Apple-Jahresrückblick: Das Gute, das Schlechte und das Fragwürdige


neumann.digital - digitaler Wochenrückblick #79 (im Browser ansehen)

Liebe/r Reader,

👾 Grüße aus der digitalen Welt!
Hier ist der Digitale Wochenrückblick!

Das Jahr 2025 ist am Austrudeln und klassischerweise ist das der Moment, einmal zurückzublicken. In dieser Ausgabe findest du daher einmal einen Jahresrückblick zu Apple, unterteilt in das Gute, das Schlechte und das Fragwürdige.

Außerdem wage ich einen persönlichen Jahresrückblick, gestützt durch Zahlen, Daten und Fakten, die einem die diversen Digital-Plattformen inzwischen ja reichlich liefern. Als kleine Überraschung habe ich diesen Jahresrückblick in einen Song verwandelt. Wenn du wissen willst, wie das geht, lies dir unbedingt den Abschnitt dazu durch.

🍎 Apple Jahresrückblick 2025

Das Gute

Die neuen iPhones: Nach Jahren, in denen sich beim iPhone gefühlt wenig getan hat, kam 2025 Bewegung in die Sache. Angefangen beim iPhone 16e, das im Februar als Nachfolger der SE-iPhones alles Wesentliche eines iPhones zu einem günstigeren Preis bieten soll.

Tatsächlich ist das "e" schon nahe an einem normalen iPhone (6,1-Zoll-OLED-Display statt 4,7-Zoll-LCD beim SE, Face ID statt Home-Taste, eine 48-MP-Kamera, USB-C, Aktionstaste und Apple Intelligence-Unterstützung), leider bleibt der günstige Preis blieb dabei etwas auf der Strecke, denn das e ist gleich 130 EUR teurer als der Vorgänger im Geiste. Dennoch: dieses Modell hat Potenzial.

Im September folgt dann die 17er Reihe: Das iPhone 17 Pro hebt sich deutlich von seinen Vorgängern ab: Das neue Kamera-"Plateau" nimmt fast die gesamte Breite ein, und das Gerät heizt sich dank komplett neuer "Dampfkammer"-Technik weniger auf. Wichtig für alle, die ihr iPhone wirklich intensiv nutzen.

Das iPhone 17 Pro war mein einziger Apple-Kauf im Jahr 2025. Zwar hatte mein Gerät anfangs mit zu kurzer Akkulaufzeit zu kämpfen, aber nach einigen iOS-Updates bin ich inzwischen sehr zufrieden. Tatsächlich wird es praktisch nie heiß. Einzig wegen des recht hohe Gewichts und die Kopflastigkeit würde ich Abzüge in der B-Note vornehmen.

Der eigentliche Star des Jahres ist aber das iPhone 17 Standardmodell. Es steht dem Pro nur noch bei Kamera und Akkulaufzeit nach, ansonsten bietet es nahezu denselben Komfort. Für die allermeisten Nutzer ist es die richtige Wahl, und das zu einem deutlich günstigeren Preis. Schön zu sehen, dass Apple (zumindest in diesem Jahr) damit aufgehört hat, Nutzer durch Feature-Vorenthaltung zum teureren Pro-Modell zu drängen.

Leistungsstarke Chips: Der Mac Studio bekam neue mächtige Chips, das MacBook Air wurde mit dem M4-Chip aufgefrischt, und im Oktober kam der M5-Chip für MacBook Pro, iPad Pro und Vision Pro - bei gleichbleibenden oder sogar reduzierten Preisen. Für den Alltag bedeutet das: flüssigeres Arbeiten, längere Akkulaufzeit, weniger Wartezeit. Ich warte noch auf das MacBook Air mit M5-Chip im kommenden Jahr, das wird vermutlich mein erster Mac-Laptop.

Apple Watch: Das günstigere SE-Modell bekam ein "Always-On" display (bislang wurde der Bildschirm dunkel, wenn man nicht aktiv die Uhr anschaute). Die Series 11 erhielt einen etwas stärkeren Akku und wurde durch neue Keramikbeschichtung robuster gegen Stöße gemacht.

Die neuen AirPods Pro 3 filtern Umgebungsgeräusche noch besser heraus und sitzen dank verbesserter Ohrstöpsel bequemer. Außerdem können sie jetzt den Herzschlag messen. Eine schöne Ergänzung für alle, die keine Apple Watch haben, ihre Gesundheit aber dennoch im Blick behalten möchten.


Das Schlechte

Apple Intelligence: Wer erinnert sich nicht an die vollmundige Ankündigung von Apple Intelligence im vergangenen Jahr? Apple versprach uns eine Siri, die endlich schlau wird: Sie sollte verstehen, was auf dem Bildschirm passiert, sich an unsere Vorlieben erinnern und selbstständig Informationen aus verschiedenen Apps zusammentragen können, um Aufgaben für uns zu erledigen.

Was Nutzer jedoch bisher bekamen, sind Schreibhilfen, deren Fähigkeiten lächerlich simpel wirken im Vergleich zu ChatGPT und Co. Und der Bildgenerator Playground liefert Ergebnisse, die man vielleicht vor 3 Jahren noch als respektabel bezeichnet hätte, heute wirkt er aus der Zeit gefallen.

Und Siri? Ist weiterhin sehr schnell überfordert und verweist stets auf die Weiterleitung der Anfrage an ChatGPT.

Kurzfristig besteht die einzige Hoffnung in der (noch nicht offiziell bestätigten) Unterstützung durch ein maßgeschneidertes Google-Gemini-Modell. Dieses soll auf Apple-Servern laufen und das Unternehmen dem Vernehmen nach eine Milliarde Dollar kosten. Es wird (hoffentlich) im Frühjahr mit iOS 26.4 eingeführt und soll es Siri erlauben, endlich zu anderen KI-Chats aufzuschließen.


Das Fragwürdige

iPhone Air: Apple stellt im September auch ein besonders dünnes iPhone vor, das preislich zwischen dem normalen iPhone 17 und dem Pro angesiedelt ist. Es sieht elegant aus und fühlt sich hochwertig an. Aber: Statt zwei oder drei Kameralinsen auf der Rückseite gibt es beim Air nur eine, ebenso nur einen Lautsprecher und die Akkulaufzeit ist kurz.

Nach dem Mini und dem Plus scheint das Air nun der dritte vergebliche Versuch zu sein, zwischen dem normalen iPhone und dem Pro einen weiteren Modelltyp zu etablieren.

Mit nur 5,6 mm Dicke ist es zweifellos ein Meisterwerk der Ingenieurskunst, aber Nutzer entschieden sich klar für die beiden etablierten Modelle und gegen das Air - die Produktion wurde schon wenige Wochen nach dem Verkaufsstart drastisch zurückgefahren.

Liquid Glass: Im Juni präsentierte Apple seine neue Designsprache für praktisch alle Apple-Geräte mit Bildschirm: Liquid Glass bringt transparente Oberflächen und Menüs, auf denen die Farben der darunterliegenden Ebenen gebrochen werden wie bei echtem Glas. Es ist das größte optische Update seit über zehn Jahren.

In der Praxis ist Liquid Glass allerdings wenig nutzerfreundlich: Schrift verschwimmt vor transparenten Hintergründen, manchmal erscheint gar weißer Text auf weißem Grund - unlesbar.

Apple muss gleich mehrfach nachbessern und fügt mit iOS 26.1 eine optionale Einstellung hinzu, um den Effekt deutlich abzuschwächen. Ein frühes Eingeständnis, sich verrannt zu haben?

Meine Einschätzung: Auch wenn der Aufwand bewundernswert ist, der bei Liquid Glass betrieben wurde, um einen global einheitlichen Look zu erzielen: Diese Energie wäre bei anderen Projekten (z.B. Siri) besser aufgehoben gewesen.

Ich vermute noch immer, dass wir uns am Liquid Glass-Look schon bald satt gesehen haben werden. Es sei denn, Datenbrillen erleben einen unerwartet schnellen Siegeszug, denn für diesen Gerätetyp scheint Liquid Glass eigentlich gedacht zu sein.

Viele Abgänge im Top-Management. 2025 verließen ungewöhnlich viele Führungskräfte Apple. Darunter der Chef für künstliche Intelligenz und just der Design-Chef, der für Liquid Glass verantwortlich war. Zudem halten sich hartnäckig Gerüchte, dass CEO Tim Cook 2026 abdanken könnte.

Diese Abgänge müssen jedoch keine schlechte Nachricht sein. Frischer Wind wäre bei Apple durchaus zu begrüßen, war doch vieles zuletzt arg berechenbar und überraschungsarm.

Alles in allem: ein turbulentes Jahr für Apple mit mindestens so vielen Tiefen wie Höhen. Während die Hardware keinen Vergleich scheuen muss (auch wenn man beim Air aufs falsche Pferd setzte, ist es dennoch ein bemerkenswertes Gerät), muss Apple aufpassen, bei der Software nicht noch mehr Nutzer zu verärgern und beim Thema KI nicht völlig den Anschluss zu verlieren.


🤖 Mein Jahresrückblick als Song

Das Jahr 2025 war das bisher erfolgreichste seit meiner Selbstständigkeit Ende 2019. Das gilt sowohl für das Wachstum meines YouTube-Kanals und dieses Newsletters (Danke!) als auch für meinen Umsatz. Das belegen auch die Statistiken, die inzwischen automatisch in den Posteingang gespült werden.

Spotify war eine der ersten Plattformen mit dem berühmten "Wrapped"-Jahresrückblick, inzwischen haben LinkedIn, Youtube und viele andere nachgezogen und zeigen Nutzern, wie aktiv sie im zurückliegenden Jahr waren:

Ein paar Highlights:

  • Meine Videos wurden 2025 über 7 Mio. Mal aufgerufen
  • Die gesamte Wiedergabezeit betrug 409.000 Stunden (das entspricht 17.000 Tagen oder 46,6 Jahren)
  • Über 32.000 neue Abonnenten kamen hinzu

Das ist sehr erfreulich, aber einfach nur diese Zahlen zu teilen, war mir zu langweilig. Daher habe ich meine Jahresstatistiken als Song vertont.

Dank Musik-KIs wie Suno ist so ein persönliches Musikstück in jedem gewünschten Stil inzwischen im Handumdrehen erstellt und ich muss ehrlich zugeben, dass ich von der Qualität ziemlich begeistert bin. Wenn man nicht das allerneueste Modell für die Musik-Generation verwendet, ist die Erstellung sogar kostenlos.

Hier nun mein Jahresrückblick als Pop-Punk-Song (Falls die Musik nicht automatisch startet: Ganz unten ist der Abspielknopf)

Wenn du erfahren möchtest, wie ich diesen Song inklusive Text genau erstellt habe: Dazu bereite ich gerade ein Schritt-für-Schritt-Video für meinen Tutorial-Kanal vor.

Möchtest du eine kurze E-Mail erhalten, wenn das Video fertig ist? Dann klicke einfach auf diesen Button:


💡 Tipp der Woche

📱 Das verrät die Modellnummer über (d)ein iPhone

Wenn du dir ein iPhone zulegst bzw. gerade zugelegt hast, kannst du überprüfen, ob es sich um Neuware handelt oder nicht.

So findest du sie: Öffne Einstellungen → Allgemein → Info und tippe auf den Eintrag "Modellnummer".

  • M = echte Neuware von Apple oder einem autorisierten Händler
  • F = generalüberholt (sollte günstiger sein)
  • N = Austauschgerät (von Apple wegen eines Defekts ersetzt)

Wichtig: Sollte dort zunächst nur ein „A“ mit vier Ziffern angezeigt werden, tippe die Zeile einmal an. Erst dann wird die vollständige Modellnummer mit dem relevanten Buchstaben eingeblendet.

Auf Plattformen wie eBay oder Kleinanzeigen werden iPhones gerne als "neu" verkauft, obwohl sie in Wirklichkeit generalüberholt sind. Mit dieser Info kannst du den tatsächlichen Wert der Geräte besser einschätzen (via GIGA)


Community News

🎤 Umfrage der letzten Ausgabe

Viele Nutzer bereuen, dass sie ihr iPhone auf iOS 26 aktualisiert haben. Wünschst auch du dir iOS 18 zurück?

Kommentare:

"Ich fand iOS 18 Perfekt. Ich finde Liquid Glass zwar ganz cool, aber das es dadurch einfach nur ein Akku und Performance Fresser ist wünschte ich das ich es nie geupdatet hätte."
"Jetzt ab 26.2 top. Komme jetzt endlich auch wieder mit 90% Ladelimit durch den Tag (mit am Ende noch ca. 20% Restladung). Mit 26.1 musste ich noch auf 100% laden und war am Ende des Tages bei 10-15%."
"Es ist diese Sache mit den Geschmackssachen: die einen lieben Sachertorten, andere eher Gewürzkuchen. Mir gefällt iOS 26 sehr. Das mag daran liegen, dass ich in gewissen Zeit-Abständen eine Abwechslung liebe."

In der neuen Umfrage der Woche möchte ich von dir wissen, ob du für oder gegen eine Klarnamenpflicht für Postings im Internet bist.


Liebe/r Reader

Einen entspannten Sonntag und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünscht dir

Bitte füge newsletter@neumann.digital deinem E-Mail-Adressbuch hinzu. Diese E-Mail wurde an dich weitergeleitet? Hier kannst du dich anmelden.

Abbestellen · Verwalte dein Abonnement
David Neumann, c/o Deutsche Cyberkom, Hohenstaufenring 66-70, Köln, NRW 50674

Digitaler Wochenrückblick

Mein kostenloser Newsletter bietet dir jeden Sonntag eine Auswahl an Apple- und KI-News, exklusive Community-Inhalte und persönliche (Digital-)Beobachtungen. Melde dich jetzt gratis an und erhalte 4 Bonus-Videos zu iOS 26, iPadOS 26, macOS 26 und ein Kurztutorial für den YouTube-Player! Unten kannst du in den vergangenen Ausgaben blättern.

Read more from Digitaler Wochenrückblick
Ein Mann, der dem Releasedatum von iOS 26.2 auf der Spur ist.

neumann.digital - digitaler Wochenrückblick #77 (im Browser ansehen) Liebe/r Reader, 👾 Grüße aus der digitalen Welt! Hier ist der Digitale Wochenrückblick! Heute mit einer etwas anderen Ausgabe: vom Küchentisch statt aus meinem Büro. Apple hat alle Experten mit iOS 26.2 überrascht, wenn auch eher mit dem Termin als mit dem Inhalt. Außerdem: OpenAIs erstes Update nach dem "Code Red" ist da: GPT 5.2. Bringt das neue Flaggschiff-Sprachmodell ChatGPT wieder an die Spitze? 🍎 iOS 26.2 ist da - ein...

Symbolbild: Alarmstufe Rot bei OpenAI

neumann.digital - digitaler Wochenrückblick #76 (im Browser ansehen) Liebe/r Reader, 👾 Grüße aus der digitalen Welt! Hier ist der Digitale Wochenrückblick! Heute werfen wir einen Blick auf die vielen Abgänge von Top-Managern bei Apple - und warum das zumindest in einem Fall sogar eine gute Nachricht sein könnte. OpenAI-Chef Sam Altman ruft derweil "Alarmstufe Rot" aus - ist der ChatGPT-Vorsprung dahin? Und: ich habe Googles neuen Bildgenerator getestet. Ergebnis: Ich kann KI-Bilder nicht mehr...

ein Mann vor einem Sonnenuntergang mit Palmen im Hintergrund

neumann.digital - digitaler Wochenrückblick #75 (im Browser ansehen) Liebe/r Reader, 👾 Grüße aus der digitalen Welt! Der Digitale Wochenrückblick meldet sich aus Strandnähe mit einer Urlaubs-Kurzausgabe 🏖️ Heute: Warum Apple 2 beliebte iPad-Funktion nach und nach zurückbringt und warum ich ernsthaft erwäge, mein ChatGPT Plus-Abo zu kündigen. 🍎 Warum Apple bei 2 iPad-Funktionen zurückrudert Mit iPadOS 26 hat Apple im Herbst mit "Apps als Fenster" einen Desktop-ähnliche Bedienungsmodus...