Die aktuelle Benutzeroberfläche begünstigt Apple-eigene Produkte wie AirPods durch besonders einfache Verbindungsprozesse, während Drittanbieter-Hardware oft kompliziertere Kopplungsvorgänge erfordert.

Die EU-Kommission verlangt zudem verbesserte und schnellere Datenverbindungen zwischen iPhone und VR-Headsets anderer Hersteller. Dies könnte vor allem ein Vorteil für Meta mit seinen Quest-Headsets sein, die künftig besser mit iOS-Geräten kommunizieren könnten.

Ebenfalls betroffen sind AirDrop und AirPlay: Entwickler müssen die Möglichkeit erhalten, alternative Lösungen zu diesen Apple-Diensten auf dem iPhone zu integrieren. Dadurch sollen iPhone-Nutzer zwischen verschiedenen Diensten zum Datenaustausch und zur Medienübertragung auf Fernsehgeräte wählen können.

Apple reagierte umgehend und mit deutlicher Kritik. Das Unternehmen bezeichnete die neuen Anforderungen als "schlecht für unsere Produkte und schlecht für unsere europäischen Nutzer."

Diese Reaktion ist nicht überraschend: Apple setzt seit jeher auf strikte Barrieren für sein Ökosystem und argumentiert, dass gerade diese die Qualität, Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit seiner Produkte garantiert.

Für Nutzer in der EU könnte dies dauerhaft zu einem anderen Erlebnis im iOS-Ökosystem führen als für Anwender in anderen Regionen - so, wie wir es gerade bei der verspäteten Einführung von Apple Intelligence erleben habe.


🆕 iOS 19 kommt offenbar mit umfassendem Redesign

Die Gerüchte über ein grundlegendes Redesign von iOS verdichten sich. Mindestens drei glaubwürdige Quellen, darunter Bloomberg's Mark Gurman (wer sonst?), haben unabhängig voneinander über eine geplante Neugestaltung berichtet.

"Die Änderungen werden weit über einen neuen Anstrich hinausgehen und die Art und Weise, wie Menschen mit ihren Geräten interagieren, für viele Jahre verändern. Die Überarbeitung umfasst sowohl die Benutzeroberfläche der Software - wie sie aussieht - als auch die Benutzererfahrung - wie sie funktioniert - und ist ein mutiger Schritt, wenn man bedenkt, dass das Unternehmen mehr als 2 Milliarden Geräte im aktiven Einsatz hat." (Mark Gurman)

Obwohl viele Medien für das Redesign kreisförmige Icons ähnlich wie bei visionOS erwarten, ist diese spezifische Designrichtung noch nicht bestätigt. Die Neugestaltung wurde bereits vor dem iOS 18-Release geplant und ist daher kein "Ablenkungsmanöver" von den aktuellen Problemen und Verschiebungen bzgl. Siris KI-Funktionen.


🤖 OpenAI.fm: Stimmbibliothek al dente

OpenAI hat mit OpenAI.FM eine interaktive Demo-Website vorgestellt, die die neuesten Fortschritte im Bereich der KI-gestützten Sprachsynthese demonstriert. Moment, was hat das mit einem italienischen Koch zu tun?

Die Plattform ermöglicht es, mit verschiedenen Stimmen, Persönlichkeiten und Stimmungen zu experimentieren. Du kannst nicht nur aus verschiedenen Stimmen wählen, sondern diese auch mit einer Vielzahl von Sprechstilen und Dialekten kombinieren, von einem New Yorker Taxifahrer über einen genervten Jugendlichen, einen Late-Night-Radiomoderator bis hin zu einem italienischen Chefkoch, den ich das Intro meines nächsten Videos sprechen ließ.

Probier OpenAI.fm am besten selbst einmal aus, mir hat es sehr viel Spaß gemacht.


🎥 Meine aktuellen Veröffentlichungen

Apple Notizen für iPhone: Alles, was du wissen musst (iOS 18)

In diesem Einsteiger-Tutorial zeige ich dir, wie du mit Apple Notizen für iPhone deine Notizen organisierst, schneller findest, besser formatierst und wie du jetzt auch mit transkribierten Audio-Dateien arbeiten kannst. Nach diesem ausführlichen Video wirst du die Notizen-App so effizient nutzen, dass du teure Alternativen von Drittanbietern vielleicht nicht mehr brauchst.


📢 News der Woche in Kürze

⚖️ Apple wegen verschobener Siri-Funktion verklagt

In den USA wurde Klage gegen Apple wegen eines TV-Spots vom September eingereicht, der kontextsensitive Siri-Funktionen bewarb, die bis heute nicht verfügbar sind.

Obwohl der Spot einen kleinen Hinweis enthielt, dass "einige Funktionen über das nächste Jahr" kommen würden, wirft die Klage Apple vor, falsche Erwartungen geweckt und gegen Wettbewerbsregeln verstoßen zu haben.

Die Anwaltskanzlei Clarkson Law Firm strebt eine Sammelklage an, die Apple Millionen kosten könnte. Apple kommentierte den Vorfall bisher nicht, hat aber inzwischen auf seiner Website weitere Disclaimer zu den fehlenden Funktionen hinzugefügt. (via heise)


💸 Warnung für DKB- und Targobank-Kunden

Die Verbraucherzentrale warnt aktuell vor betrügerischen E-Mails, die im Namen der Deutschen Kreditbank (DKB) und der Targobank kursieren. Diese Phishing-Versuche fordern die Bestätigung und Aktualisierung von Kundendaten.

Erkennbar sind die gefälschten DKB-Nachrichten an der Drohung mit Kontosperrung (meist in roter Schrift), knappen Fristen und typischen Grammatikfehlern wie "bei DKB zu überprüfen". Auch eine persönliche Anrede soll Vertrauen erwecken.

Wie immer gilt: Bei Erhalt solcher E-Mails solltest du diese umgehend löschen und keinesfalls auf enthaltene Links zu klicken.
(via netzwelt.de)


📉 Apple TV+ mit einer Milliarde Verlust pro Jahr

Trotz großer Erfolge wie "Ted Lasso" und dem aktuellen Hype um die Serie "Severance" (ich habe jede Folge geschaut) macht Apples Streaming-Dienst laut The Information jährlich über eine Milliarde Dollar Verlust.

Mit nur 40,4 Millionen Abonnenten liegt der Dienst weit hinter Netflix (302 Mio.), Disney+ (125 Mio.) und Paramount+ (78 Mio.) zurück. Branchenexperten sehen Apple TV+ hauptsächlich als Marketinginstrument zur Kundenbindung im Apple-Ökosystem. Apple nennt keine offiziellen Zahlen zu dem Dienst. (via computerbase)


👾 Was passiert bei mir?

Ich gebe es offen zu: Die Arbeit am letzten Tutorial zur Notizen-App (s.o.) schlauchte schon etwas. Schließlich ist es mit 20 Minuten eines der längsten Videos geworden, die ich jemals aufgenommen habe. Aber auch das Drumherum mit Vorbereitung, neuem Sponsor und Begleit-Skript war in nur einer Woche einfach nicht zu stemmen.

Nun nehme ich mir zunächst ein paar kürzere Themen vor, bevor ich an das nächste Komplett-Tutorial wage. Welches Thema würde dich am meisten interessieren?

Endlich Frühling: Auch wenn es vorhin beim Gang zum Büro noch nicht so frühlingshaft aussah – alleine die wärmeren Temperaturen lassen mich aufleben.

Nach dem Schreiben dieses Newsletter ist erstmal ein wenig Zeit draußen angesagt - ganz analog mit der Familie.


Community News

🎤 Umfrage der vergangenen Woche

Ist Apple vom Weg abgekommen?

Kommentare:

"Ich sehe da grob gesagt die ganzen Neuabsolventen-Ingenieure im Konzern als großes Problem an. Damals in Apple‘s Primetime gab es sehr erfahrene und wirklich gute Software Ingenieure und alle anderen Experten, die in der Software Entwicklung mit beteiligt waren. Die wussten, was sie da machen. Im Gegensatz zu heute"
"Es wird gerne auf Steve Jobs verwiesen, dieser ist allerdings schon seit einigen Jahren tot. Die Frage ist, ob er sich heut noch leisten könnte, Produkte vorzustellen, die tatsächlich laufen oder ob er es genau wie die Konkurrenz machen müsste erst mal Dinge anzukündigen und dann zu hoffen, dass sie funktionieren?"

In der neuen Umfrage möchte ich von dir wissen, ob du dein iPhone überwiegend im hellen oder im dunklen Modus nutzt.


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Das neue iPhone 16e

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