Riskant: Dieses Tool gibt KI Zugriff auf deinen Computer


neumann.digital - digitaler Wochenrückblick #83 (im Browser ansehen)

Liebe/r Reader,

👾 Grüße aus der digitalen Welt!
Hier ist der Digitale Wochenrückblick!

Diese Woche mit einer überraschenden Meldung: Apple setzt intern offenbar genau auf die KI, die ich selbst am häufigsten nutze - und es ist nicht Google Gemini, das gerade für 1 Milliarde Dollar pro Jahr als Siri-Retter eingekauft wurde.

Außerdem schauen wir auf OpenClaw, ein Projekt, das gerade mächtig Aufsehen erregt und einen Blick in die Zukunft der KI-gesteuerten Computernutzung erlaubt. Und: hinter den Kulissen bei neumann.digital gibt es ein paar Bauarbeiten.

🍎 Überraschung: Apple setzt intern auf Claude

Während Apple für die neue Siri bekanntlich ein Google Gemini-Modell eingekauft hat, sieht es hinter den Kulissen ganz anders aus: Laut Bloomberg-Reporter Mark Gurman nutzen Apple-Mitarbeiter intern vor allem Claude von Anthropic als KI-Unterstützung.

In einem Interview sagte Gurman: „Anthropic treibt einen großen Teil dessen an, was Apple intern macht.“

Interessantes Detail: Apple wollte ursprünglich einen Deal mit Anthropic für Siri abschließen - doch Anthropic verlangte offenbar mehrere Milliarden Dollar pro Jahr. Apple entschied sich stattdessen für Google, das „nur“ eine Milliarde Dollar jährlich kostet.

Ich bin zwar kein Programmierer, aber für alles, was nicht mit der Generierung von Bildern zu tun hat, greife ich inzwischen ebenfalls zu Claude. Im letzten Newsletter hatte ich ja von Claude Cowork berichtet - dem Tool, das Claude Zugriff auf einen Ordner auf dem eigenen Computer gibt und mit dem man auch längerfristige Projekte gut umsetzen kann.

Cowork stottert zwar immer noch ordentlich (ich muss regelmäßig den Zwischenspeicher löschen und Konversationen neu beginnen), aber wenn es läuft, dann läuft es richtig gut. Und das Beste: Man muss dafür nicht programmieren können.

Als nächstes werde ich versuchen, veraltete Blogbeiträge mithilfe von Cowork zu aktualisieren.


🤖 Dieses Tool erlaubt KI Zugriff auf deinen gesamten Computer

An einem KI-Thema kam man diese Woche nicht vorbei: Clawdbot bzw. Moltbot bzw. seit Freitag: OpenClaw. (vielleicht hat es zum Zeitpunkt des Aussendens dieses Newsletters schon wieder einen anderen Namen 😀).

Wahrend ich dies schreibe, flattern schon die ersten Workshops zur Nutzung in meinen Posteingang. Untrügliche Zeichen eines Hypes:

Was ist OpenClaw denn jetzt schon wieder?

OpenClaw ist eine Umgebung für KI-Modelle, die sich auf eigener Infrastruktur betreiben lässt und die man mit bekannten Messengern bedient. Du schickst z.B. eine Sprachnachricht an WhatsApp oder Telegram - egal, wo du dich gerade befindest - und eine KI erledigt die Aufgabe direkt auf deinem Computer.

OpenClaw läuft auf einem eigenen Rechner (oder einem gemieteten Server) und wartet rund um die Uhr auf deine Anweisungen. Es kann Dateien verschieben, E-Mails sortieren, Termine anlegen, Sotware installieren und löschen - praktisch alles, was du sonst selbst am Rechner machst.

Klingt das praktisch? Ja. Klingt das gefährlich? Auf jeden Fall.

Ich habe mir am Freitag dieses sehr gute 40-minütige Einrichtungsvideo zu OpenClaw (da noch Moltbot genannt) angeschaut. Ich sag mal: Einsteigerfreundlich ist anders. Dennoch ist die Idee faszinierend.

Mac Mini-Kaufrausch

Der Hype rund um OpenClaw löste angeblich einen regelrechten Mac Mini-Kaufrausch aus - Viele wollten einen eigenen kleinen Rechner, auf dem sie die KI-Umgebung laufen lassen können.

Auch wenn Mac Minis gut dafür geeignet sind, ist das ein wenig übertrieben, denn wer weiß schon, wie lange der Hype um dieses Tool anhält. Bestimmt ziehen die großen Player bald mit ihren Lösungen nach. Ein passender Server lässt sich auch für weniger als 5 EUR pro Monat mieten.

Die große Namensverwirrung

Der Entwickler des Projekts ist übrigens ein Österreicher: Peter Steinberger. So revolutionär seine Idee ist, so schwer tut er sich mit der Namensfindung:

Der ursprüngliche Name Clawdbot war eher ungeschickt gewählt - da stand quasi schon „Markenrechtsanwalt“ drauf. Wenig überraschend meldete sich Anthropic umgehend und bat um eine Namensänderung.

Der alte Name verrät aber auch, welches KI-Modell am besten mit dem Tool funktioniert: Natürlich wieder Claude, der „Hidden Champion“ unter den KI-Modellen.

Danach hieß das Tool für ein paar Tage Moltbot, was offenbar nicht nur für meine Ohren unschön klang. Und nun heißt es eben OpenClaw.

Zwar fühlt es sich an wie ein Blick in die Zukunft, aber als Nicht-Informatiker habe ich viel zu viel Respekt davor, etwas falsch oder gar kaputt zu machen. Daher werde ich auch nicht versuchen, es selbst zu installieren. OpenClaw zeigt uns aber, wohin die KI-Reise bald schon gehen wird.


🎥 Meine Veröffentlichung der Woche

iPhone Kurzbefehle können so viel mehr - wenn du sie lässt!

Nutzt du Kurzbefehle auf deinem iPhone nur, um schnell einen Timer zu starten oder den Stromsparmodus zu aktivieren? Das nimmt dir zwar einen Handgriff ab - aber es kratzt nur an der Oberfläche dessen, was Kurzbefehle heute können. In diesem Video zeige ich dir 5 Kurzbefehle (4 davon mit KI), die dir echte Alltagsaufgaben abnehmen.


👾 Was passiert bei mir?

Hinter den Kulissen von neumann.digital gibt es derzeit einige Umbauarbeiten: Der Mietvertrag des Hauptmieters, bei dem ich mein Büro zur Untermiete habe, endet bald. Und so muss ich erneut umziehen - das Schicksal eines Untermieters.

Gab es 2024 noch mehrere interessante Angebote, war der Markt diesmal deutlich schwächer. Aber ich habe einen ruhigen Raum mit schnellem Internet und weißen Wänden gefunden, der nicht zu weit weg liegt. Und das ist ja an sich alles, was ich brauche. Schon in einem Monat geht es in die neuen Räumlichkeiten.

Außerdem beginnt heute ein neuer Freelancer seine Arbeit für mich und unterstützt mich bei den anfallenden Aufgaben. Falls du eine Anfrage an mich sendest, könntest du also bald eine Antwort von Alexander bekommen.


📰 News der Woche

🍎 Apple kauft Startup für 2 Milliarden Dollar

Apple hat das israelische Startup Q.ai übernommen - für geschätzte 2 Milliarden Dollar. Das ist die zweitgrößte Akquisition in Apples Geschichte, nur übertroffen von der Beats-Übernahme 2014.

Das Startup arbeitet an „stiller Spracheingabe“ - also Technologie, die Gesichtsbewegungen und kaum hörbares Flüstern erkennen kann.

Das könnte für zukünftige AirPods oder die oft gerüchteten smarten Apple-Brillen gedacht sein. (via 9to5Mac)


🤖 OpenAI schaltet Zugang zu ChatGPT 4o ab

OpenAI räumt auf: Am 13. Februar werden mehrere ältere Modelle eingestellt - darunter auch das im vergangenen Jahr äußerst beliebte GPT-4o.

OpenAI gibt zu, dass die Einstellung von GPT-4o ein sensibles Thema ist. Viele Nutzer hatten sich an den „wärmeren“ Charakter dieser Version gewöhnt. (via t3n)

Nun müssen 4o-Fans sich entweder mit ChatGPT 5.2 anfreunden - oder vielleicht doch einmal ein gänzlich anderes Modell (meine Empfehlung: Claude Opus 4.5) testen.

Community News

🎤 Umfrage der letzten Ausgabe

Nutzt du Kurzbefehle auf deinem iPhone?

Kommentare:

„Jap, für so kleinere Spielereien. Wenn ich mein iPhone ans Auto anschließe, dann startet direkt so eine App, die mich nicht zu schnell fahren lässt.“
„Ich lasse per Kurzbefehl das WLAN am iPhone abschalten , sobald ich mein Heim-WLAN verlasse.“
„Ist mir zu kompliziert das zu erstellen“

In dieser Woche möchte ich von dir wissen: Welches KI-Modell nutzt du am häufigsten?


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